Alte Junghans Wandpendeluhr - und eine handvoll Fragen

Diskutiere Alte Junghans Wandpendeluhr - und eine handvoll Fragen im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Also, ich bin mir fast sicher, dass Du das auch irgendwann hinbekommst. Bei mir (ich bin auch kein Uhrmacher) hat das eben mal schlappe 14 Jahre...
Der Stromer

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Also, ich bin mir fast sicher, dass Du das auch irgendwann hinbekommst. Bei mir (ich bin auch kein Uhrmacher) hat das eben mal schlappe 14 Jahre bis heute gedauert 8-) und glaube mir, ich lerne immer noch dazu. Denn Autodidakten lernen ja immer nur das, was im Moment ansteht!

Wenn Du Dich länger mit der Materie beschäftigen möchtest, würde ich Dir dringend raten, eine kleine Bibliothek an Fachbüchern an zu legen. Danach kommt ein Grundstock an guten Werkzeugen und Verbrauchsmaterial. Aber fast noch wichtiger ist die Bekanntschaft mit einem Uhrmacher "um die Ecke", der einem mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn auch das Forum mal Ratlos ist.

@Schraubendreher: Natürlich hast Du Recht, viele Uhren sollten einem Uhrmacher überlassen werden. Nicht, damit der Geld verdienen kann, sondern weil viele Uhren wirklich erhaltenswert sind und fachkundige Hilfe benötigen. Aber eine Junghans-Wanduhr? - Junghänschen, jetzt nicht hauen. Aber zu 95% war die Produktpalette von Junghans um 1900 und später billige Massenware und auch heute noch findet man diese Erzeugnisse zu Hauf auf Flohmärkten, bei Wohnungsauflösungen (und manches mal mit wahnsinnig überhöhten Preisen in Gebrauchtwarenramschläden).

Ich ging davon aus, daß, je tiefer das Gewicht des Pendels hängt, desto mehr "Schwung" in die Sache kommt, damit die Uhr kontrolliert ablaufen kann und nicht dauernd stehenbleibt, bzw. ohne Pendel zu schnell läuft.
Im Prinzip nach den Gesetzten der Mechanik hast Du Recht. Aber (muss ja kommen, gelle :shock:) die paar Millimeter, die diese Schraube verstellt werden kann, sind einfach für eine Wirkung zu wenig.
Das vergrößern der Pendelmasse bewirkt einen größeren Ausgleichsschwung. Das Tieferstellen aber nicht. Und durch das verstellen der Schraube wird "nur" der Massenschwerpunkt der Pendellinse verändert, aber keine Masse (Gewicht) hinzu gefügt,
 
johnnyra

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Zwischenstand: sie hat dank eurer Tipps durchgehalten.

Ich werde sicher keine Revision von der Qualität eines Profis abliefern können. Realistisches Ziel wird sein, die Uhr von ihrem jahrealten Dreck und alten Schmierstoffen zu befreien. Und sie so in einen Zustand zu versetzen, in dem sie ihren Zweck erfüllen kann, ohne dabei mit jeder Bewegung nur den Verschleiß der Lager etc. voranzutreiben. Bei den sichtbaren Teilen geht's natürlich auch um optische Aspekte. Bei der Messingfront der Pendelscheibe lässt sich durchaus ein schöner Glanz zurück holen. Und natürlich ein Gehäuse.

@Der Stromer Ich darf keinesfalls zu tief in die Materie eintauchen, ich muss eher aufpassen, nicht noch mehr Hobbys zu entwickeln. Ich möchte es mit der Aktion nicht übertreiben und nur das machen, was wirklich nötig ist, um das genannte Ziel zu erreichen.

Aber vielleicht könnt ihr mich bei meinem Vorhaben noch ein wenig unterstützen. Fangen wir mal mit einem Plan an:
1. Das Werk von allen Seiten fotografieren und beim Zerlegen ggf. Notizen machen. Alles als Hilfe für den späteren Zusammenbau.
2. Zerlegen. Die Federn würde ich da glaube ich nur sehr ungern aus ihren Gehäusen holen, was meint ihr?
3. Grobe vorreinigen und entfetten mit einer Zahnbürste
4. Ultraschallbad bei einem Bekannten nehmen
5. Schmieren und wieder zusammensetzen
6. Daumen drücken

Kommt das hin?
 
Der Stromer

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Ich machs mit Nummern!
1.) Jau. Bitte zwei Schachteln hinstellen. Eine fürs Gangwerk und eine fürs Schlagwerk. Macht den Zusammenbau einfacher!
2.) Kennst Du einen Uhrmacher, der das für Dich machen könnte? Denn verdeckte Federn kleben gern und die Uhr bleibt wieder stehen!
3.) Jau.
4.) Das wäre super (nicht für Dich, aber das Werk)
5.) Ich würde Ölen :ok:. Aber wirklich nur in das Lager. Und nicht vergessen: Die Lager mit Putzholz sauber machen, bis das Holz nicht mehr schwarz ist.
6.) Das wichtigste.
7.) Das allerwichtigste: En Flasch Bier für danach:prost:
 
johnnyra

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Zwei Schachteln. Guter Punkt. Mindestens.
Der Uhrmacher meines Vertrauens hatte 2018 Wartezeiten, da kam einem das Grauen... Aber für diesen Job fände sich vielleicht ein anderer. Ich hatte gehofft, die Federn bekommt man halbwegs mit Chemie sauber, ohne sie auszubauen.

Muss das ein Spezialöl sein? Der Haushalt bietet Nähmaschinenöl, Ballistol und als wohl wertigstes Produkt ein Lageröl für Plattenspieler (namens SFW0010).

Nummer 7 hatte ich für selbstverständlich betrachtet und gar nicht erst erwähnt. Zumal die 7 an verschiedenen Stellen im Prozess einzufügen ist ;-)
 
Der Stromer

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Schönen Sonntag :klatsch:

Zu den Federn: Einfach mal anrufen und fragen. Mehr als NEIN sagen kann er nicht und vielleicht darfst Du ja mit dem Federwinder für Großuhren die federn selber bearbeiten. Wenn das wider Erwarten nicht geht, schreib mir mal ne PN. IM Haus bekommt auch Uri Geller die Dinger nicht sauber. Dazu haben die Windungen zu viel Schmackes und das Fett kommt da nicht zwischen.

Das ist Deine Uhr. Du kannst auch heiß gepresstes Olivenöl nehmen. Aber das wird der Uhr nicht zum zeigen der Zeit verhelfen. Was glaubst Du, warum es Uhrenöle gibt? Um WD40 und Ballistol ein Geschäft zu vermiesen? Benutze mal hier im Forum die SUFU (Suchfunktion) und Du findest sicher Hinweise zum WARUM.

Frage an die Allgemeinheit: Ist eine Uhr ein Plattenspieler? :pics:
 
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Matthias MUC

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Okay, ich hab mich mal dran gesetzt. Die Federn sind entspannt, Vorder- und Rückseite sind nahezu komplett zurück gebaut. Aber halt, es gerät ins stocken. Auf der Zeigerwelle ist ein Bauteil befestigt, das das Schlagwerk halbstündlich auslöst. Daher ist seine Position auf der Welle auch nicht beliebig. Es scheint verpresst zu sein. Da ich überhaupt keine Eile habe und ich nicht daran denke, irgendwelche unüberlegten Schritte zu ergreifen, frage ich lieber mal in die Runde:
Wenn ich mir ansehe, was an dieser Welle zwischen den Platinen noch so dran hängt, scheint es mir, als komme ich nicht drum rum, das Teil abzuziehen, bevor ich die Frontplatine abschraube. Was denkt ihr?

 
Der Stromer

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Nachdem Du das Rätsel der Ölung gelöst hast, bin ich mal so frei und kläre Dein Rätsel.
Das ist die Minutenwelle. Auf der sitzt vor dem Ziffernblatt der Minutenzeiger. Und der Nocken, den Du da so schön markiert hast, löst, wie Du richtig erkannt hast, den Schlag aus. Kurzer Nocken: Halbstunde, langer Nocken: Vollstunde. Hinter der Werkplatine sitzt auf dieser Welle nur noch die Zeigerreibung (damit man am Zeiger die Zeit einstellen kann - das Werk dreht sich dann ja nicht mit). In den meisten Konstruktionen ist die Zeigerreibung mit einer Topfscheibe, die durch Spannung auf des Rad gedrückt wird, realisiert. Diese Topfscheibe (es kann auch eine 4-Flüglige Federscheibe sein) sollte mit einem Sicherungsring an der Welle auf des Rad gedrückt werden. Diesen Ring abnehmen - VORSICHT, der hat Flügel!! und kann fliegen - und Du kannst die Topfscheibe und das Zahnrad abnehmen. Jetzt stört den Abbau eigentlich nur noch das Widerlager für das Zahnrad und das ist gepresst. Also, diese Welle bekommst Du nur raus, wenn Du einen Abzieher oder anderes entsprechendes Werkzeug hast. Hatte ich anfangs auch nicht und so habe ich die Welle einfach drin gelassen. Denn wenn das Lager dieser Welle noch weitgehend in Ordnung ist (und das ist es meistens) macht das auch nichts. Die Stellung braucht Dich bei diesen Teilen noch nicht zu interessieren. Das kommt erst beim Schlagwerk auf der linken Seite. Mach viele Bilder! Besser 2 zu viel als 1 zu wenig!
 
johnnyra

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Danke für deine ausfürhliche Beschreibung. Es ist eine 4-flügelige Federscheibe, die in diesem Fall mit einem Stift statt einem Sicherungsring gesichert ist. Ich war ja davon ausgegangen, alles von der Vorderseite her zu demontieren, weil vorn die Muttern sind. Nach genauer Betrachtung wird es aber von der Rückseite her leichter sein.
 
carondeb

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Gehäuse fehtt natürlich -war evtl. dem Holzwurm zum Opfer gefallen.
Ach was, das ist eine Skeleton :)
Schaut auch so recht gut aus!

Nachtrag: es empfiehlt sich, die Stellung der Schlagwerk-Zahnräder zueinander genau zu fotografieren, da diese für das korrekte Schlagen auch korrekt zueinander stehen müssen.
 
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johnnyra

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Hier ging es natürlich auch ein wenig weiter und ich melde Vollzug. Das Werk hat weniger Teile als ursprünglich vermutet. Jetzt kommt das Reinigen. IMG_20200502_125735.jpg
Nächste Woche gehe ich mal einen Profi besuchen , der sich hauptberuflich mit solchen Zahnradungeheuern beschäftigt. Wegen der Federtrommeln.
 
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