Alpha Explorer 36mm

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herrschneider

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Es ist nämlich so: Meine erste „richtige“ Uhr war eine Max Bill mit 34mm Durchmesser – eigentlich perfekt für meine 15cm-Handgelenke. Aber dann kam das Uhrforum. Ich begann, mich für fette Siebzigerjahreuhren zu begeistern und für moderne Diver, ich wurde mutiger, meine Uhren wurden größer, mittlerweile schnalle ich mir auch 42mm-Exemplare ans Gelenk und es sieht gar nicht so schlecht aus. Aber gelegentlich schiele ich auf kleinere Modelle und überlege, ob die nicht viel besser ins Portfolio und an meinen Arm passen würden. Die gezeigte Alpha mit 36mm Durchmesser sollte ein Test in diese Richtung sein. Und sie schlägt sich gar nicht übel.

Positiv: Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr ordentlich. Mehr kann man in der Preislage nicht erwarten. Saubere Übergänge zwischen gebürsteter Front und polierten Flanken, eine exakt sitzende polierte Lünette, ein flaches Sapphirglas und eine verschraubte, signierte Krone für 5 atm Wasserdichtheit. Bemängeln ließe sich hier lediglich der vergleichsweise kurze Gewindetubus.

Das Zifferblatt in metallischem Blau wirkt eher dunkel und fängt erst bei Sonnenlicht an, auf das Schönste zu funkeln. Alle Indizes sind sauber gesetzt, der Druck erscheint nur auf Makrofotos etwas ausgefranst. Negativ fällt bei genauem Hinsehen die gegenüber den Indizes leicht andersfarbige Lume der Zeiger auf. Auf einen Nightshot habe ich aus nachvollziehbaren Gründen verzichtet – der hätte nicht besonders eindrucksvoll ausgesehen.

Hauptkritikpunkt der Uhr ist, wie meist bei den Chinesen, die dünne, wacklige Blechschließe und das klapprige Band, das zwar mit massiven, verschraubten Gliedern daherkommt, aber insgesamt nicht sehr hochwertig wirkt. Das können andere chinesische Marken mittlerweile besser.

Verbaut ist ein Seagull ST 16, das optisch nicht viel her macht und daher zu Recht hinter einem verschraubten Stahlboden versteckt wurde. Technisch liefert das Werk allerdings keinen Grund zu meckern, es läuft im Auslieferzustand gleichmäßig mit 10 Sekunden im Plus. Ich werde das noch ein paar Wochen beobachten und ggf. regulieren.

Fazit: Eigenständigkeit kann man der Uhr beim besten Willen nicht zugestehen, aber sie macht einen ordentlichen Job, ist prädestiniert für Leder- und NATO-Experimente und trägt sich super angenehm. Der für mich entscheidende Faktor: Sie hat mich darin bestärkt, künftig den Fokus wieder auf kleinere Modelle zu richten. Das gestalterische Vorbild der Alpha kommt mir zwar sicher nicht ins Haus, aber auch die preisliche Mittelklasse hat ja einiges zu bieten.

Ich schau mich dann mal um.

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Technische Daten:

Maße: 36 x 44 x 12,6 mm (o.K.)
Anstoßbreite: 20 mm
Gehäuse, Lünette und Armband: 316L Edelstahl
Glas: Sapphir
Kaliber: Seagull ST 16
Krone: verschraubt, signiert
Boden: Stahl, verschraubt
 
Zuletzt bearbeitet:
BBouvier

BBouvier

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Danke sehr, Herrschneider!

... auch und insbesondere für die prächtigen Bilder! :winken:

Beste Grüße!
BB
 
TimeWarp

TimeWarp

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Sehr schöne Alpha, von Dir perfekt eingefangen! :super:

Auf Deinen tollen Pics schaut sie sehr hochwertig und sauber verarbeitet aus, erst recht in dieser Preislage. Das blaue ZB kommt edel und nicht zu knallig.

Vor Ewigkeiten hatte ich auch mal ein paar Alphas. Damals war ich von der Qualität nicht sonderlich angetan. Da hat sich offenbar was verbessert. :-)

Das Velours ist toll, richtig gut gefällt sie mir dennoch an Stahl.

So oder so: weiterhin viel Freude mit der Schönen! :super:
 
Mueller27

Mueller27

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Schaut doch gut aus.

Und das Klapperband und die Blechschließe sind eben ein gewollter Anklang an das Feeling des Originals.
Dessen Band und Schließe schauen auch arg billig aus, wobei der bedeutende Unterschied schon ist, dass Rolex wusste was sie tun und ein originales Explorerband trotz Billig-Feelings eben so gut gemacht ist, dass es problemlos 10 oder 20 Jahre Dauertragen durchhält.

Bei ALPHA habe ich meine alten Vorurteile aus den 00er Jahren als Alpha den absoluten Bodensatz der Hommagen darstellte, Uhren die so gebaut waren dass es ihre einzige Aufgabe war zwei oder drei Monate nach dem Kauf durchzuhalten, dann zerbröselten die sehenden Auges bei ihren Besitzern am Arm.
Kann aber natürlich sein, dass auch ALPHAS heute qualitativ besser sind, die ganzen China-Uhren in der preislichen Einstiegsklasse sind ja heute auf einem ganz anderen Level als damals, als die ALPHAS bei uns auftauchten,
 
herrschneider

herrschneider

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Danke euch. Ich bin tatsächlich sehr zufrieden mit der Uhr. Hatte schon ganz vergessen, wie angenehm es ist, so ein leichtes Teil am Handgelenk zu haben: Am Veloursband ist sie gerade einmal 60 Gramm schwer. Da vergisst man glatt, dass man überhaupt eine Uhr trägt.

Vor Ewigkeiten hatte ich auch mal ein paar Alphas. Damals war ich von der Qualität nicht sonderlich angetan. Da hat sich offenbar was verbessert. :-)

Bei ALPHA habe ich meine alten Vorurteile aus den 00er Jahren als Alpha den absoluten Bodensatz der Hommagen darstellte.

Da sagt ihr was. Vor dreizehn Jahren gab es im Uhrforum schon einmal eine sehr detaillierte Vorstellung dieser Uhr. Seit damals hat sich wohl einiges getan, vor allem hinsichtlich der verwendeten Materialien und der Qualität des Zifferblatts. Man vergleiche nur einmal die Beschaffenheit der Indizes! Nur beim montierten Band gab es offenbar keinen Fortschritt.
 
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