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  1. #1
    Avatar von alte Uhr
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    Revision, TISSOT T12, Ref. 44594, Kaliber 784-2

    Liebe Uhrenliebaber und Uhrenliebhaberinnen,

    gerade habe ich wieder eine selten gewordene TISSOT T12
    auf den Tisch bekommen. Im Inneren werkelt ein "altes" 784-2
    mit 18000 Schwingungen pro Stunde und es zeigt einen deutlichen
    Nachgang von 8-12sec/day je nach Lage der Uhr.

    Hier ist sie

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    Sie besitzt eine innenliegende drehbare Lünette und einen schönen blauen
    Sekundenzeiger. Die blaue Farbe findet sich außen in Form eines Ringes auf
    dem Ziffernblatt wieder und macht so das Design perfekt.

    Ein schöer alter Diver finde ich......

    Die Gute hat normale Gebrauchspuren wie leichte Kratzer im Glas
    mit zwei kleinen Einschlägen, leichte Kollisionspuren am Gehäuse,
    und beim Ziehen und drücken der Krone schiebt sich das Werk
    hin und her.


    Na, jetzt erst mal hereinschauen

    Name:  8.jpg
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    Der schöne Gehäuseboden mit dem Schiffchen

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    Nun ist das Werk ausgeschalt. Aber der Dichtring ist bretthart.....

    Name:  11.jpg
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    Der Werkring ist an mehreren Stellen gebrochen. Das lässt vielleich auf
    mehrere harte Schläge durch Sturz schließen, oder verkanntet bei Montage...

    Na, ja so ein Uhrenleben ist lange und manchmal auch hart......

    Name:  10.jpg
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    Hier ist die schöne Krone mit dem "T" zu sehen, beide Kronen sind noch
    gut erhalten.

    Im Rahmen dieser Revision werde ich einen neuen Werkring anfertigen, oder
    einen vorhandenen umarbeiten und zum Abschluß die Wasserdichtigkeit
    wieder herstellen.

    Hierbei müssen auf jeden Fall die vorhandenen Kronen erhalten bleiben.


    Name:  12.jpg
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    Zuerst wird der Rotor der Automatik entfernt. Hierfür muss nur der kleine
    Riegel entnommen werden

    Name:  13.jpg
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    Hier ist der demontierte Rotor mit den Wechselrädern zu sehen


    Name:  14.jpg
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    Hier die Automatikeinheit schon abgenommen


    Name:  15.jpg
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    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    Hier ist der automatische Aufzug zu sehen "Unterseite"

    Name:  16.jpg
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    dort die Ansicht von "Oben"


    Name:  17.jpg
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    Jetzt werden die Zeiger entfernt. Hierfür habe ich mir ein Plättchen aus
    Kunststoff selbst angefertigt. Natürlich bieten alle Firmen die Uhrmacherwerkzeug
    vertreiben diese auch an............ aber mit wenigen Handgriffen und einer Schere
    kann jeder einen solchen Zifferblattschutz selbst "bauen".
    In fast jedem Haushalt sind Verpackungsmaterialien zu finden die hierfür bestens
    geeignet sind. Zum beispiel Verpackung von Tomaten aus den Supermarkt
    - kostet nichts, und Ersatz ist auch immer da
    Dieses Top- Werkzeug verwende ich schon lange auch für die alleredelsten
    Arbeiten. Hiermit kann man spurlos direkt auf den ZB arbeiten.


    Name:  18.jpg
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    Schutz drüber und dann ganz zart mit zwei Schraubendrehern.......

    und wenn man mit der Steinlupe im Auge ganz nah zuschaut können
    die Zeiger auch nicht weit fliegen.........

    Name:  19.jpg
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    ja so wie der Stundenzeiger aussieht gab es hier wohl doch mal
    Feuchtigkeit

    Name:  20.jpg
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    Nachdem das ZB abgenommen worden ist, geht es an die Zerlegung der
    Datumskomplikation

    Name:  21.jpg
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    Hierfür wird zu allererst der Distanzring entfernt. Diese Arbeit wird
    mit einem Scharfen Messer durchgefürt. Aber ganz vorsichtig "abhebeln"
    damit sich der Ring nicht verformt. Er muss bei Wiedermontage immer
    noch schön stramm passen.

    Name:  22.jpg
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    Danach wird die Abdeckung der Datumsraste samt Feder abgenommen

    Name:  23.jpg
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    Hier die Abdeckung samt Feder - aber immer vorsichtig abnehmen und
    umdehen diese kleine Feder ist extrerm flugtauglich....

    Name:  24.jpg
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    Hier die Datumsraste. In die dreieckige Aussparung auf dem Bild in Richtung
    oben wir die Feder eingefädelt

    Name:  25.jpg
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    Morgen geht's weiter
    Bis dahin....

    Regulierte Grüße
    Helmuth
    Geändert von alte Uhr (15.04.2013 um 02:14 Uhr) Grund: Druckfehler entdeckt :-)
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  2. #2

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    ...ach du liebe alte Uhr! das ist ja cool...aber immerhin ist diese schöne T 12 nicht so runtergerockt, wie die von dir wieder auf vordermann gebrachte Rolex.......wahnsinn, ihr filigrankünstler (ich meine alle Uhrmacher)! bin sehr gespannt, wie es weitergeht und was noch für überraschungen kommen werden...lg, ilja

  3. #3
    Avatar von Badener
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    Hallo Helmuth,

    vielen Dank für diese interessanten Einblicke in ein schönes Kaliber. Ich mag die Tissot 78x-Werke sehr gerne. U. a., weil dort alles auf Anhieb passt und sie sich meist sehr leicht regulieren lassen.
    Wohin hat sich denn die zweite Schraube des Kronrades verkrümelt (siehe Bild oben)?

    Gruß
    Badener

  4. #4
    Avatar von falko
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    Danke für die Einblicke!
    @Badener: die zweite Schraube des Kronrades befestigt gleichzeitig die Automatikbrücke. Sie ist lang und dünn. Neulich ist mir eine solche abgerissen. Da hab ich ganz schön geflucht, aber schliesslich eine bessere, weil vom Kopf her stabilere Schraube gefunden.
    Grüsse Gerd
    Die Beschäftigung mit Uhren lässt die Zeit vergessen.
    Man sollte nicht alles tun, was man könnte,
    aber man sollte alles können, was man tut!

  5. #5
    Avatar von Badener
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    Ah, wieder etwas gelernt, danke! Hatte bisher nur die Handaufzugsvariante auf dem Tisch. Effizient, aber dennoch eine etwas merkwürdige Konstruktion...

    Gruß
    Badener

  6. #6
    Avatar von Baumwolle
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    Ein toller Beitrag! Vielen Dank dafür! Ich bin zwar noch absoluter Neuling auf dem Gebiet aber deine Beiträge zu lesen gibt mir Motivation!

    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

    Grüße,

    Toni

  7. #7
    Avatar von alte Uhr
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    @ilja:Ja, die T12 ist schon eine tolle Uhr. Zum Glück sind ihr
    größere Gehäusebeschädigungen erspart geblieben
    Viele Grüße
    Helmuth

    @Badener: Falko hat natürlich Recht. Die fehlende Schraube ist für die
    Befestigung des AT-Aufbaus zuständig. Eigentlich ist dieses
    Kaliber vom Grundbau ein Handaufzugswerk. Zur Aufnahme der
    Automatik sind nur Änderunegn an der Brücke für das Räderwerk
    notwendig - Baukastenprinzip - so erspart man sich Entwicklungs-
    und Fertigungskosten. Dies wird auch Heute in der Automobil-
    industrie angewand.

    Hier ein Bild des Werks : An der Brücke sind die Bohrungen und Gewinde,
    und zwei zusätzliche Lochsteine zu sehen um die Räder aufzunehmen

    Name:  29.jpg
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    Hier habe ich nochmal die AT-Einheit etwas verdreht aufgelegt.
    so kannst Du die Bohrungen vergleichen

    Name:  30.jpg
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    @Falko: zum Glück sind mir abgebrochene Schrauben weitgehend erspart geblieben
    Danke für Deine Erklärungen

    @Toni: Mach' ich doch gerne - Morgen geht's weiter

    Regulierte Grüße
    Helmuth
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  8. #8
    Avatar von alte Uhr
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    So, nun geht's weiter....

    jetzt möchte ich das schrittweise zerlegen dieses
    schönen Vintage-Kalibers zeigen

    Zunächt die Datumsferder herausnehmen
    mit Hilfe eines Zahnstochers lässt sich die Kraft der Feder durch Halten
    an ihrer Rundung fast völlig abfangen - so kann man mit der zweiten
    Hand und einer Kornzange sie völlig gefahrlos herausheben...

    Name:  40.jpg
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    Name:  41.jpg
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    Name:  42.jpg
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    jetzt Datumsrad und Datumsstern
    hier die Markierung für Linksgewinde beachten - drei "Rillen"


    Name:  45.jpg
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    leider Bildreihenfolge verbummelt..........aber nicht so schlimm...

    Name:  44.jpg
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    nun wird die Winkelhebelfeder entnommen


    Name:  46.jpg
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    hier ist die Wippe mit der Wippenfeder zu sehen
    auch diese wird mit hilfe eines Zahnstochers abgefangen ( an der Rundung)

    Name:  47.jpg
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    hier sind schon mal alle Teile des Stell - und Aufzutreibs zu sehen

    Name:  48.jpg
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    Hier das verbummelte Bild von der Verschraubung des Datumsrades

    Name:  43.jpg
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    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    nun geht es an die Räderwerkseite

    Name:  49.jpg
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    Sperrad entnehmen
    hier ist die Sperrfeder zu sehen - hier auch wieder mit zahnstocher.....

    Name:  50.jpg
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    und Federhausbrücke entnehmen

    Name:  51.jpg
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    danach wird die Unruhe mit Kloben entfernt

    Name:  52.JPG
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    jetzt die Ankerbrücke

    Name:  53.JPG
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    hier Ankerbrücke und Anker entnommen

    Name:  54.JPG
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    Räderwerkbrücke abgebaut

    Name:  55.JPG
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    Name:  56.JPG
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Größe:  60,2 KB

    Minutenradkloben entfernt

    Name:  57.JPG
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    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken  
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  9. #9
    Avatar von alte Uhr
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    Nachdem das Minutenrohr abgezogen ist lässt sich das Minutenrad
    entnehmen - das Minutenrohr kann man Vorsichtig mit einer gebogenen
    Kornzange "abzeihen" - das Zeige ich dann noch beim Zusammenbau

    Name:  59.JPG
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    Die Welle des Minutenrads hat in der Mitte einen kleinen Einstich.
    Hier greift die Kerbe des Minutenrohrs ein - so wird die Zeigerreibung
    erzeugt. Da die Kerbe beim Abziehen immer ein bissl' abflacht, sollte
    man vor dem erneuten Verbau das Minutenrohr immer etwas nachkerben.
    Denn sonst besteht die Gefahr, daß die Zeigerreibung zu gering ist -
    und eine zu geringe Reibung bedeutet: Werk nochmals zerlegen,
    Minutenrohr abziehen, aufdrücken...........

    Name:  60.JPG
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Größe:  27,5 KB

    Hier das Minutenrohr. Zwischen den beiden Pollierten "Ringen" befindet
    sich die besagte Kerbe.

    Name:  61.JPG
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    Hier die Teile des Räderwerks.

    Name:  62.JPG
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    Hier ist der Lagerstein des Minutenrads zu sehen - viele Kaliber verfügen
    an dieser Stelle nur über eine "Bohrung"
    Dieser synthetisch erzeugte Rubin unterstreicht die Quallität eines Werks.

    Name:  63.JPG
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    Hier habe ich schon die Lyra der Stoßsicherung geöffnet.

    Name:  64.JPG
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    Hier das Unruhlager mit Deckstein


    Name:  65.JPG
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Größe:  36,7 KB

    Federhaus

    Name:  66.JPG
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    Durch leichten Druck auf die Federwelle lässt sich der Federhausdeckel abdrücken


    Name:  67.JPG
Hits: 4564
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    Dann wird erst der Federkern aus dem Ferderherz entnommen
    und anschließend kann man die Feder aus dem Haus auswurschteln.....

    Name:  68.JPG
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Größe:  50,8 KB


    Soweit so gut........ ich geh' jetzt Teile holen.....


    Bis dahin

    Regulierte Grüße
    Helmuth
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  10. #10
    Avatar von Philipp
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    Blinzeln

    Zitat Zitat von alte Uhr Beitrag anzeigen
    ... und anschließend kann man die Feder aus dem Haus auswurschteln.....
    ...
    Regulierte Grüße
    Helmuth
    Moin Helmuth,

    schön ausgedrückt kenne ich.
    Anders als beim Einwinden habe ich beim Herausnehmen der Feder ab einem bestimmen Zeitpunkt oft nicht mehr die Kontrolle über das "Geschehen"
    Gibt es da einen Trick...

    Sonst Danke ich wie immer für den guten Bericht - dieses Werk hatte ich noch nicht auf dem Tisch.
    Gruß aus Berlin
    Philipp
    "チトーニ / 梅花錶 / 티토니"

  11. #11
    Avatar von Baumwolle
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    Danke für die Fortsetzung Helmuth!

    Du schreibst, dass du die Zeiger mit zwei Schraubendrehern "abziehst". Verwendest du generell kein Zeigerabheberwerkzeug bzw. geht es mit den Schraubendrehern einfacher?

    Ich freue mich auf die Fortsetzung!

    Viele Grüße,

    Toni

  12. #12
    Avatar von alte Uhr
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    Servus Philipp,

    da gibt es bestimmt einen Trick, aber viellecht beherrschen den nur ganz ganz wenige.

    Bei mir ist es genauso: Zuerst bin ich ganz vorsichtig bis auf ein mal.....sprringg
    dann sieht das am Ende so etwa aus:


    Name:  feder.jpg
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    Viele Grüße
    Helmuth


    Hallo Toni,

    das mit den Zeigern hab' ich noch nie anders gemacht

    Geht gleich weiter

    Viele Grüße
    Helmuth

    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    So, während dem ich Teile holen bin,

    möchte ich mal die Zeiger auf Vordermann bringen

    Hier sind einige wichtige Werkzeuge zu sehen

    Name:  DSCF2029.jpg
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    Die Zeiger

    Name:  DSCF2030.jpg
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    Hier ist die alte Leuchtmasse entfernt. Danach werden die Beiden mit
    Spiritus gereinigt.

    Name:  DSCF2031.jpg
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    Da die Oberfläche der Zeiger etwas angegriffen aussieht, lege ich sie auf
    ein Nietbänkchen und polliere die Beiden mit Unipol etwas auf.

    Name:  DSCF2032.jpg
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    Dannach nochmalige Reinigung. Die guten Stücke müssen völlig Fettfrei sein.

    Name:  DSCF2033.jpg
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    Als Halter benutze ich zwei Zahnstocher.

    Name:  DSCF2035.jpg
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    Dann wird eine Mischung aus Bastellack und Flureszierenden Pulver angemischt.
    Verhältniss ca. 1:1 ( hier existiert auch ein sehr schöner Zeigerbelegungs -Threat im
    UFo )
    Mit Hilfe eines weiteren Zahnstochers wird ein Tropfen von der Unterseite der Zeiger
    über die Öffnung gezogen. So wird das Zeigerfenster mit leuchtmasse ausgefüllt.
    Hier gut zu sehen

    Name:  DSCF2036.jpg
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    Regulierte Grüße
    Helmuth
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  13. #13
    Avatar von Philipp
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    Unglücklich Feder auswinden

    Hallo Helmuth !
    ...bin gespannt, ob jemand einen Tipp/Trick preisgibt.

    Ja, genau so sieht es im schlimmsten Fall aus.
    Wenn eh eine neue Feder reinkommt - kein Problem...

    Zitat Zitat von alte Uhr Beitrag anzeigen
    Servus Philipp,

    da gibt es bestimmt einen Trick, aber vielleicht beherrschen den nur ganz ganz wenige.

    Bei mir ist es genauso: Zuerst bin ich ganz vorsichtig bis auf ein mal.....sprringg
    dann sieht das am Ende so etwa aus:

    Name:  feder.jpg
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    Viele Grüße
    Helmuth
    Gruß aus Berlin
    Philipp
    "チトーニ / 梅花錶 / 티토니"

  14. #14
    Avatar von alte Uhr
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    @Philipp:
    Wenn die Feder i.O. ist und vorsichtig wieder enwurschtelt wird ist sie
    doch noch verwendbar.

    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    So weiter geht's

    Da nirgends ein Werkring für ein 11 1/2 Linien - Werk lieferbar ist,
    habe ich mir aus unserem besten Baustoffhandel eine Muffe aus dem
    Sanitärbereich besorgt - natürlich aus Kunststoff, lässt sich leicht
    bearbeiten und hält ewig

    Name:  70.jpg
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    zuerst beide Enden plandrehen

    Name:  71.jpg
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    Innen auf Maß drehen

    Name:  72.jpg
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    eine kleine Nut zur Aufnahme der Grundplatine

    Name:  73.jpg
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    passt richtig "satt"

    Name:  74.jpg
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    Name:  75.jpg
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    dann den Außendurchmesser verringern auf Innenmaß des Gehäuses
    - hier ist auch schon die Bohrung zur Durchführung der Aufzugswelle zu sehen -

    Name:  76.jpg
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    nochmalige Prüfung......

    Name:  77.jpg
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    gereinigt und entgratet sieht er doch schon brauchbar aus

    Name:  78.jpg
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    nachdem die grundplatine wieder gereinigt ist geht es wieder
    an das Uhrwerk - Reinigen, Komplettieren.....usw.

    Bis dahin

    Regulierte Grüße
    Helmuth
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  15. #15
    Avatar von hiltibrant
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    Boah ey - sagt man im "Pott", wenn man sein ungläubiges Staunen, aber auch seine gefühlte Hochachtung ausdrücken will. Ich fass es nicht - und das alles um DIE Uhrzeit.

    Chapeau für diese Handwerkskunst - und Glückwunsch zu solchen Werkzeugmaschinen
    hiltibrant

  16. #16

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    ...krass, absolut super, sich selbst den ring zu drehen...perfekt...wann baust du deine erste uhr?! lg ilja

  17. #17
    Newsman
    Gast
    .. und dann hat sich Helmuth eben mal aus einem Baumarktrohr einen passgenauen und offensichtlich sehr stabilen Werkhaltering geschmiedet In der Zeit haben andere noch nicht mal ihre Suchmeldung fürs Forum geschrieben

    Absolut super, der Faden ... weiter so

  18. #18
    Avatar von alte Uhr
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    @hiltibrant: vielen Dank ! Mit dem richtigen Werkzeug geht das auch
    und manchmal muss man eben selbst anpacken....

    @ilja: das mit der ersten Uhr hab' ich schon hinter mir
    schau mal dort:

    https://uhrforum.de/eigenbau-tischuhr-mit-stabwerk-pl-16cm-kleine-sekunde-bei-12-uhr-t90780


    @Newsman: vielen Dank für die Blumen. Wenn man es selbst "macht" dann weiss man auch was man hat
    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  19. #19
    Avatar von alte Uhr
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    Jetzt kann es weiter gehen


    vorsichtshalber habe ich zwei Nuten für die Briden in den Ring gefeilt

    Name:  80.jpg
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    Name:  81.jpg
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    Platine und Räderwerkbrücke werden gereinigt

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    nun folgt der Einbau des Minutenrades

    Name:  83.jpg
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    Es empfiiehlt sich immer das Minutenrohr etwas nachzukerben, denn
    bei Aus-U. Einbau wird die Kerbung stark belastet und anschließend
    kann die Zeigerreibung zu gering sein.

    Diese Arbeit lääst sich leicht mit einem ausgenudelten Seitenschneider ausführen.
    Dabei geht man mit seinen Schneiden in die vorhandene Kerbe und drückt
    etwas nach - aber mit ganz viel Gefühl.....


    Name:  84.jpg
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    Das Minutenrad ist hier schon in der Platine.....

    Name:  85.jpg
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    Danach wie immer erst den Lagerstein des MR leicht ölen
    und anschließend wird das Minutenrohr auf der Triebnietmaschine
    aufgedrückt

    Name:  86.jpg
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    Das Minutenrohr rastet mit einem leichten "Klack" ein, dann sollte allerdings
    immer noch ein geringes Spiel des Rades in der Platine erhalten bleiben....

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    Wie versprochen wollte ich nochmal die Demontage des Minutenrohrs
    zeigen. Hier einfach mit einer gebogenen Kornzange in die Nut einhaken
    und vorsichtig abhebeln.
    Diese Arbeit kann aber auch mit einem Zeigerabheber ausgeführt werden.

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    Hier die Montage des Kloben für Minutenrad - hier den Lagerstein vor der
    Montage ölen da er Tassenförmig ausgeführt ist (Axialspiel der Welle)

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    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    Jetzt wird das Räderwerk komplettiert. Hier ist die Welle des Sekundenrades zu sehen
    an ihrem oberen Ende befindet sich das "Lager" in der Minutenradwelle.

    Vor dem Einbau immer ganz leicht ölen

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    Kleinbodenrad, Sekundenrad und Ankerrad schon an ihrem Einsatzort...

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    Räderwerkbrücke schon montiert

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    Im nächten Schritt wird die neue Triebfeder "implantiert"

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    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

  20. #20
    Avatar von alte Uhr
    Dabei seit
    18.07.2011
    Beiträge
    611
    Neue Triebfeder schon im Federhaus

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    Hier ist das Federhaus wieder am Einsatzort

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    Hier sind die Einzelteile des Gesperrs zu sehen.
    Sperrkegel und Sperrfeder Die Schraube ist mit einem Bund versehen,
    sie dient gleichzeitig der Befestigung der Federhausbrücke.

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    Nachdem der Sperrkegel montiert ist wird die Sperrfeder eingebaut.
    Damit das flugfreudige Teil unter Kontrolle gehalten wird "dämpfe ich ihre
    Kraft etwas mit einem uns allen bekanntem Haushaltsgerät.
    So kann man sie gefahrlos Vorspannen und in den Sperrkegel einhaken.

    Natürlich bekommt der Kegel auch vor der Montage etwas Öl.

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    Dann werden Kronrad und Sperrad montiert. Zuvor aber brauchen die Auf-
    lageflächen des Kronrades etwas Öl.

    Das zum Sperrad weisende Gewinde muss aber frei bleiben - hier greift später
    eine Schraube zur Befestigung des Automatikaufbaus ein.


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    Hier sind die gereinigten Teile des Aufzug- und Stelltiebes zu sehen.

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    Gleich beim Zusammenbau müssen die Teile an ihren Gleitflächen etwas geölt
    werden - sie danken es mit smarter Funktion und lange Lebensdauer

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    Die gefährliche Wippenfeder ist schon gespannt



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    So, Morgen geht es weiter.

    Bis dahin

    Regulierte Grüße
    Helmuth

    --- Nachträglich hinzugefügt ---

    Jetzt kann's wieder weitergehen

    Nun wird das Ganze mit der Winkelhebelfeder abgedeckt


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    Hier ist ein schmaler Ring zu sehen. Dieser dient der Verringerung der
    Reibung des Wechselrades. Dort wird vor dem Eisetzen des Rades etwas Öl
    aufgetragen - nur auf den Ring - also nicht einfach eine Tropfen drauffallen lassen....

    Diese "Ringe" befinden sich auch unter dem Datumsstern und dem Datumsrad

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    Jetzt wird das obere Unruhlager zur Montage vorbereitet. Erst waschen, dann wird
    der Deckstein über ein Stück Seidenpapier gezogen um alle Verunreinigungen
    völlig zu entfernen. Danach bekommt der Deckstein etwas Öl vorzugsweise
    in der Mitte ca 1/3 Überdeckung.
    Anschließend kann er mit dem Unruhlager aufgenommen werden.
    (das Öl führt dazu das er einfach am Lagerstein "Festklebt")

    So kann er gefahrlos in die Stoßsicherung eingesetzt werden.

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    Danach wird die Lyra der Stoßsicherung geschlossen

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    die Datumsklinke ist hier schon platziert

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    nun wird die Datumsfeder eingesetzt

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    die Datumsplatte wird mit der eingesetzten Datumsfeder etwas gegen den Uhrzeigersinn
    verdreht aufgesetzt. Dabei sollte der Führungsbolzen in die zugehörige Bohrung
    eingeführt sein. Anschließend kann die Abdeckung in ihre Possition gedreht werden.
    Dabei ist darauf zu achten, daß die Datumsfeder in die vorgesehene Aussparung im Datumshebel einhakt.

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    während diese Pozedur muss die Abdeckung nätürlich mit einem Finger leicht
    aufgedrückt werden.
    Ist die Abdeckung in ihrer Possition angekommen muss gleich die Schraube eingesetzt
    und festgezogen werden, damit ein Herausrutschen der Feder verhindert werden
    kann.

    Dann kann auch die Abdeckung für das Stellwerk aufgeschraubt werden

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    .....mechanische Uhren sind einfach was Ehrliches.....

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