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Ergebnis 1 bis 15 von 15
  1. #1
    Uhrenlaie
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    Unbekannte Taschenuhr, welche zur Armbanduhr umgebaut wurde

    Hallo liebe Community
    Mein Schwiegervater kam vor ein paar Monaten mit einer Uhr auf mich zu und wollte wissen wo er denn diese am besten "verfuggern" könnte. Unsere "fachkundige" Antwort war beim Juwelier oder Antequar. Jedoch lies die Uhr meine Frau nicht mehr los und so sind wir auf die suche nach Zeichen gegangen um herauszufinden wie alt die Uhr ist, wo sie her kommt und natürlich die Frage aller Fragen, was SIE überhaupt Wert sein könnte??
    Leider haben uns die vielen Internetseiten mit Stempelabbildung überhaupt nicht geholfen, deshalb habe ich mich nun hier angemeldet um, um Ihre fachkundige Meinung zu erfragen.
    Natürlich stelle ich auch gleich Bilder dazu ein.

    Vielen Dank im Voraus
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken 100_0823.jpg  

    100_0856.jpg  

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    100_0865.jpg  

    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken  

  2. #2
    Uhrensammler Avatar von Sylver
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    Hallo interessante uhr !Im schönem zustand hier ein paar infos.

    Material 585 er Gelbgold (58,5%)ist der Feingoldanteil der rest ist silber und co.
    Preislich setzte ich wenn sie läuft und in diesem Tragbarem zustand max 90 euro !

    Infos zum Werk kommen bestimmt gleich noch
    Mitglied des V.C.C. und dem Ruhla O.c sowie dem G.B.C

  3. #3
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    Hallo,
    Uhr und Werk wurden nach 1886 in der Schweiz für den deutschen Markt hergestellt.
    Die Feingehaltangabe in Solotniki läßt auf eine entgültige Bestimmung für Rußland schließen.
    Das Werk hat Cylinderhemmung mit 10 Steinen, was für Damentaschenuhren eine 'normale' Qualität darstellt.
    Mehr wird sich über die Uhr nicht heraus finden lassen.
    Gruß Holger

  4. #4
    Uhrenlaie
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    Zitat Zitat von holger 57 Beitrag anzeigen
    Die Feingehaltangabe in Solotniki läßt auf eine entgültige Bestimmung für Rußland schließen.
    Vielen Dank für die schnellen Antworten. Aber was heißt "solotniki"? Welcher Stempel sagt denn was aus? Vorallem habe ich noch in keiner Abbildung diese Umrandung um die Feingoldangabe gesehen. Ist das vielleicht ein Stempel im Stempel???
    Der Hersteller wird wohl sich nirgends verewigt haben? Es sind ja nun doch mehrere Stempel auf der Innenseite des Deckels!

  5. #5
    Uhrenmacher Avatar von Poljotnik
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    ahoj Robert, die Solotniki-Angabe ist die 56. In der alten Form der russischen Feingehaltangabe waren 96 Solotniki quasi reines Gold, womit 56 Solotniki dem Feingehalt von 0.585 entsprechen. Der Stempel enthält also quasi 3 verschiedene Varianten der Feingehaltangabe auf einmal. Einmal in Masseanteil, einmal Masseanteil in Solotniki und einmal in Karat.

    P.
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  6. #6
    Uhrenlaie
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    Vielen Dank Poljotnik! Also scheint dies ein russischer Stempel zu sein? Bis wann ungefähr wurde dieser in Russland so genutzt oder zeigen die Russen ihr Gold immernoch in Solotniki an?

  7. #7
    Uhrenmacher Avatar von Poljotnik
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    Nein ich denke nicht, daß das ein russischer Stempel ist, viel mehr hat ganz sicher Holger recht, die Uhr wurde so gestempelt, weil sie bzw. ein Teil der Auflage dieses Gehäuses für den russischen Markt vorgesehen waren. Ist natürlich geschickt, wenn ich als Rohgehäusehersteller gleich alle damals üblichen Feingehaltangaben in einer Punze vereinige, da kann dann jeder Exporteur die Gehäuse sofort verwenden ohne das eine zusätzliche Punzierung nötig wird.
    Die Solotniki Angaben wurden irgendwann in den 1890ern aufgegeben, das weiß einer der TU Experten hier sicher genauer, danach wurde der Feingehalt in prozentualen Masseanteilen gestempelt, im Gegensatz zum "Westen" jedoch ohne Aufrundung, also 14kt Gold wurde mit 0.583 und nicht wie weiter im Westen üblich mit 0.585 gestempelt. Dieses System wurde auch in der Sowjetunion weiter beibehalten. Wie es jetzt aussieht weiß ich nicht genau, aber ich glaube man hat sich den "weststandards" angepasst.

    Es grüßt,

    P.
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  8. #8
    Uhrenlaie
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    Okay fassen wir zusammen:
    Der Hausähnliche Stempel mit den drei Wertangaben scheint der Stempel vom Goldschmied zu sein. Da drei Werte angegeben wurden, scheint die Uhr eventuell auch für den russischen Markt hergestellt worden zu sein. Da in den 1890ern der russische Wert abgeschafft wurde, muss die Uhr mindestens 110 - 120 Jahre alt sein.
    Es ist eine Damentaschenuhr.

    Nur welcher Stempel besagt das sie in der Schweiz hergestellt und ´für den deutschen Markt bestimmt war so wie Holger 57 geschrieben hatte, sogar mit genauem Jahr?

  9. #9
    Uhrenliebhaber
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    Also so alt wie Du meinst ist Deine Uhr nun doch noch nicht.
    Ich schätze das Alter auf max. 90 - 100Jahre.
    "Solotnik ist eine russische Gewichtseinheit. Sie wurde bis 1927 (Einführung des metrischen Systems in der UdSSR) in Rußland bzw. der UdSSR verwendet."
    56 Solotniki = 583/1000 = 14 Karat
    72 Solotniki = 750/1000 = 18 Karat
    84 Solotniki = 875/1000 = 21 Karat
    Wenn ich den Deckel richtig angeschaut habe befinden sich darauf auch der Deutsche Reichsgoldstempel (Krone) und der schweizerische Goldstempel ( Eichhörnchen) für 14k

  10. #10
    Uhrenlaie
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    Ah okay, vielen Dank Holli!

    Das Eichhörnchen ist der Stempel links von den "Wertangabenhäuschen"! Was ist das dann aber rechts?
    Bist Du Dir sicher das es eine Krone ist?

    Denn so sieht der stempel garnicht aus! Leider hab ich selbst keine Vergrößerung, jedoch könnt ihr Euch das Bild abspeichern und mit einem seperaten Bildanzeigeprogramm heranzoomen.
    Könnte der "Wertangabenhäuschenstempel"(wird immer länger das Wort) nicht auch der Stempel des Herstellers sein?? Denn an der rechten Kannte ist ein "R" zu erkennen!! Meine ich zumindestens

  11. #11
    Uhrenliebhaber
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    Der Reichsgoldstempel befindet sich auf dem Deckel oberhalb von der Zahl "138"
    Das ist er , glaube es mir.

  12. #12
    Uhrenmacher Avatar von Poljotnik
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    Das mit 1927 als Abschaffungsdatum der Solotniki als allgemeiner Gewichtseinheit ist richtig, aber die Einführung oder besser Zulassung der metrischen Edelmetallpunzierung für Importgüter fiel noch in die Zeit Nikolaus II, wobei man sich in der Literatur streitet, ob es mit der Punzierungsreform von 1896 oder der von 1908 einherging oder unabhängig von beiden.
    So findet man auf den Pawel Bure Uhren in Schweizer Silbergehäusen die in der ersten Dekade des 20. Jhdts. geliefert wurden meist keine Solotniki-Angaben mehr.

    P.
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  13. #13
    Uhrenliebhaber
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    Hallo Poljotnik
    Deinen Ausführungen bzgl. "Solotniki Stempelung" kann ich nicht ganz zustimmen.
    Als Beispiel 2 Uhren von ca. 1930 die beide noch mit "56" Solotniki gestempelt sind.
    Als erstes eine "TELLUS"

    Als zweites eine "BIFORA"

    Gruß
    Günther

  14. #14
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    Hallo Robert,
    eine Menge Informationen findest Du unter den folgenden Links:
    Feingehaltstempel
    Kontrollstempel
    Herstellerstempel


    Hallo Enrico,
    hast Du weitere Angaben zu Stempelgesetzen im Zaren-Rußland und in der SU ?


    Gruß Holger

  15. #15
    Uhrenmacher Avatar von Poljotnik
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    Hallo Holger,

    ich schick Dir, wenn ich das nächste Mal in meinem Museum bin einige Literaturquellen. In den 70er sind in England zu dem Thema mehrere Magister, Diplom und Dr.-Arbeiten geschrieben wurden, von denen mindestens 2 auch als Bücher erschienen. Aber um die jetzt genau zu benennen, muß ich ans Bibliothekssystem, da ich mir die Titel und Autoren nicht gemerkt habe. Momentan habe ich nur im Gedächtnis, das es wohl 1896 eine Reform der Punzierung gab, die aber wohl erst zeitversetzt griff und dann auch so schwammig gehandhabt wurde, daß 1908 nochmals eine Reform nötig wurde, die dann wohl deutlich strikter gehandhabt wurde und recht schnell griff.


    Ahoj holli,

    kann es sein, daß Altbestände an Gehäusen verwendet wurden bzw. das ein Hersteller nach dem Ende der "Solotniki-Periode" den Stempel nicht umstellte, zumal wenn die Produkte eh nicht mehr für den russischen Markt vorgesehen waren? Andererseits nur weil die Solotniki-Angabe keine Pflicht mehr war, heisst das ja nicht, daß sie nicht trotzdem weiter "inoffiziell" verwandt wurden, wobei ich aber denke, daß man gerade bei Edelmetallen schon sehr darauf achtete, daß alles den legalen Weg geht. Aber generell hast Du natürlich völlig recht, daß der Datierungsansatz über die Punze selbst, viel zu schwammig ist und ein viel breiteres Zeitfenster erlaubt.

    P.
    Geändert von Poljotnik (24.08.2010 um 09:24 Uhr)
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