Alpina Taschenuhr (Gustav Kluge Eisleben)

Diskutiere Alpina Taschenuhr (Gustav Kluge Eisleben) im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo zusammen, ich habe hier eine alte Taschenuhr von Alpina. Sie war völlig schwarz oxidiert, habe sie gewienert und nun glänzt sie wieder...
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Mc_Gyver

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Hallo zusammen,

ich habe hier eine alte Taschenuhr von Alpina. Sie war völlig schwarz oxidiert, habe sie gewienert und nun glänzt sie wieder. Ich vermute mal (massiv ?) Silber? Ob sie mal komplett vergoldet war? Auf jeden Fall ist am hinteren Deckel noch ein umlaufender Ring in einer anderen Farbe zu erkennen, sieht aber irgendwie kupfern aus. Zumindest dürfte Gold doch nicht oxidieren.

Sie hat einen Durchmesser von 52mm und eine Höhe von 14,6mm. Es ist ist unter anderem etwas von 1896 eingeprägt.
Die von zu erkennende Beschädigung ist auf dem Zifferblatt und nicht am Uhrglas (kein Glas). Soweit ich das zwischenzeitlich beurteilen kann handelt es sich um ein 18''' Kaliber.

Was sagen die Profis zu dieser Uhr würde mich interessieren?

Vielen Dank und viele Grüße!

René

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Hallo Rene,
das Gehäuse hast du ja wieder prima hinbekommen. Nun würde ich das milchige und vergilbte Glas noch tauschen (sehr einfach: Altes Glas nach vorn rausdrücken, neues Glas von vorn reindrücken).

Das Zifferblatt hat zwei kleine Beschädigungen bei der 4 und der 10, darunter sitzen an der Hinterseite die Zifferblattfüsse. Man kann das auch relativ leicht mit sog. 'Emaille-Sprühlack' reparieren: etwas Sprühlack z.B. in einen leeren Flaschendeckel oder eine Plastik-Umverpackung sprühen, dann den Lack z.B. mit einer Zahnstocherspitze aufnehmen und in die Risse und Löcher schmieren (NICHT auf das Blatt sprühen!!). Am Anfang ist das Zeug ganz dünnflüssig und zieht sich kapillar in Risse, die dadurch oft ganz verschwinden, durch Warten wird es etwas dickflüssiger und istr dann zum Auffüllen von Löchern gut geeignet. In Löcher muss man mehrmals dünnere Lagen geben und dazwischen etwas warten, da sich das Volumen des Lacks beim Trocknen zusammenzieht.

Ausserdem wurde auf dem Blatt ein Papierchen mit den Post Meridiem Stunden nachträglich aufgeleimt, das inzwischen vergilbt und abgeschabt ist. Das bekommt man mit Wasser, dem etwas Spüli beigemischt wurde, sehr leicht ab (evtl mit einem Zahnstocher abreiben, falls es nicht von selbst abgeht) - und man sollte es m.E. auch entfernen, weil das Zifferblatt ohne diese 'Verschönerung' viel besser aussieht.
Ohnehin muss das Zifferblatt vor dem Auffüllen der Risse mit Lack gesäubert und entfettet werden (am besten geht es in einem Ultraschallbad).

Gruss Andi

PS: Zum Reinigen muss man allerdings Zeiger und Zifferblatt vom Werk abnehmen...
 
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Ruebennase

Ruebennase

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Ich sage mal , dass Du da eine leicht getarnte Zenith hast :-). Das Werk ist ein Zenith und entsprechend der Staubdeckelangaben wurde die Uhr vermutlich komplett für die Alpina/verbund produziert. Von der Union Hologere sind mir analoge Uhren bekannt. ( bidfun-db Archiv: Uhrwerke: Alpina, Union Horlogre SA, Bienne, Genve, Besancon, Berlin ). An den Endkunden wurde die Uhr von Gustav Kluge in Eisleben gebracht. Na, das ist ja mal eine wirklich "sprechende Uhr", wenn es nur immer so eindeutig wäre :-) .

Das Gehäuse ist ein klassisches Silbergehäuse seiner Zeit. 800'er Silber und mit einer Rotvergoldung am Rand verziert ( wird als Galone bezeichnet).

Danke für das Zeigen
 
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Mc_Gyver

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Hallo,

erst mal vielen Dank für die Tips und Infos! Ich denke, da werde ich mich an die "sprechende Uhr" ran machen. :-) Vor den Zeigern habe ich keinen Bammel und ein Ultraschallbad habe ich mit speziellen Reiniger.

Habe mal nach dem besagten 'Emaille-Sprühlack' geschaut. Geht der hier?: Badewannen Lack Emaille Reparatur Lack 400ml Farbe Keramik Weiß Weiss | eBay

Was mache ich am besten mit dem Uhrglas? Soll ich wieder Kunstoff nehmen oder echtes Glas? Wo habe ich eine gute Auswahl an solchen Uhrgläsern wegen der Form, sprich Wölbung? Ich messe 44,7mm. Was ist das alte Uhrglas eigentlich für ein Material? Kunststoff vor über 100 Jahren, hmmm....

Ist Zenith was russisches? Zumindest kenne ich diesen Markennamen von russischen Fotoapparaten.

Viele Grüße

René
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Ist Zenith was russisches? Zumindest kenne ich diesen Markennamen von russischen Fotoapparaten.

Ähh - JA! Auf vielen Zenith Uhren wurde rein zu Tarnzwecken "Swiss Made" an den Zifferblattrand und / oder ins Werk gedruckt / gepunzt.
Sollte ja niemand wissen, dass die russische Bevölkerung schon zur Zarenzeit nach der Feldarbeit heimlich Taschenuhren fertigte, mit denen dann der Rest der Welt überschwemmt werden sollte. Bei diesen millionenfachen Unikaten ist auch eine kleine Sabotageklinke eingebaut, die dafür sorgen sollte, dass alle diese Uhren am 31. November 1917 Punkt 12:00 Uhr stehen bleiben. Dem Plan kam jedoch dann die Geschichte mit der Oktoberrevolution dazwischen. Statt der geplanten Uhrsabotage lösten sich stattdessen die gesamten Produktionsmittel für Taschenuhren in Luft auf, was zur Folge hatte, dass die Russen nach 1917 den Amerikanern eine ganze Taschenuhrenfabrik abkauften und in Russland aufbauten.


Und nun im Ernst: NEIN! Zenith ist reinste Schweiz. Außerdem wird die russische Kameraproduktionsstätte ohne H geschrieben.

Zum Vergleich:
ZENITH = Schweizer Uhren
ZENIT = Russische Fotoapparate

Gruß,
Unruhgeist
 
Ruebennase

Ruebennase

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HUuups...nun ja nur weil man an einem Auto erfolgreich herum schraubt , muß man nichts zwangsläufig wissen, dass es neben VW, Mercedes und BMW noch Audi oder Opel gibt, aber bist Du dir sicher was du tun sollst und wie das geht ? Mir wird ein bissel bange um das Ührchen. Die technische Seite wie ein Werk vor der Reinigung zerlegt wird etc, ist Dir schon klar und die klopst auch nicht die Uhr inkl. Aufzugsfeder mal eben komplett ins Bad ?? Zenith -tse bemühe einfach mal die Suchfunktion oben rechts. Es wird Beispiele sprudeln. Im UF sah ich da keine Notwendigkeit die Firmengeschichte seit 1865 auf zu schreiben. Deine Uhr ist etwas über 100 Jahre alt. Sei bitte vorsichtig - Du solltest zwar keine Angst, aber gebürlichen Respekt vor den Fähigkeiten der Macher haben und die Uhr bewahren.

Natürlich gehört ein "normales" Mineralglas 447'er für Lepine auf die Uhr. Ich würde mir sicherheitshalber 1/10 tel drüber und drunter besorgen. Das Rund ist nie perfekt rund.

Grüße

@Unruhgeist: Yepp :super:
 
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andi2

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Hallo Rene,
der Keramiklack ist genau richtig. Am besten an einer nicht sichtbaren Stelle (Rand oder so) ausprobieren, ob der Farbton übereinstimmt. Zuerst die Zeiger vorn abziehen, zum Rausnehmen des Werks die Krone auf Stellen ziehen und dann das kleine Schräubchen am Werk, das direkt unterhalb des Pendants sitzt langsam aufdrehen und dabei an der Krone leicht ziehen, bis sie rauskommt (Schraube nicht ganz rausdrehen). Dann Werk vorn entnehmen. Zum Abnehmen des Zifferblatts die Halteschrauben lösen (i.d.R. auch nicht ganz rausdrehen) und das Zifferblatt vorn abziehen. Bei diesem Werk sieht man die Halteschrauben nicht von hinten, sie liegen wohl seitlich am Rand. Das Zifferblatt hast du jetzt vom Werk gelöst und du kannst es reinigen, am besten mit moderater Schwingung im Ultraschallbad in Wasser mit Spüli. Gut trocknen lassen und schauen, ob es noch Fettschlieren etc. gibt. In diesem Fall reinige ich das Blatt noch durch Abreiben mit Brennspiritus (oder Waschbenzin). Danach kannst du den Lack aufbringen. Evtl. kannst du die schlecht gemachte Reparatur bei der 4 vor der ganzen Prozedur mit einem Skalpell etc. etwas abtragen, damit du dort nachher keinen Lackknubbel bekommst.
An den Zeigern musst du nichts machen.
Beim Glas kannst du Echtglas oder Plastik nehmen. Original war sicher Echtglas (Mineralglas) drauf. Was das genau ist bei alten Taschenuhrgläsern, weiss ich nicht, aber wahrscheinlich ist es einfach Fensterglas. Du solltest das alte Glas rausdrücken, dann mit Schieblehre etc. auf 1/10 mm genau messen und dann erfahrungsgemäss das neue Glas 1/10 mm grösser nehmen. Die Glasgrössen sind entweder in mm gemessen (ohne Komma), also bei deiner Grösse wäre es ein Glas 447 oder 448 (evtl wie Ruebennase empfiehlt auch noch ein 446 besorgen), z.B. hier:
Uhrengläser Gläser FÜR Taschenuhren Auswahl IN 1 10mm | eBay
oder bei alten Gläsern in Linien, da musst du auf dem Netz eine Umrechnungstabelle Linien: Millimeter suchen (viele Anbieter posten eine Tabelle in ihrem Angebot, z.B. in der Bucht)

Die Reinigung eines Werkes und das anschliessende Ölen ist eine schwierige Prozedur, denn das Werk muss zumindest z.T. zerlegt werden (das muss man dann wieder richtig zusammenbekommen!). Dazu ist einiges an Vorwissen nötig: Feder entspannen, Unruhe abnehmen, Federhaus rausnehmen, wo muss man wieviel ölen... und... und... und. Auf keinen Fall Alkohol bei der Reinigung benutzen, sonst geht zumindest die Ellipse flöten (oder auch die Paletten), die ist mit Schellack angeklebt.
Dafür lieber einen Uhrmacher suchen...

Gruss Andi

PS: Bei den Gläsern kein Savonette / Hunter - Glas nehmen (für Sprungdeckeluhren, zu dünn,
sondern ein Lepine / Open Face - Glas (dicker)
 
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Mc_Gyver

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Hallo,

geballtes Wissen, super! Habe mal nach Zenith gegoogelt, oh Gott Luxus... , dann scheint die Uhr einiges Wert zu sein.

Angst - nein, Respekt unbedingt! ;-)

Nicht verrückt machen, ich habe ein ausgeprägtes Fingerspitzengefühl und bin Feinmotoriker, schon seit Jahrzehnten. Ich tuhe nichts was ich mir nicht zutraue und schon gar keinen Schaden mache. Natürlich verfüge ich nicht über das geballte Uhrmacherwissen aber ich gehe sehr vorsichtig und logisch zu werke. Auch verfüge ich über entsprechendes Werkzeug. Achso, ich vergas zu erwähnen, mein Opa war Goldschmied und da hat einiges abgefärbt.

So, den Lack besorge ich nun erst mal.


Ich bin mit dem Uhrglas etwas verunsichert. Das Glas (Plast) habe ich raus, ging ganz leicht. Das Zifferblatt ist ja tatsächlich noch schneeweiß. Ich messe exakt (12zu6, 3zu9, und jeweils diagonal) die Metallkante der Uhr mit 44,7mm. Das geht ja dann noch schräg nach innen größer.
Das vergilbte Uhrglas, ich messe die Außenkante mit exakt 45mm.
Sollte ich dann nach 449, 450, 451 schauen?

Gruß

René
 
andi2

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Nach meiner Erfahrung misst man genauer am Glas als am Metallrand des Glasrings. Ich glaube 447 wäre etwas zu klein. Da das alte Glas leicht rausging (und wohl auch sehr leicht wieder rein), solltest du mindestens 450 nehmen (evtl. eher 451).
 
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Mc_Gyver

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Hallo zusammen,

es geht weiter...

Habe zwischenzeitlich zwei Gläser 450 und 451 bestellt.

Weiterhin habe ich die Zeiger abgenommen (waren sehr leicht drauf) und das Werk ausgebaut. Dazu mussten eigentlich nur die beiden Schrauben raus. Dann konnte ich das Werk schräg rausnehmen. Die Aufzugswelle bleibt im Pendant, sie besteht aus einem Vierkant, der in ein entsprechendes Gegenstück im Werk greift.

Am Mittelloch ist die Keramik auch beschädigt, hat man vorher durch das trübe Glas gar nicht gesehen. Die Schadstelle bei 4 Uhr habe ich vorsichtig bearbeitet. Offensichtlich wurde dort irgendwann mal von jemandem so etwas wie Gips o.ä. reingeschmiert. Ging recht leicht und rückstandslos raus. Dadurch ist logischerweise ein Stück (der nachträglich bemalten 4) verloren gegangen. Habe ja Bilder vorher gemacht, für die dann folgende Restauration.
Am Papierschildchen habe ich mal vorsichtig gekratzt, geht sehr leicht ab. Würde ich abweichen wollen.

Wie das Zifferblatt nun abzunehmen ist ist mir rätselhaft. Ich kann dazu nirgens irgendwelche Schrauben oder eine andere Art der Befestigung erkennen. An den Seiten, also bei der 4 und der 10 sind jeweils eine kleine Einbuchtung. Vielleicht nur eingeschnappt? Habe mal von 4 und von 10 Uhr fotografiert, seht selbst...
Ich möchte nichts kaputt machen, deshalb warte ich was Ihr dazu sagt bevor ich weiter mache.

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mausiele

mausiele

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Hallo René,

kannst du bitte auch noch ein Foto vom Werk in der "Draufsicht" zeigen.
Vielleicht kann man dann Zifferblatthalteschrauben erkennen.

Gruß, Hans

Sorry, habe das Werksfoto in deinem ersten Beitrag erst jetzt entdeckt.
Da sind leider keine Zifferblatthalteschrauben zu erkennen.
Aber wie sieht es denn mit dem Ring um das komplette Werk aus?
Kannst du den vielleicht nach hinten runterschieben?
Vielleicht verstecken sich darunter die gesuchten Schrauben.

Gruß, Hans
 
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Ruebennase

Ruebennase

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Das ist schon richtig, dass bei Zenithwerken die Zifferblattfüßchen seitlich verschraubt sind. Hier befindet sich um das Werk noch ein Werkhaltering. Dieser müßte einfach nach unten ab zu ziehen sein.

Liebe Grüße
 
Unruhgeist

Unruhgeist

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Der Werkhaltering kann bei der Körnung mit eine Schraubendreher leicht abgehebelt werden. Aber aufpassen, dass die Klinge nicht zwischen Zifferblatt und Werk angesetzt wird. Sonst hat sich das mit dem Zifferblatt gleich erledigt!
Die kleine Abkantung der Werkoberkante ist der richtige Ansatzpunkt. Auf der gegenüberliegenden Seite ist noch so eine Körnung. Dort auch mit einem Schraubendreher etwas hebeln, dann ist der Werkhaltering lose und kann abgezogen werden.

Anschließend prüfen, ob die Zugfeder völlig entspannt ist. Wenn ja, dann erstmal die Unruhbrücke samt Unruh ausbauen. Dann ist eines der empfindlichsten Teile schon mal in relativer Sicherheit. Anschließend den Anker raus (Vorsicht, auch sehr empfindlich), danach das Ankerad usw.

Gruß,
Unruhgeist
 
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Mc_Gyver

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Hallo zusammen,

tatsächlich ein Ring. Ist so präzise gefertigt, daß der Spalt so gut wie gar nicht zu sehen war.

Ging auch ganz problemlos ab.

Nun ist das Zifferblatt ab und mein Verdacht hat sich bestätigt. Ein "Berserker" hat wohl mal zum Lötkolben gegriffen. Naja, die Hitzeentwicklung ist der Keramik natürlich nicht gut bekommen. Zumindest dürfte derjenige einen ordenlichen Schrecken bekommen haben (nützt mir aber leider nichts). Wer weiß wieviele Jahrzehnte das her ist. Was wohl mit den originalen Zapfen passiert war?

Gleich noch ein Bild von der anderen Seite des Werks.

So, und nun ab in´s Ultraschallbad... :-)


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Ruebennase

Ruebennase

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Diese Aufzugsvariante mit dem im Gehäuse verbleibenden Vierkant ist ein sogenannter "Negativ Aufzug" das hatte ich vorhin überlesen, wie er vom amerikanischen Markt gefordert wurde. Die Uhrwerkshersteller exportierten ja häufig nackte Uhrwerke über den Teich auf Grund der Einfuhrbestimmungen für Uhren. Alles prima so und sollte so im Gehäuse verbleiben. Diese Aufzugsvariante taucht immer mal wieder auch in rein europäischen Uhren auf. Da war man ganz pragmatisch. Viel Glück und nicht zu hoch stellen das Bad. Ich persönlich bevorzuge immer das Einweichen über nacht in Spühlmittelwasser.

Liebe Grüße
 
andi2

andi2

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Hallo Rene,
prima Arbeit hast du bis jetzt geleistet und das ganze auch noch mit sehr guten Fotos dokumentiert. Aber für einen Mc Gyver ist das ja wohl nix besonderes... Dem was Unruhgeist und Ruebennase geschrieben haben, kann ich nix gescheites mehr beifügen- da bist du mit Tipps in guten Händen (viel mehr Erfahrung als ich).
Das mit dem amerikanischen Aufzug hast du ja schon selbst rausgefunden - dass es bei dieser Uhr diese Konstruktion sein könnte, hätte ich nicht erwartet. Bei diesen Uhren geht das Ausschalen fast von selbst. Gewisse Nachteile hat es dann, dass beim ausgebauten Werk die Welle nicht mehr zur Verfügung steht, z.B. um die Aufzugfeder zu entspannen (bei solchen Uhren am besten vorher schon machen, sonst wieder kurz einbauen).
Viel Erfolg bei der restlichen Arbeit, hoffentlich passt eins der Gläser.
Gruss Andi
 
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FritzP

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Nun ist das Zifferblatt ab und mein Verdacht hat sich bestätigt. Ein "Berserker" hat wohl mal zum Lötkolben gegriffen. Naja, die Hitzeentwicklung ist der Keramik natürlich nicht gut bekommen. Zumindest dürfte derjenige einen ordenlichen Schrecken bekommen haben (nützt mir aber leider nichts). Wer weiß wieviele Jahrzehnte das her ist. Was wohl mit den originalen Zapfen passiert war?
Es ist durchaus fachgerecht, neue Zifferblattfüßchen mittels Weichlöten anzubringen.
Es gibt dafür auch ein spezielles Werkzeug.
Die Schäden entstehen in der Regel aber durch unsachgemäße Versuche beim entfernen des Zifferblatts.

Gruß Fritz
 
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Mc_Gyver

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Mittlerweile habe ich die Krater mit dem weißen Keramiklack randvoll bekommen. War eine sehr langwierige Prozezur, logisch da ja das Lösungsmittel immer wieder verdunstet.
Nun ist es rund um den Krater und die ganze ausgegossene Fläche natürlich nicht absolut plan. Wie ebene ich das alles nun auf ein Niveau ohne Schaden durch Schleiferei am Zifferblatt zu machen? Hmmm....?

Das "Papierchen" habe ich abgeweicht, sieht so wirklich besser aus. Ein neues Glas habe ich ebenfalls schon drin.

Was ich noch nicht so wirklich weiß: Um was für ein Werk handelt es sich nun eigentlich genau bei der Uhr? Es wird doch auch irgendwie eine Bezeichnung haben?

Viele Grüße

René
 
Thema:

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