Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1
    Avatar von malikka
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    Taschenuhrenkapseln Glas wechseln ! Geht nicht ? Oder doch

    Hallo Gemeinde .
    Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema . Da ich in meinen Taschenuhren Ersatzteilekisten tief eintauchen mußte , um ein Ersatzteil zu suchen , haben mich 2 Junghans Taschenuhren mit Kapseln ganz traurig angesehen und um Hilfe gebettelt . Das Ersatzteil habe ich zwar nicht gefunden ,aber die Hilferufe habe ich vernommen . Und eine tiefe Stimme kam noch aus der hinteren Ecke ---von diesem Taschenwecker ,der wollte nun auch nicht alleine dort liegen bleiben .
    Leider hatte ich kein Foto von den defekten alten vergilbten Gläsern gemacht . Schien mir zu der Zeit noch nicht wichtig .
    img_0400.jpg

    Nur der schwarze Taschenwecker . Oh Gott ,das ist ja ein Eterna . Ja ,ja ich mach dich auch mit flott . aber wie ? und was bist du . Eisengehäuse ? Auf jedenfall erstmal entrosten mit Korund geht das prima .
    Die Kapseln ,dachte ich immer ist Pressblech vercromt . Deshalb sehen die auch oft so angerostet aus .
    img_0397.jpgimg_0399.jpgimg_0425.jpg


    Nun habe ich die alten Gläser entfernt und die Gehäuse gewaschen . Aber der Rost war noch gut zu sehen und ich habe ja meine Sandstahlkabine in Gange , was solls . Ich probiere es mal .


    Der ganze Keim und Rost ist nach dem Stahlen nun aus den Ritzen ,dem Scharnier und der Glas Falz raus . Sieht doch schon schön sauber aus .
    img_0407.jpg


    Die Gläser gingen sehr schwer raus , aber wie kriege ich da neue Gläser rein . Hat das schon mal jemand gemacht und hatte auch Probleme oder sogar eine Lösung gefunden ? Die Aussparungen sind mindesten 1 mm tief rund rum ,so stark lässt sich kein Glas biegen . Ich versuchs zuerst mit einem Savonettglas .
    Das erste ist mit 424 mm gleich zerbrochen .

    Dann versuche ich es mit einem alten Taschenuhrglas aus Zellulose -----------Keine Schance ------------Knack ,defekt , etwa zu alt ? ließ sich kein bischen biegen .

    Der zweite Versuch wieder Savonett 422 mm ging mit viel Mühe und Überredungskunst rein , aber es rutscht hin und her . Kleben ?, ach nöö. Ich biege mir jetzt einen 0,4 mm Draht rund und lege ihn innen mit ein , passt genau rein und wackelt nicht mehr .Also geht doch .
    img_0431.jpg

    Ich habe mich echt gemüht ,das könnt ihr mir glauben . Ich glaube ,da gibt's keinen Trick ,deshalb sind die auch meistens defekt ,oder gelb und niemand wechselt die freiwillig .
    img_0416.jpgimg_0417.jpg

    So nun nur noch die gestrahlten Gehäuse und Kapseln und alles passt irgentwie zusammen .
    Ach übrigens habe ich hier mal Korund mit Glasperlen gemischt . Korund schien mir zu dunkel , Glasperlen zu hell . Ich hab einfach mal gemischt und finde es eine gute Mischung . Nun weiß ich auch das sowas sogar geht . Probieren geht über studieren , oder ,wie war das ?

    img_0421.jpgimg_0422.jpg
    Vielen Dank fürs Reinschauen . Und sollte jemand einen Vorschlag zum einfachen Glaswechsel haben -- ich würde mich freuen davon zu erfahren .
    Geändert von malikka (08.01.2017 um 01:33 Uhr)

  2. #2
    Avatar von Ruebennase
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    Ein Vorschlag zum einfachen Glaswechseln habe ich leider nicht. Das Resultat der Kapsel sieht klasse aus. Das Gehäuse hätte ich allerdings "nur" einer stufenweisen Polierprozedur unterzogen und wenn die eine der andere Narbe etwas tiefer ist, dann wäre sie geblieben. Die Oberfläche sieht erstaunlich eben aus und besser als ich es kenne. Mir hatte mal Jemand zu Testzwecken ein Taschenuhr Chromgehäuse zur Entchromung gesandstrahlt und das Ergebnis war für eine elektrolytishe Veredelung absolut unbrauchbar. Das Gehäuse würde ich in jedem Fall noch brünieren, wie es sich meiner Meinung nach für ein TU Eisengehäuse gehört.

    Grüße Rübe
    Geändert von Ruebennase (08.01.2017 um 13:26 Uhr)

  3. #3

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    Hallo Marlies,
    bei den Kapseln wurde nach meiner Kenntnis das Glas nicht ersetzt sondern gleich die ganze Kapsel.
    Höchstens vielleicht in Mangelzeiten (Nachkriegszeit)?

    Ansonsten gefallen mit die matten Oberflächen recht gut.
    Geändert von FritzP (08.01.2017 um 13:15 Uhr)
    Gruß Fritz
    Man sollte die Ruhe & Gelassenheit eines Stuhls besitzen,
    der muß schließlich auch mit jedem Arsch klarkommen.

  4. #4
    Avatar von malikka
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    Hallo. Fritze. Vielen Dank Ja das dachte ich mir schon ,aber ich seh wirklich viele dieser Kapseln ,die dann nur noch für den Mülleimer taugen . Mit kaputten defekten gelben Sichtscheiben und verrosteten Gehäusen macht das ja wirklich keinen Spaß .
    Deshalb auch die Sandstrahlerei . Mir gefallen alte Stücke auch wirklich gut ,aber sauber müssen sie sein . Alt, ja in allen Ehren ,aber ich kann keinen Schimmel und keinen Rost in Uhren leiden . Und wenn ich sie anfasse und schwarze Finger bekomme, das geht auch gar nicht .

    Auch Danke Rübe. Ich weiß nicht ,ob das ein Eisengehäuse ist . Ich werd's erstmal so lassen und schauen ,wie sichs nach 3 Wochen anschaut . Das mit dem Nachbeschichten nach der Sandstrahlerei kann ich nicht bestätigen . Ich kann diese Gehäuse nachbehandeln oder auch nachbehandeln lassen . Denke da an die Maylan (Alugehäuse), die war zuerst gestrahlt und danach schwarz beschichtet worden . Also sollte das doch gehen . Was jetzt dein Stahler da falsch gemacht hat ,weiß ich leider auch nicht . Das lag dann aber sicherlich eher an dem Grundmetall . Das kann schon sein , das unter der Vercromung unidentifizierbare Legierungen hervorkommen . Meist mit Zinkverbindungen oder Zinnlegierungen . Das kann man vorher nie genau sagen . Das kann immer passieren .

  5. #5
    Avatar von kater7
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    Also ich hab keine Taschenuhrkapsel, leider, daher muß ich mal doof fragen: dieser Rand, wo das Glas reinkommt, der ist vorne wie hinten gleich vom Durchmesser her? Dazu sieht es mir so aus als wäre der von hinten (innen) sogar nach vorne hin (außen) leicht gerundet? Ob das Glas jemals zum wechseln gedacht war spielt ja keine Rolle, es muß während der Produktion dieser relativ günstigen Schutzgehäuse ja reingekommen sein. Ich vermute ein dünnes, relativ elastisches Zelluloid"glas" als originale Variante? Also irgendwas damals eben verfügbares, ähnlich und kaum stärker als diese "Sichtfensterfolien" in manchen Verpackungen heute, nur natürlich geformt? Ich denke es wurde von hinten mittig sitzend aufgelegt, eventuell mit ein ganz wenig Fett (Vaseline oder sowas) am Rand gleitfähiger gemacht und einfach mit etwas Druck mittig in die Wölbung ausgeübt in diesen Rand gepresst. Das müsste doch bei passender Größe fast von alleine flutschen?
    LG, Frank

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  6. #6
    Avatar von malikka
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    Hallo Kater Frank . Ja du hast gut geguckt . Diese Wulst ist Innen ,wie außen fast Gleich . Hinten ganz wenig kleiner . Ich habs von Vorne ,wie von hinten probiert . Leider hat da nix gefluscht . Selbst das biegen war schon schwer genug , daher habe ich ja 2 Gläser erstmal zerbrochen .

    Meine Vermutung ist eher , das die Gläser damals normal eingelegt wurden von hinten und dann zugerödelt wurden . Das heißt die Hintere oder die Vordere Wulst wurde mit schon sitzendem /eingelegten Glas gemacht .
    Also wirklich nie zum Tauschen gedacht waren . Das Zelluloid kann schon stimmen , nicht umsonst sind die so vergilbt . Und da meine Beiden dermaßen kaputt waren habe ich auch nicht versucht sie zu polieren

  7. #7
    Avatar von derTeichfloh
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    Hallo Marlies,

    ich habe mehrere dieser Kapsel da, alle mit Zellulose-Glas.
    Das Glas wurde von innen eingesetzt und wird dann mit einem Ring gehalten. Die Gläser sind deutlich größer als das Loch!

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    Gruß,
    derTeichfloh
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  8. #8
    Avatar von kater7
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    Ist denn der Ring eingelötet oder so? Das mit dem "umrödeln" mit schon einliegendem Glas kann ich mir nicht vorstellen, das ist viel zu aufwendig und der Ring sieht ja sehr gleichmäßig aus. Wenn man das so hätte machen wollen dann sicher doch eher mit ein paar Nasen. Waren das originale alte Gläser die Du verwendet hast malikka oder niegelnagelneu aus aktueller Produktion? Alte Gläser dürften erheblich an Elastizität eingebüßt haben seit der Herstellung. Neue könnten eventuell aus zu festem oder zu dickem Material sein, die sind doch bestimmt für TUs gedacht und nicht für diese Kapseln?
    LG, Frank

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  9. #9
    Avatar von Spindel
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    Marlies,hier hast Du Dir aber eine Arbeit gemacht.Die TU o.k. aber die Kapseln ?
    Habe auch noch paar rumzuliegen.Leider auch vergilbt.Das Uhrengehäuse würde ich auch brünieren.
    Die matte Oberfläche sieht zwar klasse aus,ist aber bestimmt sehr Schmutz empfindlich.Von der Luftfeuchtigkeit
    die das rostige macht ganz zu schweigen.
    Vieleicht lackieren oder veredeln,wenn Du schon so eine Vorarbeit gemacht hast.
    Gruß Roland
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  10. #10
    Avatar von derTeichfloh
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    Hollo,

    eingelötet sind die Ringe nicht - das würde das "Glas" nicht aushalten. Aber Klebstoff kann ich auch nicht erkennen. Also eingepresst.
    Von aussen ist nur eine Erhöhung zu sehen, wo die Scheibe eingelegt ist. Innen ist der Ring. Ich tippe auf eingepresst - ich hatte so ein Ding noch nicht auseinander.
    Die Zelloit-Gläser sind noch flexibel, Plaste wäre längst hart. Ich habe auch eines, was ein Glas-Fensterchen hat.

    Gruß,
    derTeichfloh
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  11. #11
    Avatar von malikka
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    Hallo . liebe Mitleser : Ja . ich schwanke immer zwischen liegen lassen , aufarbeiten oder wegschmeißen . Naja manchmal kommt noch verschenken oder verkaufen hinzu . Nun ist es aber mal mein Beruf ,der genau das machen sollte . nämlich "Aufarbeiten " . Nun ist es für mich immer wichtig herauszufinden ,was geht und was nicht . So auch hier . Und was noch wichtiger ist zu wissen ,wieviel Arbeit und Zeit steckt in so eine Aktion .
    Es kommen nämlich immer Anfragen ,wie ---- machst du das ? wie lange dauert das ? und was kostet das ? Wie soll ich einen vernünftigen KV erstellen können ,wenn ich nicht im Vorfeld weiß ,das solch ein Vorhaben diesen Aufwand benötigt . Daher müssen ab und an solche Aktionen sein . Also für mich steht fest ,freiwillig und günstig ist hier nichts zu machen .

    Ich denke immer noch ,das einer von den beiden Ringen im Nach hinein umgebödelt wurde . Gelötet ist da nix und es geht auch kein Ring herauszunehmen , sitzt alles bombenfest .
    Ich werde mal eine Anfrage nach Ruhla schicken . Ich glaube ,die haben die Dinger damals auch hergestellt .

    Brünieren ? ehrlich ,soll ich . Mal sehen , erstmal weiß ich ,das Glasperlen strahlen nicht Umweltlastig ist und sich kaum verändert , nur Korund ist sehr anfällig macht Flecken und man sieht jedes Kratzerchen . Nun trägt man eine Taschenuhr ja in der Tasche . Meine ist zwar bischen größer (Laptoptasche) aber ich teste die zarte Mattierung schon seit 3 Tagen . Diesmal wars ja auch eine Mischung von beiden . Die Zeit wird's zeigen .

    Achja ,und bei der 2. Kapsel hab ich jetzt einfach ein flaches Mineralglas von hinten eingedrückt und zusätzlich festgeklebt . Das geht ,das könnt ihr auch machen .Sieht auch gut aus ,weil nicht 2 gewölbte Gläser übereinander sind .
    Nix mehr biegen oder kaputtknacken .
    Danke an Alle für die Anteilnahme und Tipps .

  12. #12
    Avatar von Kaliber 66
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    Ich hatte das "Problem" auch schon mal. Auf der Suche nach was Brauchbarem stiess ich auf eine Spraydose meiner Frau mit durchsichtiger Kappe. Obere gewoelbte Flaeche ausgeschnitten und passte wie Faust aufs Auge !
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  13. #13
    Avatar von derTeichfloh
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    Alles gute Ideen. Dennoch werde ich meine Kapseln so lassen - solange das "Glas" intakt ist.
    Ich nutzte sie gelegendlich auch.

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    Gruss,
    derTeichfloh
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