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Ergebnis 1 bis 13 von 13
  1. #1
    Uhrenliebhaber Avatar von StartSomething
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    Seiko 6138 Chronograph - lohnt sich Reparatur?

    Wertes Forum,

    ich stehe vor der Entscheidung, einen Seiko 6138-0030 Vintage-Chronographen zu kaufen. Wie mir der Käufer mitteilt, lässt sich auf der Uhr allerdings der Sekundenzeiger des Chronographen nicht mehr richtig rücksetzen. Daher wollte ich fragen, ob es hier diesbezüglich Erfahrungen gibt? Nach Recherche im Internet bin ich zu dem Schluss gekommen, dass dieses Problem bei 70er-Seiko-Chronos nicht unüblich ist. Gibt es dazu Erfahrungen im Forum, worauf das Problem zurückzuführen ist, ob es sich beheben lässt und wenn ja, mit welchem finanziellen Aufwand es verbunden ist?
    Ist der Kauf der Uhr überhaupt sinnvoll und wenn ja, in welchem Preisbereich?

    Danke für die Hilfe!
    Beste Grüße aus Wien,
    Hermann

  2. #2
    Uhrensammler Avatar von mahlekolben
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    Zitat Zitat von StartSomething Beitrag anzeigen
    ... lässt sich auf der Uhr allerdings der Sekundenzeiger des Chronographen nicht mehr richtig rücksetzen.
    Aber irgendwie dann doch - nur nicht ganz richtig?

    Klingt nach "Zeigersetzen", wenn der Sekundenzeiger immer wieder auf die gleiche (wohl falsche) Position fährt.

    Ich persönlich halte das noch für "große Kunst" - die Uhrmacher hier werden darüber lachen.

    "Teuer" wird's sicher nicht - wie "günstig" es wird, verrät Dir dann Dein Uhrmacher!

    Glücklicherweise ist das alles relativ...
    Liebe Grüße

    Michael

    1. Rittmeister des TWOC

    Suche ständig zum Selbststudium: (Taschen-) Uhren, Werke, "Schrott", Reste...:

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  3. #3
    Uhrenfreund Avatar von minsch0
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    Hallo Herman
    Ich habe den Sekundenzeiger bei ein Poljot 3133 vor 2 wochen setzen lassen.Das ganze hat 5€ gekostet.Ich besitze noch eine Seiko 6139 da lasse ich dies auch machen,und wird gleich mit gereinigt.Wenn eine Uhr noch einigermaßen geplegt aussieht würde ich es reparieren lassen.
    Grüsse Dirk

  4. #4
    Uhrenmacher Avatar von Mr-No
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    hi Herman,
    wenn du die Seiko günstig erwerben kannst und sie dir grfällt, häng ein paar € dran.
    Hast sie dann vor dem abwracken bewahrt
    Gruß
    Norbert aus DA

  5. #5
    Uhrenliebhaber Avatar von StartSomething
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    @ Mr-No: genau das war ja auch meine Intention

    Trotzdem würde ich das Tickerchen halt gerne zumindest technisch wieder voll funktionsfähig haben...

  6. #6
    Uhrenmacherlehrling Avatar von Tourbi
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    Du hast ja bei deiner Recherche erfahren, dass dieser Fehler nicht unüblich war.
    Stand da nirgendwo etwas über die Ursache?
    Wenn dieser Fehler bei diesem Kaliber öfter auftrat, kann es nicht an der Zeigerhülse liegen.
    Das wäre nur der Fall, wenn Seiko die Fertigungstoleranz zu großzügig bemessen hätte.
    So wären manche Zeigerwellen zu dünn, andere zu dick gewesen.
    Diesen Makel hätte Seiko aber mit Leichtigkeit beseitigt.

    So tippe ich eher auf einen Konstruktionsfehler. Bei eine Entwicklungszeit von nicht mal 2 Jahren bis zur Serienreife durchaus möglich.
    Als Ursache bleiben somit nur noch 3 Möglichkeiten.

    1. Das Rückstellherz ist nicht genügend auf dem Chrono-Zentrumsrad befestigt und verdreht sich so mit der Zeit.

    2. Die Einstellorgane für den Herzhebel sind zu schwach ausgelegt, und können sich dadurch im Betrieb verstellen.

    3. Eine Neigungsfläche des Herzhebelschnabels steht bei Nullstellung an einer Kolonne des Schaltrades an.

    Ein neu setzen des Zeigers schafft hier nur für kurze Zeit Abhilfe.
    Gruß Tourbi

    Man widerspricht oft einer Meinung, während uns eigentlich nur der Ton missfällt, in dem sie vorgetragen wurde. Friedrich Nietzsche

  7. #7
    Uhrenliebhaber Avatar von StartSomething
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    Hallo Tourbi,

    vielen Dank für deine Antworten! Ich hatte schon vermutet, dass es eher am Rückstellherz liegen würde denn an über die Zeit verdrehten Zeigern...

    Was bedeuten aus deiner Sicht diese drei möglichen Defekte? Ist eine Reparatur des Chronos ohne Ersatzteile möglich?

    P. S.: bei einem Problem mit dem Rückstellherz müssten aber doch alle drei Totalisatoren betroffen sein, oder?

    Grüße,
    Hermann

  8. #8
    Uhrenmacherlehrling Avatar von Tourbi
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    Die Rückstellherzen sind natürlich alle auf die gleiche weise befestigt.
    Beim Rückstellen tritt aber beim Sekundenzeiger aufgrund seiner Länge, und daraus resultierendem Gewicht, die größte Belastung auf.
    Dadurch gibt eine eventuell zu schwach ausgelegte Befestigung hier zuerst den Geist auf.
    Ersatzteile sollten keine nötig sein.
    Herzen kann man vernünftig befestigen.
    Falls Einstellexzenter locker sind, helfen Originalteile sowieso nicht.
    Hier hilft dann aufbohren und passende Exzenter setzten.
    Zur Not selbst anfertigen.
    Reparabel ist das Teil auf jeden Fall.
    Gruß Tourbi

    Man widerspricht oft einer Meinung, während uns eigentlich nur der Ton missfällt, in dem sie vorgetragen wurde. Friedrich Nietzsche

  9. #9
    Uhrenfreund Avatar von Paule
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    Hermann, sorry für meinen Einwurf:

    Ich habe das gleiche Problem, leider die Uhr (6139) schon erworben, war damit bei diversen Uhrmachern - die lehnen die Bearbeitung ab (kein Werk aus der Schweiz), einer hat sich daran versucht, konnte das Problem nicht lösen. Seiko/Japan schreibt: zu alt, keine Ersatzteile. Seiko Deutschland hat sich die Uhr zuschicken lassen, nach zwei Wochen kam Sie zurück: kein Ersatzteile verfügbar, was defekt ist, wurde mir nicht mitgeteilt (dafür wurde mir auch nichts berechnet).

    Falls einer von Euch eine Möglichkeit sieht, die Sache zu fixen, stelle ich gern die Uhr zur Verfügung (und komme selbstverständlich für die Kosten auf). Hab mir noch ein zweites (gebrauchtes Werk) besorgt, falls ein defektes Teil zu tauschen ist...

    Ihr seht, hab einiges zur Rettung unternommen, bisher leider erfolglos.

    Danke, Paule
    Mitglied im Mido Owners Club (M.O.C.)

  10. #10
    Uhrenmacherlehrling Avatar von Tourbi
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    Ja das ist das Problem. Kein Schweizer, Seiko kennt man nicht, braucht´s auch nicht, werden sowieso eingeschickt.
    Seiko selbst repariert auch nicht, sondern tauscht nur aus.
    Notfalls das komplette Werk. Falls noch vorhanden. Ansonsten: Wegwerfen.
    Reparieren im eigentlichen Sinn kann und/oder will heute kaum noch einer.
    Abgenutzte, defekte, oder gar fehlende Teile nachfertigen, falls nicht mehr lieferbar.
    Das war es einmal, was reparieren bedeutete. Lang ist´s her...
    Wenn jetzt ein Uhrmacher sagt, er kennt das Kaliber nicht, und will daher nichts damit zu tun haben....
    Warum? Im Prinzip ist ein Chronogpaph eben ein Chronograph. Egal ob Schweiz oder Japan.
    Die technische Dokumentation von Seiko für diese Kaliber ist deutlich umfangreicher und detaillierter als zB die der Eta.
    Vergleichbares kommt aus der Schweiz nur von Omega.
    Wenn man aber nicht mal diese Unterlagen hat wird es schwierig.
    Die 61er von Seiko sind etwas komplizierter aufgebaut als zB ein 7750....
    Gruß Tourbi

    Man widerspricht oft einer Meinung, während uns eigentlich nur der Ton missfällt, in dem sie vorgetragen wurde. Friedrich Nietzsche

  11. #11
    Uhrenfreund Avatar von Paule
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    @Tourbi, ja, das ärgert mich auch, deswegen will ich nicht aufgeben.
    Dokumentation habe ich beschafft, nicht von Seiko, geben die nicht raus, ich habe es versucht... Dann hat Freund google geholfen.
    Der mutige Uhrmacher hat schon mit Teilen von beiden Werken experimentiert, ich weiß selbst nicht mehr, was jetzt noch original ist.
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  12. #12
    Uhrensammler Avatar von Uhrmichel
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    Ist schon schade um die teilweise technisch sehr interessanten Seikos, aber den meisten Uhrmachern fehlt die Erfahrung mit diesen Werken da zu Zeiten als es noch Teile gab komplett getauscht wurde, war zu dieser Zeit einfach wirtschaftlicher. Heute tauchen diese Uhren wieder im Vintagebereich auf und es ist schon verständlich das Uhrmacher davor zurückschrecken selbst eine normale Revision durchzuführen. Da es an Erfahrung fehlt revidiert man diese Werke nicht so blind wie eine Valjoux,Lemania,Landeron oder Eta,
    hinzu kommt noch eine schlechte Ersatzteilsituation. Da die Seikos noch nicht zu den antiken Uhren zählen ist das Nacharbeiten oder Neuanfertigen von Teilen in der Regel unwirtschaftlich, auch wenn der Uhrmacher es könnte ist der Kunde selten bereit den Arbeitsaufwand zu bezahlen. Hinzu kommt noch das der Kunde auf eine komplette Revision mit Recht auch eine Funktionsgarantie erwartet, was aber auf Grund der Ersatzteilsituation problematisch werden kann, da man bei der Reparatur evt. Kompromisse eingehen muss und nicht jedes verdächtige Teil sicherheitshalber tauscht um Reklamationen vorzubeugen.
    Deshalb lehnen viele Uhrmacher diese Uhren gleich ab um nicht das Risiko einzugehen viel Arbeitszeit zu investieren und am Ende doch einen unzufriedenen Kunden zu haben.
    Trotzdem schade um die Seikos, bzw, auch Citizens, vielleicht muss man noch 50 bis 100 Jahre warten, dann sind sie bestimmt sehr selten da auch heute noch die meisten entsorgt werden.

    Grüße vom Hunsrück

  13. #13
    Uhrenliebhaber Avatar von StartSomething
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    Nachdem ich diese Woche nun endlich Gelegenheit hatte, das gute Stück einmal persönlich zu begutachten, wollte ich die Herausforderung annehmen und habe den Ticker zu einem wie ich meine fairen Preis erworben.

    Konkret geht es also nun um einen Seiko 6138-0030 Chronographen, 09/1973.
    Bzgl. der Funktion der Uhr gibt es aus heutiger Sicht eher gutes zu berichten, nachdem ich die Uhr selbst in Händen gehalten habe. Obwohl das gute Stück knapp dreißig Jahre in einer Schublade fristen musste, lief das Werk nach dem Aufziehen brav an. Die Ganggenauigkeit lässt ein bisschen zu wünschen übrig, ich werde den Ticker daher mal einem Uhrmacher zum Regulieren geben. Die Datums- und Tagesanzeigen schalten sauber (soll ja bei den 6138/6139-Werken auch immer wieder mal Probleme machen).

    Auch bezüglich der Chronofunktion wurde ich positiv überrascht: Der Start-Stopdrücker lässt sich schön weich schalten, der Reset-Drücker klemmt allerdings ziemlich und bleibt nach dem Drückvorgang in seiner Aufnahme stecken. Die Totalisatoren lassen sich prinzipiell wieder rücksetzen, interessanterweise wandert aber der Stundentotalisator gelegentlich weiter, wenn der Reset-Drücker klemmt. Durch nochmaliges Betätigen von ebendiesem lässt sich aber auch dieser Zeiger rücksetzen.

    Das neue Projekt Seiko Vintage-Chronograph stellt mich also nun vor einige interessante Herausforderungen, zu denen ich mir eure geschätzten Meinungen einholen würde!

    1. Das montierte Glas ist ziemlich verkratzt. Leider habe ich bezüglich Uhrenglases etwas falsch verstanden, auf verschiedenen Internetseiten war zu lesen, dass die Uhr mit einem Acrylglas ausgestattet ist. Wie ich nun erfahren habe, handelt es sich dabei allerdings um ein spezielles Seiko-Mineralglas (Hardlex).

    Nun meine Fragen:
    - kann das Glas poliert werden und wenn ja, was benötigt man dafür?
    - wenn ich das Glas ersetzen lassen muss, welche Kosten würdet ihr dafür als fair bezeichnen?
    - kennt ihr diesbezüglich Anbieter (nach der vorgehenden Diskussion in diesem Thread nehme ich nicht an, dass ich über Seiko noch Ersatzteile bekomme) bzw. kennt ihr Anbieter von Tausch-Saphirgläsern?

    2. Ich möchte dem Gehäuse eine dezente Erfrischungskur verpassen, also die vielen feinen Schlieren aufpolieren. Welche Möglichkeiten dazu kennt ihr?

    3. Weiters möchte ich, um die Wasserdichtigkeit der Uhr weiterhin zu gewährleisten, die Dichtungen ersetzen. Hat dazu vllt. jemand einen Anbieter?

    4. Das Werk der Uhr ist zumindest optisch in sehr gutem Zustand, habe diese Woche mal kurz einen Uhrmacher den Boden öffnen lassen. Der Uhrmacher hat dabei allerdings mit seinen Fingern den Rotor berührt - daher verzeiht mir bitte die vermeintlich dumme Frage, aber: können Werkteile durch Fingerabdrücke beschädigt werden (Korrosion)? Berührt ein Uhrmacher z. B. bei einer Revision auch mit bloßen Händen die Uhrwerksteile?

    Danke und beste Grüße aus Wien,
    Hermann

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