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  1. #1

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    Standuhrenbestimmung

    Hallo zusammen,
    bin zu Euch als Neuling gekommen, nachdem ich mich nach 40 Jahren Freude an meiner Standuhr daran machen möchte, sie zu überholen. Ratschläge und Hilfe ist hier sicher am besten zu bekommen. Die Uhr läuft eigentlich sehr genau, das Schlagwerk (3+2) halbstündlich funktioniert. 1. Ab und an rasselt die Kette vom Gangwerk durch, denke mal es wäre vielleicht damit getan, die Kette (1,8 x 6,3 x 7,7) zu reinigen und ggf. zu drehen (?) denn ich habe noch keinen Ersatz gefunden. 2. Ist ein Ton-Stab (4x640 mm) an der Messingschraube gebrochen. Hier wird wohl der Heimwerker gefragt sein..

    Aber ich wüsste gerne mehr von der Uhr. Wer kennt den Hersteller oder kann Auskunft über Geschichte geben. Bild der kpl. Standuhr folgt. Vielen Dank erstmal, mit Grüssen an die Standuhr Fraktion.

    standuhr1.jpg
    standuhr2.jpg
    standuhr4.jpg
    Geändert von Offset (06.03.2017 um 14:59 Uhr)

  2. #2
    Avatar von Der Stromer
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    Hallo, Offset (komische Namen die sich Eltern so ausdenken).

    Also Deine Uhr wurde von der Firma Kieninger & Obergfell (KUNDO) hergestellt. Und zwar nach 1918, denn vorher gab es KUNDO noch nicht. Das genaue Datum liegt aber im Dunkel der Vergangenheit. Denn die "Serien-Nummer" hinten auf der Platine sagt nichts aus.

    Zu den Problemen mit der durchrutschenden Kette: Schau mal hier bei SELVA die haben so viele Sorten, eine sollte passen.

    "Drehen" wird wohl nichts nützen. Meist sind auch die Zähne des Kettenrades abgenutzt, dann muss der Kettenstern im Rad ersetzt werden. Etwas aufwändig für einen Laien.

    Was meinst Du mit " Heimwerker gefragt" beim gebrochen Tonstab? Hier wirst Du ein sehr gute Klanggehör brauchen, um den Stab zu ersetzen. Wenn Du den Rest noch aus dem Block raus bekommst, muss ein neuer Stab eingesetzt werden und mit der Schraube auf der richtigen (Ton)Länge fixiert werden. Tonstäbe gibts auch bei SELVA.

    Viel Erfolg und berichte mal, wie es mit der Uhr weiter gegangen ist

    Ps.: Warum seid Ihr Iphone-Knipser eigentlich nicht in der Lage, Eure Bilder so zu drehen, dass ein normaler Mensch sie ohne Genickverrenkungen betrachten kann???? Einfach mal entweder in der Bedienungsanleitung schauen "Wie schalte ich das automatische Drehen aus..." oder Tante Kugel befragen. Kann doch nicht so schwer sein! Ich halte das für echt unhöflich, Fragen mit solchen Bildern hier (und anderswo) ein zu stellen.
    Geändert von Der Stromer (06.03.2017 um 15:33 Uhr)
    Liebe Grüße,
    Rolf-Dieter, der Stromer
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  3. #3

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    Hallo Rolf-Dieter,
    danke für die rasche und kompetente Antwort. Genau die Info hatte ich mir erhofft, nachdem mein Suchen diesbezüglich erfolglos war. Danke nochmals.
    Zum Klangstab: Er ist genau an der Verjüngung gebrochen, an der Stelle wo sie in die Messingschraube verpresst ist. Hast wohl recht, dass ein neuer Klangstab die bessere Lösung ist.
    Werde berichten.
    Ach ja, Bilder..Auf dem Handy und PC erschienen sie korrekt, erst beim hochladen bemerkte ich dass die Standuhr liegt...War erst mal froh aber verspreche die nächsten Bilder so zu posten, dass man sie im sitzen erkennt. Sorry.
    Gute Zeit wünscht Dir Fritz (Offset) aus Bad Dürrheim

  4. #4
    Avatar von Der Stromer
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    Danke, Fritz (schön, dass mit dem alten Namen)
    Liebe Grüße,
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  5. #5
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    An eine Diskussion um die Reparatur eines Klagstabes kann ich mich erinnern, ich weiß nur nicht wo. Quintessenz nach meiner Erinnerung: Ein Ersatz ist praktisch nicht möglich. Zuerst das Problem, den abgebrochenen Rest aus dem Resonanzblock und dann einen neuen, passenden zu bekommen, der dann auch exakt gestimmt werden muß. Ein viertel Tönchen daneben - und der ganze Akkord klingt grauenhaft. Dann vielleicht auch hier einen Komplettwechsel, sei es neu oder aus einer Schlachtung.
    Es gibt zwei Klassen von Menschen: Die Gerechten und die Ungerechten. Die Einteilung wird von den Gerechten vorgenommen. (Oscar Wilde)

  6. #6
    Avatar von clavicembalist
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    Zum Stabgong.
    Erst Anfang der Woche habe ich genau diese Arbeit verrichtet. An einem Westminster-Stabgong war ein Stab gebrochen. Ersatzstäbe hatte ich einige zur Hand. Problem waren nur die recht großen Klemmschrauben am Gong, die heutigen Stäbe haben alle eine kleinere.
    Also ran ans Werk.
    Ich habe die originale oben im Schlitz mit 1,5mm angebohrt bis ich in den Stahlkern traf. Die Schraube habe ich dann gut eingespannt und den "Stummel" des alten Stabes ausgeschlagen.
    Das gleiche habe ich bei dem Ersatzstab gemacht. Diesen konnte ich problemlos in die alte Schraube einschlagen.
    Zum stimmen ist etwas Gehör gefragt. In der Regel sind die meisten alten Stäbe dicker als die heutigen. Daher muss der Ersatzstab länger gelassen werden als der Originale abgebrochene. Dann einfach in kleineren Schritten den Stab kürzen und immer wieder anschlagen bis es harmoniert.
    Viel Glück
    Christian
    Geändert von clavicembalist (08.03.2017 um 23:36 Uhr)

  7. #7

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    Zum Kettendurchlauf am Gangwerk:
    Problem lag an der Federklinke (?) die hakte. Kettenstern und Kette sind OK.
    Zum Stabgong:
    Bin auch soweit gekommen, den Rest aus zu bohren und neu zu verpressen. Nur: Sitzt das angespitzte Ende des Stabes fest in der Messingschraube ? Oder ist eine Hülse dazwischen, die sicherlich Einfluss auf den Klang hätte ? Die Klemmschraube hat am Gewinde 7,1 mm, also mit 1,5 mm vom Schlitz anbohren wäre OK. Den Klangstab dann mit der Verjüngung (Warum sind die Verjüngungen am Klangstab da ?) einschlagen, fertig ? Bez. des Klanges kann ich den Ton messen und dann durch Kürzen abstimmen...VG Fritz

    klangst2.jpg
    klangst1.jpg

  8. #8
    Uhrenhersteller
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    Avatar von Rainer Nienaber
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    Manche sind hart gelötet, einige aber auch eingeschrumpft. Also die Schraube erhitzen, den Stab unterkühlen. Dann rein damit. Der Stab ist oben komisch, ääähhh... konisch, damit er freier schwingen kann.

  9. #9
    Avatar von clavicembalist
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    Eine zusätzliche Hülse ist mir nicht bekannt. Nach dem verjüngten Teil kommt eine zylindrische Form, welche in der Klemmschraube gepresst wird. An einer Seite ist der Stab auch flach angefeilt im Bereich der Verjüngung. Man hatte schon damals um 1900 herum festgestellt, dass der Klang nochmals verbessert wurde, klarer und sonorer.

    Interessant sind auch die unterschiedlichen Materialien und Durchmesser. Die heutigen modernen sind aus reinem Stahl, blau angelassen und dünner als die um 1900 rum. Dies klingen sehr rein und klar aber auch dezenter.
    Stäbe aus Uhren um 1900 herum haben einen höheren Durchmesser und sind nicht aus reinem Stahl, mein Vermutung ist, dass dort noch Eisen mit drin ist. Eisen bringt mehr Farbigkeit und Wärme in den Klang.
    Der höhere Durchmesser lässt die Uhr deutlich durchdringender schlagen.
    Leider bekommt man die dickeren Stäbe heute nirgends mehr zu erwerben und muss sich zum einen mit den modernen arrangieren oder in diversen Auktionsplattformen darauf hoffen, dass dort ein Stabgong gleichen Herstellers angeboten wird .

  10. #10

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    Das Thema ist ja, einmal eine Harmonie zwischen den (hier 6) Klangstäben zu erzielen und dann den Klangkörper (Uhrgehäuse) zu bewerten. Ich messe Unterschiede im Klang und der Amplitude in Abhängigkeit zB. der Glasfenster (Locker mit Spalt zur Tür befestigt), die Tür selber, (bündig und fest geschlossen oder mit Fugen), der Klöppelköpfe (Material, Zustand) der Rückwand (Stärke und Fugen, Abstand der Uhr zur Wand..) die Fläche des Stabgongfusses zur Rückwand (Flächig anliegend, Befestigung) usw. Bei den alten Uhren zeigt sich eben das Uhrgehäuse und dessen Zustand insgesamt als massgeblichen Klangkörper. Hätte nicht gedacht, wie bestimmend alle diese Faktore sein können. Hier ist die Standuhr nicht weit von einem Clavicembel entfernt.. LG Fritz

  11. #11
    Avatar von clavicembalist
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    Doch so ist es. Es gibt viele Faktoren die den Klang beeinflussen. Aber man wird den Unterschied stark hören, ob ein originaler Gong mit dickeren Stäben oder ein neuerer mit dünneren.
    Der neu wird immer verlieren, da kann das Gehäuse noch so gut sein 😋

  12. #12
    Avatar von Perpendikel
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    Hallo zusammen,

    ihr habt vergessen die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit mit in die Betrachtung einzubeziehen. (bitte nicht böse es ist mein Humor) Was ich eigentlich damit sagen möchte: Man kann darüber auch eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben. Oder man besorgt sich einen neuen Klangstab und passt die Länge so an das es harmonisch klingt. Vorausgesetzt man hat das Gehör dafür.

    @ Offset: Wenn Du möchtest kann ich dir einen kompletten Dreiklang-Gong schenken. Ich weiß aber nicht ob er passend ist. Manchmal hat man ja Glück. Siehe Bilder.

    @ Clavicembalist : Stahl ist eine Metall-Legierung deren Hauptbestandteil Eisen ist. Es ist also Eisen mit Kohlenstoff und anderen metallischen Legierungsbestandteilen.

    Liebe Grüße von Peter
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken img_0506.jpg  

    img_0505.jpg  

    img_0508.jpg  


  13. #13

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    @ Perpendikel: Zunächst einmal vielen Dank für das Angebot. Auch bei extremer Anpassung von Luftfeuchte und Temperatur werde ich den defekten 4mmx640mm Stabgong aus meinem 5fach Gong nicht mit dem freundlichen Angebot zufriedenstellend in Einklang bringen können... Leider. Bin gestern mal bei Hersteller Kieninger vorbei gefahren, leider ergebnislos. Es wäre natürlich phantastisch, Ersatz zu finden. Man lernt halt täglich was dazu.VG Fritz

  14. #14
    Avatar von Der Stromer
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    Hallo, Fritz.

    Frage doch mal den Clavichebalist Christian.

    Das ist ein Musiker und hat nicht nur das entsprechende Gehör, sonder er hat diese Arbeiten mit Erfolg auch schon gemacht. Er weiß, wovon er spricht. Und die Welt kosten wird das auch nicht. Immernoch besser als ein Gong, der verstimmt ist.
    Liebe Grüße,
    Rolf-Dieter, der Stromer
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  15. #15
    Avatar von Perpendikel
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    @ Offset : Tut mir wirklich sehr leid. Hätte ich mal genauer hingeschaut, wäre mir aufgefallen das es sich hier um einen fünffach Gong handelt. Da kann ich mit meinem dreifachen natürlich nichts ausrichten. Sorry! Wollte Dich nicht veräppeln damit.
    Ich hoffe das Du noch einen passenden Klangkörper findest. Grüße von Peter

  16. #16

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    Hallo Peter: Hab mich über das Angebot und den Kommentar echt gefreut. Wäre mit kleinem Umbau auch gut gegangen, möchte aber möglichst Originalzustand + Klangbild erhalten. Gute Zeit mfG Fritz

  17. #17
    Uhrenhersteller
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    Avatar von Rainer Nienaber
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    Noch mal ganz kurz meinen Senf:
    ich habe vor vielen Jahren mal einen einzelnen Gongstab ersetzt und versucht, den per Materialabnahme "einzustimmen" Ich kann Euch sagen, eine Mordsarbeit und das Ergebnis war nicht optimal. Vielleicht bin ich auch zu unmusikalisch dafür.

  18. #18
    Avatar von Perpendikel
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    Hallo Rainer,
    so ganz doll schwierig stell ich mir das nicht vor. Klar ist, man muss das Gehör haben. Der Rest ist das handwerkliche Geschick. Aber schwierig ist sicher einen passenden Klangstab zu finden welchen man durch Kürzen klanglich dahin bringen kann wo er hin muss. Dranmachen geht ja schlecht
    Ich werde das mal an meinem Dreiklang-Gong ausprobieren. Das will ich jetzt wissen.

    Gruß von Peter
    Geändert von Perpendikel (24.03.2017 um 15:34 Uhr)

  19. #19

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    Das Thema kann man sicher abschliessen, indem man den Anspruch an das jeweilige Ergebnis anpasst. Wenn aber der Anspruch an den Klang der GB von Clavicembalist rankommen soll, dann heisst es wohl: Ab ins Werkstattforum, und Ergebnisse austauschen, oder ?

  20. #20
    Avatar von clavicembalist
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    Danke für die Blumen Stromer
    @Perpendikel :
    Ja, natürlich ist dort Eisen enthalten. Habe ja nicht gesagt, dass dort kein Eisen drin ist. Aber es ist ganz wie bei den Saitenmaterialien, (99%)Eisen klingt farbig und voll während Stahl klar und brilliant klingt. Daher wird bei den alten Stäben ein höherer Eisenanteil vorhanden sein.

    @Offset:
    Wenn du Hilfe benötigst, dann ticker mich einfach mal an.

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