Alte (Spindel?)Taschenuhr Bestimmung

Diskutiere Alte (Spindel?)Taschenuhr Bestimmung im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Schönen guten Morgen. Habe letztens eine sehr schöne, einfache Taschenuhr erstanden. Leider hat sie keine Punzen. Evt. Ist sie von vor 1884? Es...
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ISKALDE

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Schönen guten Morgen. Habe letztens eine sehr schöne, einfache Taschenuhr erstanden. Leider hat sie keine Punzen. Evt. Ist sie von vor 1884? Es fehlen auch ein paar Teile Im Uhrwerk, aber ich musste sie einfach haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es echtes silber ist. Über nähere Infos würde ich mich freuen. Evt. Lassen sich noch Teile für dieses Werk finden.
Eure Meinung dazu würde mich sehr interessieren. :-D
 

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pet.sch

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Hallo Iskalde,
die Uhr ist wesentlich älter als 1884 nämlich so ungefähr von 1820. Mit Spindel hast Du Recht. Es ist sogar eine Spindeltaschenuhr mit einer Repetition, also einem Schlagwerk. Um den Schlag auszulösen wurde an der Uhr das Pendant hereingedrückt und damit die Schlagwerksfeder gespannt.
Woher weisst Du dass im Uhrwerk Teile fehlen ? So kann man das nicht einfach erkennen.
Silber als Gehäusematerial halte ich auch für wahrscheinlich.

Gruß
Peter
 
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ISKALDE

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Hallo Iskalde,
die Uhr ist wesentlich älter als 1884 nämlich so ungefähr von 1820. Mit Spindel hast Du Recht. Es ist sogar eine Spindeltaschenuhr mit einer Repetition, also einem Schlagwerk. Um den Schlag auszulösen wurde an der Uhr das Pendant hereingedrückt und damit die Schlagwerksfeder gespannt.
Woher weisst Du dass im Uhrwerk Teile fehlen ? So kann man das nicht einfach erkennen.
Silber als Gehäusematerial halte ich auch für wahrscheinlich.

Gruß
Peter
Hallo Peter. Vielen Dank für die Infos. Ich bin ja noch blutiger Anfänger und kenne mich nicht sehr aus. Ich finde Uhren einfach schön und faszienierend. Gemacht für die Ewigkeit und mit einer Menge Geschichte. Aber zum Glück gibt es dieses Forum, wo immer jemand Infos hat und sich auskennt. Ich habe die Uhr nur kurz geöffnet gesehen und nicht gleich gemerkt, dass es eine Spindeluhr ist. Für mich sah es auf den ersten Blick so aus, als würden Teile fehlen. Zu Hause habe ich ein Buch über die Altersbestimmtung von Uhren via Werke und co. Da habe ich dann bemerkt, dass es wohl eine Spindeluhr ist. Das Uhrwerk unter dem Deckel zu heben traue ich mich nicht. Es scheint mal Feuchtigkeit abbekommen zu haben. aber wenn jemand einen Tipp dafür hat, wie man das Werk aufklappt, ohne etwas kaputt zu machen wäre das super! wäre ja sonst schade. ich finde für ihr Alter ist sie doch recht gut erhalten. Hat aber dennoch schon einiges mitgemacht die Gute. Diese Riffelung am Gehäuse ist auch schon ganz schön abgelutscht. Aber dennoch wunderschön.
 
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pet.sch

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aber wenn jemand einen Tipp dafür hat, wie man das Werk aufklappt, ohne etwas kaputt zu machen wäre das super!
Dieses Werk lässt sich nicht ausklappen, das ist fest verbaut ohne Scharnier.
Man kann es ausbauen, das ist auch gar nicht so schwer, aber für Dich als Anfänger trotzdem nicht empfehlenswert, weil zu leicht etwas dabei kaputtgeht, wenn man den Umgang mit Uhren und Uhrwerken nicht gewohnt ist.

Hast Du mal probiert das Pendant hereinzudrücken ? Pendant nennt sich das Teil an dem der Bügel (die Aufhängung) befestigt ist. Wenn nicht, drück mal vorsichtig ohne zu viel Kraft.
Gruß
Peter
 
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ISKALDE

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Dieses Werk lässt sich nicht ausklappen, das ist fest verbaut ohne Scharnier.
Man kann es ausbauen, das ist auch gar nicht so schwer, aber für Dich als Anfänger trotzdem nicht empfehlenswert, weil zu leicht etwas dabei kaputtgeht, wenn man den Umgang mit Uhren und Uhrwerken nicht gewohnt ist.

Hast Du mal probiert das Pendant hereinzudrücken ? Pendant nennt sich das Teil an dem der Bügel (die Aufhängung) befestigt ist. Wenn nicht, drück mal vorsichtig ohne zu viel Kraft.
Gruß
Peter
Ja, das wäre mir auch zu heiß mit dem Uhrwerk. ich werde Sie wohl doch mal beim Uhrmacher abgeben, damit man die Teile mal einzeln hat und Diese gut reinigen und Fotos machen kann.
Das Werk an sich lässt sich nicht mehr aufziehen. Wahrscheinlich ist wie so häufig die Unruhewelle gebrochen. Der Pendant lässt sich noch drücken und auch leicht hochziehen. Eine Feder wird da nicht mehr gespannt (habe ich das Gefühl). An sich ist er auch sehr wackelig.
Nun ist das die Frage. Zur Revision abgeben? Oder doch lieber nur optisch schön machen für die Vitrine? Lohnt sich das? Immerhin ist sie schon 200 Jahre alt. Ich finde schon allein auf Grund Ihres Alters hat sie das Bestmögliche zum Erhalt verdient. Nun ist eine größere Revision ja auch nicht gerade günstig. Aber wenn es sich lohnt, dann würde ich es mal machen lassen.
Können das noch viele Uhrmacher, eine Spindeluhr reparieren oder benötigt man da einen der sich darauf spezialisiert hat?
Ich habe auch mal vorsichtig den Bügel über der Krone in eine heiße Soda-Alufolien-Lösung gehalten. Es sollte sich ja damit das Silberoxid wieder zurückwandeln.
Ich habe den Bügel nur zur Hälfte reingehalten um einen Unterschied erkennen zu können. Es ist tatsächlich etwas heller geworden.
Wie wurde denn Silber vor dem Reichsstempelgesetz, bzw. um 1820 gekennzeichnet? bis auf eine Art Seriennummer kann ich keine Punzen entdecken.
Das wäre für mich auch nochmal interessant um das Gehäuse dementsprechend aufarbeiten zu können.

Fragen über Fragen hier...:hmm:
:-)
 
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WatchAdiccted

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Wenn die Uhr sich nicht mehr aufziehen lässt, ist oft etwas an der Kette defekt. Eine defekte Unruhwelle erkennst du, wenn die Unruh nicht mehr schwingt bzw. ganz locker sitzt. Du kannst auch die drei Stifte/Riegel am Rand des Uhrwerkes (am besten mit einem Zahnstocher) öffnen, dann kann ein Teil des Deckels abgenommen werden. So könntest du sehen, ob überhaupt noch eine Klangfeder vorhanden ist, oft sieht man dann auch ob die Kette gerissen ist.

Eine Revision lohnt sich in den seltensten Fällen. In Anbetracht dessen, dass möglicherweise sowohl das Gehwerk als auch das Schlagwerk defekt sind und ggf. Teile gefertigt werden müssen kann eine Reparatur je nach Arbeitszeit und Stundenlohn des Uhrmachers auch gerne mal vierstellig werden. Ich empfehle dennoch den Gang zum Uhrmacher, vielleicht ist es ja auch nur eine Kleinigkeit, die ohne große Arbeit behoben werden kann, anhand der Bilder kann man dazu keine verlässlichen Auskünfte geben.

Das Gehäuse kannst du mit Cape Cod oder handelsüblicher Silberpolitur und einem Mikrofastertuch wieder zum glänzen bringen. Silberpunzen waren bei den meisten Spindeluhren unüblich.
 
Uhrton

Uhrton

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Hi,
Die Methode Soda/Alufolie kann ich nicht empfehlen. Das Silber wird nach einigen Wochen weißlich. Auf dem Foto ein Messer bei dem ich dass vor paar Wochen getestet habe. Am schönsten wird Silber m.E. Silberpolitur von Godards oder Haggerty.
 

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pet.sch

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Du kannst auch die drei Stifte/Riegel am Rand des Uhrwerkes (am besten mit einem Zahnstocher) öffnen, dann kann ein Teil des Deckels abgenommen werden. So könntest du sehen, ob überhaupt noch eine Klangfeder vorhanden ist, oft sieht man dann auch ob die Kette gerissen ist.
Das stimmt wohl, aber bloss nicht mit geöffnetem vorderen Glasdeckel, denn dann fällt das Werk nach vorne heraus und wenn man nicht damit rechnet und es auf harten Boden fällt, dann kann die Spindelwelle brechen und das Zifferblatt noch weiter beschädigt werden. Die drei Knebel halten das Werk mit Hilfe des äußeren Ringes, an dem der Innendeckel sitzt. (Werk mit den drei Knebelschrauben von vorne, Ring von hinten)

Dass die Uhr sich nicht aufziehen lässt, zeigt zu erst einmal, dass sie wahrscheinlich voll aufgezogen und nicht abgelaufen ist. Das kann auf einen größeren Defekt hinweisen, aber auch auf eine Verharzung des Laufwerks.
Selbst letzteres , also eine nötige Reinigung, ist aber kein leichtes Unterfangen bei dieser Uhr, denn das Schlagwerk mit seinen vielen Wellen, das auch zwischen den vollen Platinen sitzt, erschwert das Ganze. Da sollte der Uhrmacher schon Erfahrung für solche Uhren mitbringen.
Dass die Aufzugskette gerissen ist, glaube ich nicht, denn der Gesperrhaken sitzt noch dicht am Sperrad, also sitzt wahrscheinlich noch Spannung drauf. Wenn die Spannung nicht mehr da ist, dann ist oft das Sperrrad lose oder fehlt ganz.
Übrigens hoffe ich, dass Du nur links herum versucht hast, die Uhr aufzuziehen, wie es auch der Pfeil auf dem Innendeckel zeigt.

Und auch nur durch das Loch im Innendeckel, denn sonst besteht die Gefahr, dass Du am falschen Vierkant aufziehen möchtest (Sperrrad) und da darf man nicht dran drehen, sonst ist sofort die Antriebskette lose.

Gruß
Peter
 
ethan_esrah

ethan_esrah

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Hi,
Die Methode Soda/Alufolie kann ich nicht empfehlen. Das Silber wird nach einigen Wochen weißlich. Auf dem Foto ein Messer bei dem ich dass vor paar Wochen getestet habe. Am schönsten wird Silber m.E. Silberpolitur von Godards oder Haggerty.
Kann ich nicht bestätigen. Ich reinige Taschenuhrengehäuse aus Silber immer mit dieser Methode und bisher konnte ich keine Probleme feststellen. Ich jage die Gehäuse nach der Soda-Behandlung allerdings noch mal durch den Ultraschallreiniger, um etwaige Rückstände zu beseitigen.
 
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Matthias MUC

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Ich kenne das als KOCHSALZ/Alufolie-Methode als Tauchbad mit heißem Wasser (also wenn, dann für das Gehäuse ohne Werk). Nutze es aber für die putzpflichtgen Silbergegenstände nicht, weil damit JEDE Patina aus Verzierungen etc. auch rausgeht und die Teile dann recht unnatürlich geleckt-neu aussehen. Irgendwelche Verfärbungen sind mir aber bei den Stücken, mit denen ich das probiert habe, nicht aufgefallen (alles mögliche, nur keine Uhren bzw. Uhrenteile).
Wegen Uhrmacher: Ich meine, FritzP, der hier leider schon länger nicht mehr teilnimmt, sitzt in Leipzig oder Dresden, das wäre dann vergleichsweise "ums Eck" und dürfte da kompetent sein, ansonsten hätte ich hier in München einen alte Haudegen von Uhrmacher, den ich von meinen Eltern sozusagen mit einer von ihm mal in den frühen 200erjahren reparierten französischen Spindel-TU "geerbt" habe.
 
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ISKALDE

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Ich habe es bei einer anderen Taschenuhr gemacht und anschließend tiefere Kratzer rauspoliert. Zum Schluß mit der guten alten Never Dull Polierwatte. Ist wieder wie neu das Gehäuse aus 800er Silber.
Aber ich werde mich an der alten Uhr nicht weiter vergreifen. Die ist zu alt und zu wertvoll (für mich zumindest). Der Uhrmacher ist bis Ende Juni im Urlaub, danach ich. Dann sehen wir weiter. Aber danke erstmal für die Infos. Hat mir erstmal sehr geholfen.
 

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ethan_esrah

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Für die Chemie-Nerds unter uns: Chemisch gesehen läuft im Soda/Alu-Tauchbad folgende Reduktion ab:
3Ag₂S + 2Al + 6H₂O -> 6Ag + 2Al(OH)₃ + 3H₂S

Aus Silbersulfid (schwarze Verfärbung des Silbers), Aluminium und Wasser entsteht Silber, Aluminiumhydroxid und Schwefelwasserstoff (letzteres erkennt man am Geruch nach faulen Eiern). In der Formel taucht das Soda (= Natriumcarbonat Na₂CO₃) gar nicht auf, weil es (genauer seine Carbonat-Ionen) lediglich als Katalysator wirkt. Alternativ geht auch Kochsalz, wie @Matthias MUC schrieb, weil auch Chlorid-Ionen als Katalysator wirken. Wichtig ist, daß sich der Silbergegenstand und die Alufolie berühren, da es sich um eine elektrochemische Reaktion handelt.

Wenn man das Silber zu lange in dem Bad läßt, kann sich der Belag rückbilden. Das liegt daran, daß das Silber bei Kontakt mit dem Wasser (in geringen Mengen) Silberionen bildet, die mit den Ionen der Lösung zu einem schwerlöslichen Niederschlag reagieren, der sich dann wieder am Silber anlagert. Keine Ahnung, ob der Effekt, den @Uhrton beschreibt, darauf zurückzuführen ist.

Habe ich mir natürlich nicht alles selbst ausgedacht, sondern zum Teil hier geklaut: Prof. Blumes Tipp des Monats

Wer das Soda/Alu-Tauchbad mal in Aktion sehen will, wird auf dem YouTube-Kanal von Red Dead Restoration fündig:
Der Kanal ist auch sonst sehr zu empfehlen.

Viele Grüße,
Sven
 
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ISKALDE

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Durch diesen Kanal bin ich erst in diese ganze Uhrensache reingerutscht. Ich liebe seine Videos. Fachmännisch, stilvoll und am Ende ein atemberaubendes Ergebnis. Meinen größten Respekt und Dank an diesen Mann, der einen so viele Tipps und Inspiration gibt.🥰
 
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