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Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    Uhrensammler Avatar von Mavica
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    Zeigerreibung korrigiert (Kal. 2416B)

    So, es ist vollbracht.
    Meine Lieblings-Wostok funktioniert wieder hervorragend.
    Aufgrund mangelhafter Zeigerreibung "verlor" sie mindestens 15 Minuten pro Stunde.

    Also musste die Zeigerreibung am Minutenrohr erhöht werden. Dies habe ich selbst wie folgt durchgeführt.

    Die Patientin:
    Name:  wostok  2.jpg
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    Das Werk:
    Name:  wostok  5.jpg
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    Die Krone kann nach dem Entfernen der Schraube 1 unterBetätigung des Drückers 2 herausgenommen werden.Name:  wostok  7.jpg
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    Hier ist eine der beiden Schrauben zu sehen, die das Werk im Abstandsring zum Gehäuse halten. Vor dem Lösen dieser Schrauben, sollte man den Rotor abnehmen.Name:  wostok  8.jpg
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    Der Abstandsring:
    Name:  wostok  10.jpg
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    Weiter muss das Werk auf dieser Seite nicht zerlegt werden.
    Name:  wostok  11.jpg
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    Nach dem Abheben der Zeiger müssen diese zwei Schrauben gelöst werden, um das ZB abzunehmen.
    wostok-14.jpg
    wostok-15.jpg

    Jetzt können die drei Schrauben gelöst werden, die hier mit Pfeilen gekennzeichnet sind. Auf die Feder sollte dabei acht gegeben werden.
    wostok-16.jpg

    Der Hammer (1) dient zum Einrasten des Datumringes in seiner jeweiligen Position und kann nach dem Abnehmen der Brücke leicht verlorengehen. Also eventuell gleich jetzt mit einer Pinzette in Sicherheit bringen.
    Die Welle des Stundenzeigers (2) kann jetzt einfach abgezogen werden. (Eventuell gleich auch noch das benachbarte Zahnrad sichern, es liegt jetzt auch nur einfach so auf).
    wostok-17.jpg

    Zur Erhöhung der Zeigerreibung müsste das Werk jetzt eigentlich weiter demontiert werden, um das Minutenrohr einzeln behandeln zu können. Man würde dann eine feine Reibahle oder einen Federdraht in das Minutenrohr einführen und dann mit einem sehr wohl dosierten Schlag das Rohr an der richtigen Stelle minimal zu verengen. - Soweit die Theorie...

    Ich habe es etwas anders gelöst - gelernten Uhrmachermeistern wird sich gleich der Magen umdrehen.
    Mit der feinsten Zange, die ich finden konnte, habe ich gaaaaanz vorsichtig das Minutenrohr ein klein wenig gedrückt - dort wo bereits kleine Einkerbungen sichtbar waren. Praktisch ohne Kraft. Dann habe ich probiert, ob sich ein fühlbarer Widerstand beim Drehen an der Krone (Position Zeigerstellung) einstellt. Wieder gaaaaanz vorsichtig drücken. Wieder probieren. u.s.w.
    Ich weiß, es ist nicht die feine engliche Art, aber es hat funktioniert!

    Der Zusammenbau erfolgt ein umgekehrter Reihenfolge, mit Ausnahme der Feder für den Datumsring. Diese setzt man erst nach der Montage der Brücke unterm ZB ein.

    Zur Montage der Zeiger sucht man sich einfach den Punkt der Datumsumstellung und setzt die Zeiger in der Position Null Uhr.

    Fertig!!!
    CIAO, Mavica


    Zeit ist zu kostbar, um sie mit nur einer Uhr zu messen!
    # 111

    RUHLA-O.C.

  2. #2
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Hallo Mavica,

    mir - als gelerntem Uhrmacher - dreht sich da nicht gleich der Magen um. Ich bewundere deine Entschlossenheit und freue mich, dass das so gut geklappt hat. Nett, dass du es hier so schön bebildert für uns alle vorstellst.

    Kleine Anmerkung zu deiner Vorgehensweise am Minutenrohr: Das hat bei dir ja gut geklappt, da du das nötige Feingefühl beim Zusammendrücken an den Tag gelegt hast. Meinen Glückwunsch - das hätte aber nicht jeder so hinbekommen.
    Die Gefahr dabei besteht (bei einer Zentralsekunde, die durch die hohle Minutenradwelle läuft) darin, dass du auch die Minutenradwelle zusammendrückst und die Konstruktion eine innere Unrundheit erfährt. Dann kann man die Uhr auch nicht mehr stellen. Im Extremfall klemmt dann auch die Sekundenradwelle. Daher schlage ich für alle, die soetwas auch einmal probieren möchten die von dir zitierte Theorielösung vor.

    Viele Grüße

    der Labrador

  3. #3
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Rocketman
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    Glückwunsch zur gelungenen Operation und der tollen Fotostrecke.
    Schön, das Amphibia trotz ungewöhnlicher Vorgehensweise wieder läuft.


    Der Flitter (Das kleine, goldfarbene hauchdünne Unterlegscheibchen zwischen Ziffernblatt und Zeigerwellen) schaut auf den Fotos recht 'platt' aus, normalerweise sind die deutlicher gebogen.
    Dadurch kann es passieren, dass sich die 'Welle des Stundenzeigers (2)' abhebt, die Uhr lässt sich nicht mehr gescheit stellen und die Zeitanzeige ist mitunter auch gewöhnungsbedürftig.

    Solltest Du also Probleme dieser Art bekommen, bieg den Flitter nach oder setz einen Neuen ein.
    Viele Grüße
    Volker

  4. #4
    Uhrensammler Avatar von Uhrmichel
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    Hallo Mavica,

    auch von mir herzlichen Glückwunsch zu gelungenen OP,
    schließe mich Labradors Post an, verstehe aber nicht warum du, nachdem du schon das Werk soweit zerlegt hast den einen Handgriff gescheut hast das Viertelrohr abzuziehen.
    Einmal kräftig gezupft und du hättest das Trieb einzeln gehabt, wäre dann auch möglich gewesen wieder etwas frisches Öl an die Zeigerreibung zu bringen damit sie nicht zu schnell wieder verschleißt und leichtgängig wird.
    Na, vielleicht beim nächsten Mal

    Grüße vom Hunsrück

  5. #5
    Uhrensammler Avatar von Mavica
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    @Rocketman:
    Danke für den Hinweis mit dem Flitter. Der ist tatsächlich schon so flach, wie es auf dem Foto aussieht!

    @Uhrmichel:
    Ich habe versucht, das Viertelrohr abzuziehen, aber es ruckte sich kein bisschen. Deshalb war ich mir nicht sicher, ob ich das Rohr einfach so abziehen kann und habe es dann lieber gelassen.
    Meinst Du, das wäre einfach so gegangen?
    Dann hätte ich natürlich auch auf die "Zangenmethode" verzichtet.
    CIAO, Mavica


    Zeit ist zu kostbar, um sie mit nur einer Uhr zu messen!
    # 111

    RUHLA-O.C.

  6. #6
    Bullitt
    Gast
    Glückwunsch zur gelungenen Operation

    Immer wieder interessant wenn da so am Herzen operiert wird

  7. #7
    Uhrenfreund Avatar von pretium intus
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    Ölen?

    Hai,
    @ Uhrmichel:
    wieder etwas frisches Öl an die Zeigerreibung zu bringen damit sie nicht zu schnell wieder verschleißt und leichtgängig wird.......

    Ähm, ölst du die Zeigerreibung? Hab´ich noch nie gemacht.
    (Auf die Autokupplung tu ich auch kein Öl )

    Zum Einstellen der Reibung benutze ich ein Stiftenklöbchen

    Grüßle

    Hans
    mi reloj es mi corazón (Aufkleber auf chilenischen Trucks)

  8. #8
    Uhrenmacher
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    Da sollte man schon mit dem richtigen Spezialöl einen Hauch ölen. Sonst reibt das so stark, dass sich die Rohre abreiben. Und das kann ganz flott gehen.
    Träger des UhrForum-Hämepilzes 2011

  9. #9
    Uhrensammler Avatar von Uhrmichel
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    Man kann die Zeigerreibung nicht mit einer Autokupplung vergleichen, da reibt kein Stahl auf Stahl, abgesehen davon das es auch Fahrzeugkupplungen gibt die in Öl laufen, wird die Zeigereibung nicht geölt wird sie sich mit der Zeit regelrecht festfressen.

    Wie man mit einem Stiftenklöbchen die Zeigerreibung einstellen kann ist mir ein Rätzel, da das Klöbchen nur auf den beiden Ansätzen greifen kann die zur Führung des Stundenrades gedacht sind und keinen Druck auf die Verjüngung des Viertelrohrs ausübt.
    Entscheidend ist auch die Stelle an der das Viertelrohr verengt wird, bringt man sie zu weit oben an rastet es nicht unter die Eindrehung der Minutenwelle und wandert beim Zeiteinstellen nach oben, wird die Verengung zu weit unten angebracht weitet sich das Viertelrohr bei der Montage wieder und es ist immer noch zu lose

    Grüße vom Hunsrück
    Geändert von Uhrmichel (12.03.2010 um 21:27 Uhr) Grund: Ergänzung

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