30ger Jahre Gehäuse neu vernickeln

Diskutiere 30ger Jahre Gehäuse neu vernickeln im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Peter, ich denke auch dass das Chrom ist. Nickel hätte nicht diesen Glanz und wäre allgemein grauer. Chrom runter zu bekommen ist schwer...
Schraubendreher

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Hallo Peter,

ich denke auch dass das Chrom ist. Nickel hätte nicht diesen Glanz und wäre allgemein grauer.
Chrom runter zu bekommen ist schwer, weil es deutlich härter ist als das Messing auf dem es aufgetragen ist. Ich würde den Auftrag ablehnen, wenn ein Kunde damit vor mir stünde. Zumal das Messing an den Stellen wo die Chromschicht durch ist schon richtig tief angefressen ist. Das Risiko das Gehäuse zu killen wäre mir zu groß und dann hätte ich wohlmöglich eine Schadensersatzklage am Hals. Nein danke.

Deshalb auch von mir der Tipp: lass die Uhr wie sie ist. Das ist mit passenden Zeigern ein tolles Vitrinenstück, das man sich gelegentlich mal ans Handgelenk bindet. Aber als Uhr zum täglichen Tragen eindeutig zu schade. Und egal was man damit anstellt, besser wird sie dadurch nicht.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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PeterGunther

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Ich bin immer noch der Meinung das es kein Chrom ist, werde aber es prüfen lassen. Zum täglich tragen war sie sowieso nicht gedacht aber ich hatte schon die Absicht das Gehäuse wieder ansehnlicher zu bekommen. Hab mal im Netz nachgesehen, der Fraß auf dem Deckel und auch Gehäuse (aber mehr am Deckel) scheint weit verbreitet zu sein, hab andere (selbe Zeit, gleiches Gehäuse) Uhren mit den selben Spuren gefunden. Nun ja, all die Horrormeldungen werfen mich in meinen Träumen eines wieder toll aussehenden Gehäuses weit zurück.
 
ticker45

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Hallo Peter, ich beschäftige mich seit zwei Jahre mit Galvanik (Hobby).
Auf den Fotos sieht das Gehäuse wie verchromt aus, Nickel hat einen kleinen Stich in Gelbe. Außer Glanznickel. Grundmaterial sind die meisten Gehäuse aus der Zeit aus Tombak, verkupfert, vernickelt und als Endschicht verchromt.
Der erste Schritt wäre bei diesem Gehäuse, den Chrom mit einem Chrometripper zu entfernen.
Danach das Gehäuse polieren, aber tiefe Kratzer und Lochfraß werden bleiben.
Als Grundbeschichtung ist dann saueres Kupfer notwendig , ca. 5 Micrometer. Polieren, zweite Schicht Kupfer.
Als Zwischen Schicht dann Palladium, glänzend mit einem Stich ins Anthrazit. Das ist eine Sperrschicht zum Kupfer 3 Micrometer.
Als Endschicht könnte Glanznickel, nicht so hart. Oder weißes Palladium, teuer genutzt werden.
Gold, Silber, etc gehen auch.

Wie groß ist die Uhr? Krone und Gehäuse sehen wie ein Umbau einer Taschenuhr aus.
Was für ein Kaliber / Werk ist in der Uhr?

Ich habe vor zwei Monaten meine Junghans Taschen Uhr ebenfalls neu galvanisiert. Schwarzer Nickel als Endschicht.

Wenn Du kein neues Gehäuse erwartest, ist die Galvanik ein guter Weg zu einer tragbare Uhr zu kommen.
Gruss Andreas
 
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PeterGunther

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Sehr interessante Lehrstunde. Wann hat man den bei den Uhrengehäusen angefangen zu Chromen, in der Oldtimerei wohl eigentlich erst ab Mitte der 30er Jahre. Ich ging davon aus das es bei den Gehäusen zeitlich ebenso wäre.
 
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Galvanik ist schon sehr alt, erste galvanische Vergoldung 1805. Chrom weiß ich nicht so genau, habe aber von Chrysler gelesen in Autos 1920. Chrom selbst ist schon länger bekannt und wird in Eisen zu Korrosion Schutz bei gemischt.

Was ich immer vergesse, der Glanz bei der Galvanik kommt von der Vorbehandlung. Polieren polieren und nochmal polieren😓
Die Beschichtung ist mit seinen Micrometer nicht zum Ausfüllen geeignet.
Matt bleibt matt, was aber nicht schlecht aussehen muss.
 
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30 kHz

30 kHz

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Peter,

wie auch immer, das Problem ist doch, daß es in dem Gehäuse tiefe Korrosionen gegeben hat. Wenn Du denen auf den Grund gehst ... siehe Vorredner ... ist das Gehäuse verhunzt. Muß nicht sein.

Mal anders herum: wenn Dir was an der Uhr liegt, wirst Du sie so akzeptieren, wie sie ist. Mit ihrer Geschichte!!

Ich habe auch schon solche - Entschuldigung! - Leichen gehabt, und die Galvanik hat die Sache auch nicht wirklich verbessert. Die Berg- und Talfahrt bleibt natürlich, und am Ende des Tages hatte ich trotz Aufwand kein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis.

Manchmal - so leid es mir tut - muß man einfach Alterungsprozesse akzeptieren. Geht uns ja auch allen so ;-).

Vielleicht schaust Du mal nach einer vergleichbaren Uhr hier im UF oder auch in der Bucht, die in einem besseren Zustand ist, wo es sich lohnt, Geld zu investieren. Brauchste Geduld, aber bitte ...

Gruß Dirk
 
Schraubendreher

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Wow, verglichen mit dieser Mondlandschaft sieht Dein Boden ja noch richtig gut aus. Und das als „very good condition“ zu umschreiben sagt so einiges aus.
Aber man erlebt das oft, dass alte verchromte Uhren in einem solchen Zustand sind, wenn sie oft getragen wurden. Da Chrom edler ist als Messing oder Neusilber, gibt es bei beschädigter Oberflächen und Kontakt mit salzhaltiger Flüssigkeit (Hautschweiß) sofort eine chemische Reaktion, bei der sich das unedlere Material auflöst. Sprich das Grundmaterial, was zu diesem kariesartigen Lochfraß mit den charakteristischen scharfen Kanten führt.

Aufgrund seiner Härte ist Chrom ein gutes Beschichtungsmaterial, solange die Oberfläche unbeschädigt bleibt. Aber wenn sie erst mal durch ist, ist das Gehäuse meist schnell ruiniert. Und da reicht ein kleiner Kratzer.
Ähnliche Probleme führten auch regelmäßig zum vorzeitigen Ableben von Maurice Lacroix- und Oris-Uhren aus den 80ern, weil beide Marken bis dahin auch noch teilweise verchromte oder vergoldete Messinggehäuse eingesetzt haben.
Nicht schön das ganze. Es hat seinen Grund, dass solche Materialkombinationen heutzutage nur noch bei sehr billigen Uhren eingesetzt werden.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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Schweinesohn

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Chrom geht nicht ohne Nickel. Oft ist der Schichtaufbau: Grundmaterial/Kupfer/Nickel/Chrom
 
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AHVintage

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Das ist der klassische Aufbau, aber viele Uhrgehäuse sind offenbar direkt verchromt.

Frank
 
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Und ich lehne mich mal ein wenig weit aus dem Fenster: Das Ergebnis sehen wir ja ;)
 
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PeterGunther

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Die Kraterlandschaft auf dem Boden (bei meiner) sieht auf dem Bild erheblich schlimmer aus als sie ist. Es ist eigentlich mehr so als ob die obere Schicht (Nickel/ Chrom?) stellenweise weg ist. In etwa so wenn Farbe abgeplatzt ist. Wie gesagt, ich hab ein paar Firmen angeschrieben mit der Bitte um eine Empfehlung und warte mal ab. Trotz allem möchte ich noch mal Danke sagen für Eure Vorschlage, Einschätzungen und Informationen.
 

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sirtaifun

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Also ohne zu wissen ob das geht beim Auto gibt es einen Schritt um Unebenheiten wieder glatt zu bekommen vor dem lackieren das nennt sich "Füllern" wäre das bei einem Uhrengehäuse auch machbar? So weit ich weiss werden Löcher mit einer Art Kunstharz aufgefüllt dann wird das ganze geschliffen und poliert kann sogar verchromt werden.
Das kenne ich aus dem Autotuning wo es wahnsinnige gibt die den kompletten Motor in Chrom haben wollen ist ne Sauheimarbeit allein das Polieren.
 
Harpye

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Ich glaub frueher wurde das im Karosseriebau mit nem Löthammer gemycht..
 
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Also ohne zu wissen ob das geht beim Auto gibt es einen Schritt um Unebenheiten wieder glatt zu bekommen vor dem lackieren das nennt sich "Füllern" wäre das bei einem Uhrengehäuse auch machbar? So weit ich weiss werden Löcher mit einer Art Kunstharz aufgefüllt dann wird das ganze geschliffen und poliert kann sogar verchromt werden.
Das kenne ich aus dem Autotuning wo es wahnsinnige gibt die den kompletten Motor in Chrom haben wollen ist ne Sauheimarbeit allein das Polieren.
ich kenne es, dass z.B. Rostfraß etc. mit Zinn wieder aufgefüllt und geebnet wird. Dann verkupfern, polieren, verkupfern, polieren...

bei manchen Oldtimer Teilen gehts nicht anders mangels Ersatzteilen
 
Harpye

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Wieso? Pappschablonen und English Weel! Halt nicht bei Gussteilen. Aber ein Kollege hat seinen Austin teilweise so nachgebaut..
 
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Hallo Peter, füllen mit anderen Material ist schwierig, das ist meine Erfahrung. Ich habe schon eine für Galvanik entwickelt Füllmasse getestet, habe aber kein ausreichend Haftung hingekommen. Verfahren per Hitze halte ich gefährlich, da Tompak Messinglegierung aus Kupfer, Zink und Blei besteht. Wodurch sich bei Erhitzung Formänderungen ergeben können. Das kann bei Autoteile einfach wieder gerichtet werden, beim Uhr Gehäuse stelle ich mit das schwierig vor, oder Du besitzt eine Drehbank.
Mein Elektrolyt für Füllen von kleine Unebenheiten ist Silber, das kann bis zu 20micrometer beschichet werden.
Die Oberseite ist nicht so schlimm, gut polieren, saueres Kupfer, polieren, dick Silber 20g Silber pro Liter Elektrolyt minimum., Polieren, Palladium als Deckschicht, weißes Palladium als Glanzschicht. Das wäre meine Empfehlung für die Oberseite.
Beim Boden kommt es auf die Materialdicke an, Lochfraß so weit wie möglich ausschleifen.
Es wird aber nie wie neu aussehen, aber sehr schön Restauriert.
Ich muss mal Zinn Elektrolyt testen, das steht bei mir noch auf der Aufgabenliste :-)
Gruss Andreas
 
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