Uhrenbestimmung Alte Taschenuhr

Diskutiere Alte Taschenuhr im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo Zusammen, wer kann mir etwas über diese Taschenuhr sagen. Ich hab leider zu wenig Ahnung.

WoTo

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Hallo Zusammen,
wer kann mir etwas über diese Taschenuhr sagen. Ich hab leider zu wenig Ahnung.
 

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ANTARES1958

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Ich hätte da genauer beobachtet im 4 - 5 Uhr Bereich... Schöne und " gewöhnliche" Uhr mit 15 Steinen.
 
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WoTo

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Hier noch ein besseres Bild des Bereichs.
 

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gsl

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Ich habe wenig Ahnung aber ich würde sie gefühlsmäßig in das erste Viertel des 20. Jahrhunderts einordnen. Bitte gegebenenfalls um sofortige Korrektur!
Das Gehäuse ist aus 800er Silber und vorne ist der Rand rotvergoldet (das hat einen Namen, der mir jetzt nicht einfällt). Bitte auch um Korrektur.

Das Werk scheint äußerlich auf den ersten Blick ganz gut in Schuss zu sein, aber die Stellung des Rückers auf "retard", weit über dem Rand des Unruhklobens (gelb) deutet auf einen Vorgang der Uhr, vermutlich wegen einer zu geringen Amplitude, was dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass die Schmierung ausgetrocknet ist und die Uhr einer Reinigung und Schmierung bedarf (komplett zerlegen, reinigen, zusammenbauen/ölen, regulieren). Das sollte reichen, falls keine Defekte bestehen, was mich zum Roten Kreis bringt. Auf dem Foto sieht man es nicht gut, aber ist dieses Lager des Ankerrades in Ordnung?

1611614068693.png

Auf jeden Fall ist die Keilschraube (grün), die den Ziffernblattfuß fixiert, aufgedreht, und somit ist das Ziffernblatt - zumindest einseitig - unbefestigt.

Gruß Michael
 
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WoTo

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Danke für die vielen Info´s.
Kann jemand was über den Hersteller sagen. Ist das die Punze " EC " über der Silberpunze?
 

gsl

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Hm, eine Recherche bei Andi (suche nach Auerhahn) ergibt u.A. fogenden Treffer

Auerhahn/Vogel in Form)1611658415913.png(Feingehaltsstempel)Schweizer Silberstempel für 0,800er Silber, verwendet ab 1882


also ist deine Uhr vermutlich eine Eidgenossin.

Eine weitere Suche nach "EC" ergibt

E.C.Eggli & Cie.Genf, Schweiz


Googlen nach Eggli & Cie. ergibt folgenden (möglicherweise) relevanten Treffer:

Eggli & Cie. - pocket watch NO RESERVE PRICE - Men - 1850-1900

Dort ist folgendes Bild interessant. Es zeigt eine "EC" Punze im Deckel, die aber ganz anders ist, als deine Silberpunze, wo das EC "überdacht" und struktureller Bestandteil der Silberpunze ist. Allerdings ist diese Uhr auch deutlich älter, als deine, und das Gehäuse ist aus Stahl, hat somit keine Silberpunze.

1611658995377.png

Es kommt mir aber, und das bitte alles mit sehr viel Salz nehmen - ich bin wirklich weit von Expertentum entfernt und bediene mich hier lediglich logischer Schlussfolgerungen , komisch vor, dass Eggli - der scheinbar eine "Marke" war, sich nicht mit Wort/Bildmarke auch am Werk verewigt haben soll, sondern ein - nach meiner wenig maßgebenden Einschätzung - Massenkaliber verwendet hat.
Aber diese Uhr hat auch keine Bildmarke am Werk und firmiert bei der Auktion offenbar unter Eggli & Cie.

Im Übrigen heißt diese Zeigerform "Louis XV". (Zeiger – Watch-Wiki)

Gruß Michael
 
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WoTo

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Hall Michael,

besten Dank für Deine Recherche und für Deine Unterstützung.

Grüße

Thomas
 

pet.sch

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Hallo Thomas,
ich würd mich bei der Uhr nicht so auf das EC im Gehäuse versteifen. Auf Marken, die eine bildliche Darstellung zeigen und die Mikrolisk gesammelt hat, weil sie irgendwo registriert sind, kann man sich einigermaßen verlassen, aber bei "Nur"-Buchstaben wäre ich vorsichtig. Genauso würde ich mich nicht auf eine Uhrenbeschreibung in einem Auktionshaus oder bei ebay oder bei catawiki verlassen. Die, die da die Uhren beschreiben, sind auch Leute wie wir hier, die aus ihren vielleicht vorhandenen Erfahrungen und den ihnen zur Verfügung stehenden Hilfmitteln, wie zum Beispiel dem Mikrolisk-Verzeichnis, die Uhren einordnen. Das EC bei catawiki mag zwar auf den gleichen (wahrscheinlich Gehäuse)-Hersteller hinweisen, das ist aber überhaupt nicht sicher. Ich denke, dass die Zuordnung zu Eggli dort auch nur auf dem Nachschauen bei Mikrolisk basiert, also äußerst unsicher ist , wenn man nur die Buchstaben sieht. Das Gehäuse bei catawiki ist auch mit Sicherheit kein Stahlgehäuse, wie dort beschrieben, sondern es ist zu 99 % auch aus Silber, nur noch ungestempelt. Reine Stahlgehäuse in dieser Art gab es nicht, dann könnte es höchstens ein Neusilbergehäuse oder ähnliches sein. Stahlgehäuse waren glatt und dann brüniert oder gebläut, aber nicht guillochiert oder so verziert und auch noch abgenutzt.
Der Unterschied (bei der Uhr von catawiki) zwischen dem garantiert nichtsilbernen Innendeckel zum Gehäuse ist so stark, dass man relativ sicher von einem Silbergehäuse ausgehen kann. Nur eben ungestempelt, weil vor den Stempelgesetzen. Wenn ich das Gehäuse in der Hand hätte könnte ich es ganz sicher sagen. Aber das nur nebenbei.
Es kommt mir ..... komisch vor, dass Eggli - der scheinbar eine "Marke" war, sich nicht mit Wort/Bildmarke auch am Werk verewigt haben soll, sondern ein - nach meiner wenig maßgebenden Einschätzung - Massenkaliber verwendet hat.

Ganz sicher war Eggli keine der bekannte Uhrenmarken. Und die Signierung von Uhren aus der Zeit war hier im Forum ja schon öfter Thema. Es war damals der Uhrmacher am Ort und nicht die Marke ausschlaggebend welche Uhr gekauft wurde. Ein Markenfetischismus, wie wir ihn heute kennen, gab es damals nur in ganz kleinem Umfang. Auch einige große Firmen haben anfangs sehr oft noch unsignierte oder versteckt signierte Uhren verkauft. Bei Uhren von Audemars Piguet findet man z.B. sehr oft nur ein verstecktes AP. Bei Werken von LeCoultre kommen wahrscheinlich vor der Vereinigung mit Jäger neunundneunzig unsignierte oder versteckt signierte Werke auf ein öffentlich signiertes. Um nur zwei prominente Beispiele zu nennen.
Dafür findet man aus der Zeit sehr viele Uhren, die den Verkäufernamen irgendwo tragen. Oder eben gar keine Bezeichnung.

Oder man findet hier und da ein Zeichen, kann aber nicht sicher sein, ob das dann der Montierer, der Großhändler, der Werkehersteller oder der Gehäusehersteller war. Es ist also überhaupt nicht einfach bei anonymen Uhren, die der Kenner nicht sofort wegen ihres Werkes zuordnen kann.

Das mit dem "Massenkaliber" würde ich auch nicht so abschätzig sagen, denn die Arbeitsteilung war bei Uhrenherstellern schon immer ein gängiges Modell. Sogar schon zu Zeiten der Spindeluhren, also 100 Jahre früher. Und die Hersteller solcher Massenkaliber haben sehr viele Uhrenhersteller beliefert.

Zumal dieses Werk für eine Silberuhr schon zu den besseren gehört, denn sehr oft waren zu der Zeit in Silbergehäusen Werke mit der einfacheren Zylinderhemmung verbaut.

Michael (gsl) hat die Uhr auf das erste Viertel des 20 Jhdts geschätzt. Damit hat er vom Ausehen der Uhr 100%ig Recht, aber ich würde die Uhr trotzdem etwas eher, also um oder sogar kurz vor 1900 schätzen, denn die Bezeichnung "Ligne droite" findet man später kaum noch. Eher noch früher. Das bezeichnet nämlich die Anordnung zwischen Unruhe, Anker und Ankerrad. Bei älteren Uhren war das nicht in gerade Linie (was ligne droite in etwa bedeutet), sondern ungefähr im rechten Winkel. In der Anfangszeit der geraden Ausführung wurde das dann noch manchmal als Besonderheit auf dem Innendeckel erwähnt, aber als es normal war, hat man das nicht mehr extra so bezeichnet.

Gruß
Peter
 
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WoTo

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Hallo Peter,

ich bin immer wieder überrascht, was für ein Wissen Ihr habt. Vielen Dank für die ausführlichen Information.

Gruß Thomas
 

Coriolan

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Das Gehäuse ist aus 800er Silber und vorne ist der Rand rotvergoldet (das hat einen Namen, der mir jetzt nicht einfällt). Bitte auch um Korrektur.

Ist schon richtig. Nennt sich Galonné und ist ein Indiz (neben dem Zifferblatt mit den aufgesetzten Indices), dass die TU etwas „besseres“ war.
 

gsl

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Das mit dem "Massenkaliber" würde ich auch nicht so abschätzig sagen,

Servus Peter!

Danke für die Berichtigung und Ergänzung meiner bescheidenen Versuche.
Das mit dem "Massenkaliber" war nicht abschätzig gemeint und ich entschuldige mich für diese mißverständlichen Begriff.

Gruß Michael
 

Matthias MUC

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"Massenkaliber" würde wohl am besten bedeuten: in präziser Großserie in gleichbleibender, dem jeweiligen Preislevel angemessener Qualität und Ausstattung gefertigt. Trifft auf das steinchenlose Massenjunghänschen genauso zu wie auf die vollbesteinten "Standardwerke" der großen Schweizer Werkshersteller.
 

pet.sch

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...meiner bescheidenen Versuche.
Ich finde die gar nicht so "bescheiden", dafür, dass Du Dich erst kurz mit Taschenuhren beschäftigst. Und mit Massenkaliber hast Du ja Recht. Ich wollte nur deutlich machen, dass solche "Massenkaliber" durchaus auch in höherwertigen Uhren vorkommen und das nur sehr wenige Uhrenfabriken alles in Ihrer Uhr selbst hergestellt haben.

Gruß
Peter
 
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Alte Taschenuhr

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