Alte Taschenuhr Wert Bestimmung

Diskutiere Alte Taschenuhr Wert Bestimmung im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, ich bin neu hier und hoffe auf eure Hilfe. Diese Taschenuhr wurde (u.a.) für einen guten Zweck gespendet und ich soll sie verkaufen. Da...
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Sabine

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Hallo,
ich bin neu hier und hoffe auf eure Hilfe.
Diese Taschenuhr wurde (u.a.) für einen guten Zweck gespendet und ich soll sie verkaufen. Da ich mich mit Taschenuhren nicht so auskenne hoffe ich auf euer Fachwissen und, wenn möglich, ein paar Tipps, was ich dafür veranschlagen kann.
Aus welcher Zeit stammt diese Uhr?
Danke, Sabine

Folgendes steht auf der Gehäuseabdeckung:

ECHAPPEMENT
A CYLINDRE

QUATRE TROUS
EN RUBIS
N°=9375

und auf dem Deckel innen:

X4241 (Reparaturzeichen? eingeritzt)
und eingepunzt wieder 9375

Hab mich noch nicht getraut, das Gehäuse zu öffnen, der Allgemeinzustand und auch der restliche Schmuck scheint jedoch sehr gepflegt und kaum getragen zu sein.
 

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Mikrolisk

Mikrolisk

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Ein Bild vom Uhrwerk würde noch helfen! Wobei ich hier ein normales Lepine-Kaliber erwarten würde (Typ 2? Typ 4?).

Wie groß ist die Uhr? Ich tippe auf eine kleinere Damentaschenuhr, dazu würden die noch erstaunlich gut (fast zu gut!) erhaltenen Emaille-Arbeiten an der Rückseite passen.

So sieht die Uhr auf den ersten Blick älter aus, als sie ist (relativ gesehen), man möchte sie gerne in die 1840er Jahre schicken, aber dann fallen die Fantasie-Zeiger auf, welche hauptsächlich erst kurz vor 1900 hergestellt wurden (eventuell wurden sie ausgetauscht??? Ich hätte schlanke Breguet-Zeiger erwartet!). Das Silber-Zifferblatt paßt wiederum gut in die Zeit um 1860 (ebenso die 4 Lager mit Lagersteinen), das Gehäuse könnte sowohl um 1870, also auch noch in den 1930er Jahren gebaut worden sein. Ich denke, die Entstehungszeit um 1870 paßt am besten.

Als Herstellungsland könnte neben der Schweiz auch eventuell Frankreich in Frage kommen, die (West-)Schweiz ist aber wahrscheinlicher.

Das Gehäuse wird sehr wahrscheinlich aus Gold sein, die Karatzahl wird sich nur durch entsprechende Tests rausfinden lassen. Hier wäre es interessant, wie schwer das Gewicht des Gehäuses ist, um eine Schätzung des Goldwertes zu bekommen.

Der Wert wird dadurch schon mal sicherlich im dreistelligen Bereich liegen.

Viele Grüße,
Andreas
 
del-olmo

del-olmo

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Hallo,
das dürfte eine Damentaschenuhr sein, die Größe des Schlüssels im Verhältnis zur Uhr gesehen kommt das hin, auch die Schlüsselgröße 10 spricht dafür.

In Frankreich wurden Edelmetalle schon recht früh mit Punzen versehen, außerdem waren auch Herstellermarken weit verbreitet. Da diese Punzen fehlen, würde ich ebenfalls Schweiz 1860-1870 tippen.

Ein Werksfoto wäre schon hilfreich. Zur Wertbestimmung hat Andreas ja schon alles gesagt.

Niedliche und gut erhaltene Uhr!

Grüße Bernhard
 
JochensUhrentick

JochensUhrentick

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Hallo,

das ist ja eine wunderschöne Damen-Taschenuhr! ;-)

Den Statements meiner Kollegen schließe ich mich gerne an.
 
S

Sabine

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Also ich bin jetzt extrem begeistert, wie schnell und freundlich ich hier Auskunft bekomme! Mercy dafür !
Morgen werd ich mich gleich dran machen, die Uhr vorsichtig zu öffen und das Werk fotografieren. auch Größe, Feingehalt und Gewicht (allerdings ohne Werksausbau, ich kenne meine Grenzen) werden morgen gepostet.
Habe heute noch ein paar andere Uhren bekommen, die vermutlich weit weniger interessant sind aber die kann ich ja dann mal gelegendlich "vorstellen".
Schadet es dem Verkaufswert der Uhr, wenn ich an unauffälliger Stelle eine Strichprobe zur Bestimmung des Feingehaltes mache?
Sabine
 
del-olmo

del-olmo

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Ich würde einen Juwelier oder Uhrmacher aufsuchen und ihn bitten das zu machen, ob er dafür was berechnet kann ich natürlich nicht sagen.
Hättest Du denn überhaupt die Möglichkeit Strichproben selbst zu machen, ich meine Säure und Probiernadeln hat nicht jeder so im Haus?

Grüße Bernhard
 
S

Sabine

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Bin Goldschmiedemeisterin ;o)
Und hab auch schon mal an den einen oder anderen Uhren rumgefummelt (Seminare bei Ebel und so) aber ich wage mich seit einem Kindheitstrauma an keine TU mehr ran - frag lieber nicht !
Sabine
 
del-olmo

del-olmo

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Gut, dann ist das alles ja kein Problem! Es müßte halt eine Stelle sein, wo es nicht aufällt. Für einen Verkauf wäre es schon interessant den Feingehalt zu kennen.

Zum Rest frage ich nicht weiter!

Grüße Bernhard
 
del-olmo

del-olmo

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Nein, das wäre zu einfach!

Die 9375 dürfte eher die Serienummer oder ein Teil davon sein.

Grüße Bernhard
 
S

Sabine

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Also laut Strichprobe müsste es 14kt also 585/ooo Gelbgold sein.
Der Durchmesser des Gehäuses beträgt ca. 32mm, die Höhe liegt bei ca. 7,2mm, das Gesamtgewicht ca. 20,48g.
Ich habe noch Bilder von der Seite und vom Werk gemacht.
Mich interessiert, warum das Glas in der Mitte eine Mulde hat. Hat man das früher so gemacht, um dem Glas die Spannung zu nehmen oder war das nur für die Optik?
Also ich bin gespannt was die Fachleute mir nun über die Uhr mitteilen können!
Ich frage morgen mal eine Expertin in Sachen Emaille. Vielleicht kann Sie was zur Technik ect. sagen. Das Gold scheint mir von der Farbe gelblicher zu sein als 585/ooo.
Danke, Sabine
 

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5 Hertz

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@ sabine

ohne mich zu weit rauslehnen zu wollen:

einfaches Räderbrückenwerk, nicht stoßgesichert, Zylindergang. Irgendwie sehen die Schrauben aus , als wären sie eher blau gefärbt als blau angelassen. Aber ich kann mich auch irren.

Es sind keine aufwändigen Veredlungen am Werk erkennbar. Ob die ansprechende Verarbeitung des Gehäuses die Uhr tatsächlich preislich hebt, ist schwer zu entscheiden. Das Werk rechtfertigt m.E. allerhöchstens einen mittleren dreitstelligen Betrag.

Gruß A.
 
del-olmo

del-olmo

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Ei, das ist ja ein schickes Werk, ein Lepine IV-Kaliber würde ich sagen, gebaut zwischen 1835 und eigentlich 1850 evtl. ein paar Jahre später noch, ich würde die Uhr auf etwa 1860 datieren. 585iger Gold hatte ich ehrlich gesagt erwartet. Der Schliff im Glas passt ebenfalls in die Zeit, was er genau für einen Zweck hatte kann ich Dir so auch nicht sagen, zeigt aber, das es das Originalglas ist.

@5 Hertz: die Schrauben sind gebläut und Zylindergang war für Damenuhren bis ins 20. Jhd üblich, da die Damenuhr mehr als Schmuck angesehen wurde.
Stoßgesichert? :shock: Eine serienreife Stoßsicherung gab es um 1860 nicht. Die Parchute wurde 1790 von Breguet für einen Aufzugsmechanismus erfunden, geriet aber in Vergessenheit, weil der Selbstaufzug sich nicht durchsetzte. Der Incabloc wurde erst 1928 erfunden und zwar im Zusammenhang mit Armbanduhren.

Sehr schönes Stück!

Grüße Bernhard
 
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5 Hertz

Gast
[.....und Zylindergang war für Damenuhren bis ins 20. Jhd üblich, da die Damenuhr mehr als Schmuck angesehen wurde.

War ja auch nur eine Feststellung, keine Wertung. Eine andere Hemmung wäre schwerlich in Frage gekommenen. Der Ankergang (mit Ausnahme der Haken-Ankerhemmung) kam erst sehr viel später zum Einsatz. :-)

Die Abnutzung auf den Schraubköpfen sieht schon komisch aus, findest Du nicht?
Eine durchgängig gebläute Schraube, sollte keine weißmetallenen Abnutzungsspuren an den Schraubschlitzen zeigen. :???:



Gruß Alex
 
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del-olmo

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Hab ich auch nicht negativ aufgefasst. :-)

Die Ankerhemmung wurde fast ausschließlich in Herrentaschenuhren verbaut, sei es als Spitzzahnankergang in England oder die glashütter oder schweizer Ankergänge, die gab es auch schon im ersten viertel des 19. Jhd., nur in Damenuhren und günstigeren TU setzte man die Zylinderhemmung ein.

Die Schrauben tragen Spuren eines Uhrmachers, das Bläuen ist nur ein Verfahren der Oberflächenveredelung, nichts was tiefer ins Material geht. Für das Alter sehen sie gut aus.

Grüße Bernhard
 
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5 Hertz

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Überredet!:-P

Mit wie vielen Steinen ist das Werk bestückt? Das Zylinderrad ist offenbar steingelagert, sowie die Unruhe. Kann man also von 5 Steinen ausgehen?

Ich habe übrigens eine alte Glashütter-Damenarmbanduhr mit Zylinder-Hemmung aus den 20er Jahren (vermutl.UFAG). Entgegen des landläufigen Vorurteils des vergleichsweise ungenauen Gangs, sind die Abweichungen durchaus akzeptabel < 1 Min./d.

Gruß Alex
 
del-olmo

del-olmo

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Hallo,
das Werk hat 4 Lagersteine. Die Unruhlager und das Hemmungsrad sind in Rubin galagert. Im Fall dieser Uhr und vieler anderer stehts auch auf dem inneren Staubdeckel. Man gab die Anzahl der Lagersteine als Qualitätsmerkmal an.

Zylinderwerke stehen in dem Ruf ungenau zu sein, was aber nicht ganz richtig ist und natürlich nicht auf alle Werke zutrifft. Wie bei Deiner gibt es viele, die erstaunlich gute Gangwerte aufweisen. Das eigentliche Problem ist der höhere Verschleiß am Zylinder und am Hemmungsrad, denn die Zähne des Hemmungsrades sind in ständigem Kontakt zum Zylinder mal an der Außenseite mal an den Innenflächen. Erfunden übrigens 1695 von Th. Thompion und weiterentwickelt von G. Graham um 1720.

1757 erfand Th. Mudge eine Ankerhemmung für tragbare Uhren, die übrigens immer noch die Grundlage der heutigen Ankerhemmungen ist. Der Ankergang löste etwa ab 1810 die Spindelhemmung ab.

Grüße Bernhard
 
Spindel

Spindel

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Hallo Sabine,
wurde eigentlich schon alles gesagt.Wunderschöne Uhr ich bin begeistert.
Alleine schon die Emaillie da gibt es schon viele Sammler.
Zum geschliffenen Glas hat mir ein alter Uhrmacher gesagt das man die Uhren über Nacht oder so, einfach auf die Stelle ablegt.So kann sie nicht runterfallen und das Glas ist geschützt.Ich hatte auch erst an ein Herstellungs Problem gedacht.
Ich hoffe du schmelzt sie nicht ein.
Achso,der Schlüssel ist nicht Original er ist auch angeschliffen wurden wie man sieht.
Gruß Roland
 
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Sabine

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Einschmelzen- auf gar keinen Fall! Nein es handelt sich um eine Spende und ich sollte wissen, was für einen Marktwert die Uhr in etwa hat, damit ich sie mit einer Preisvorstellung anbieten kann.
Entweder ich finde direkt einen Käufer oder ich versuche es über eine Auktion, was ist wohl erfolgreicher? Der Verkauf dient einem guten Zweck denn das Geld geht komplett in die Mission.
Sabine
 
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