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30.04.2008, 15:37 #1
Meine erste japanische Mechanik
*Seufz*
Uhrensüchtig, tja, das hat man davon. Nachdem ich mit meiner Mido und meiner Mühle zwei "Daily-Office-Rocker" im Einsatz habe, wurde mir aber die Verwendung mit zwei kleinen, lieben, aber lebhaften Kindern zu heiss. Also kam eine Casio Digi, die echt was abkann auf dem Spielplatz, dem Spielteppich und bei der Haus/Gartenarbeit.
Blöd nur, dass ich mit dieser Taktit fast den ganzen arbeitsfreien Tag mit so ´ner Digi-Quarz rumrenne. Vor Feierabend schaut man schon traurig auf die Mühle, die man ja gleich wieder ablegen wird.
Nein, Mechanik muss auch am Abend an den Arm. Und da ich da nicht viel investieren will (und alle anderen passenden Uhren vertickert habe), erwerbe ich flugs meine erste japanische Mechanik, die mir quasi "vor die Füsse fällt".
Eine J.Springs Diver in Black
[/img]
Nach dem Öffnen des Postpaketes erst mal eine positive Überraschung. Eine kleine Schachtel, nur Pappe, aber sehr schick und stylisch gemacht. Na, wenn`s so weitergeht...
Die Uhr zum ersten Mal in der Hand. Pfff, massiv und schwer, eigentlich nicht schlecht, aber ich frage mich doch sehr, ob da nicht ein paar Gramm Edelstahl mehr verbaut wurden, als nötig, um der Uhr etwas mehr "Gewicht" zu verleihen. Sehr kopflastig.
Das Gehäuse ist massiv und gut verarbeitet. Allerdings auch recht simpel. Ran an die Schleif/Poliermaschine und feddich! Gebrochene/anglierte Kanten oder ein Wechsel von polierten und satinierten Flächen gibt es nicht, nun ja, vielleicht auch besser nicht als schlecht gemacht.
Negativer sehe ich das Band. Zwar auch massiv (Anstösse nicht) und mit Drücker-Faltschliesse und Bügel, aber quietschig und die Rundanstösse sind kürzer als die Bandanstösse am Gehäuse. Tja, hat Rolex auch so und da ist es Kult. Kein Kult: Das Band verkantet an der Unterseite mit dem Uhrengehäuse. Gottseidank ist alles Edelstahl, aber das sich da jetzt alles gemütlich abschleift ...

Das Lünettendreieck steht nicht bündig mit der Zwölf, sehr schade, denn ansonsten bekommt die Lünette von mir sehr gute Noten. Etwas schwer in Gang zu kriegen läuft sie dann sehr wertig und exakt. Null Spiel !! Habe ich bei wesentlich teureren Uhren schon wesentlich schlechter gesehen.
Sehr schön das Zifferblatt. Ob das Hardlex-Glas nun härter ist als Mineral, teste ich erst mal nicht. Aber schön klar ist es und verspiegelt. Sieht aus wie Saphierglas. Ich mag diese Speigelungen auf dem klaren Glas. Zeiger und Indizes sind sauber und stimmig, das ZB selber ist dreidimensional, ein äusserer Ring ist erhöht, in der Mitte sind kleine Punkte angebracht. Erst auf den Bildern hatte ich Sorge darum, da ich nicht so ein Freund von guillochierten ZB bin (a la Le Locle). Aber zumindest bei der schwarzen Version wirken die Punkte sehr edel und sind auch nur bei genauem Hinsehen sichtbar. Ansonsten stören sie die Ruhe des ZB nicht.
Bergab gehts wieder beim Werk. Wie schon (gestern?) geschrieben, was muss man fürchterliches Gefrühstück haben, um an dem Tag ein mechanisches Werk ohne Handaufzug zu bauen? Automatik hin oder her, wie beim sportlichen Gyroball stehe ich im Ankleidezimmer und schleudere die Uhr mit möglichstem Sachverstand hin und her, um irgendwie einen Aufzug zu erreichen. Hinweis meiner Frau, wehe der Klopper fliegt mir aus der Hand und scheppert in den grossen Spiegel. Schon wieder Uhrenkrise...
Das Datum ist wahlweise arabisch (Konsequent: Freitag in rot) oder englisch. Naja, Integration ist ja schwer im kommen in so fern OK. Aber das gegen 23:00 das Datum schon "absackt", um 23:30 man gar kein Tagesdatum mehr ablesen kann, gegen 01:00 der arabische Tag erscheint und um 02:30 endlich mal englischer Wochentag und aktuelles Datum sich eingefunden haben, meine Güte ... Stolz wird das alles auch noch mit Glasboden präsentiert.
Mein Fazit:
Also, aus meinem Erfahrungsschatz könnte ich die Uhr z.B. mit meiner (ehemaligen) Dugena-Matic "Sub-Look-a-like" mit Miyota 8215-Werk vergleichen. Da ist das Gehäuse besser, das Armband zwar dünner, dafür aber passend. Die Dugena ist insgesamt besser, allerdings auch 100 EUR teurer als die J.Springs. Letztenendes muss jeder selber entscheiden: 50 EUR ausgeben für eine Uhr mit deutlichen Nachteilen, oder sparen und in der Region von 200 EUR auf z.B. gebrauchte Schweizer mit ETAS warten.
Bei den Einschränkungen des Y696-Werkes der SII (Seiko)
kein Sekundenstopp
kein Handaufzug
Datum/Tageswechsel über 3,5 Stunden
werde ich zukünftig wohl doch eher wieder nach schweizer Mechanik schielen.
Oder mich besser ganz zurückziehen, so wie Doc
... was er ja wohl hoffentlich nicht ernsthaft tun wird ...Mecaline
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30.04.2008, 15:59 #2Uhrenfreund
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- 186
Bravo, sehr ausführlicher Bericht.
Für 50 Euro kann man sicherlich nicht meckern.
Ich würde mich aber generell für Deine Zweite Möglichkeit entscheiden. Sparen in die Region 200 Euro.
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30.04.2008, 17:26 #3
Hi,
gratuliere zum Neuerwerb! Groß Schütteln braucht man doch eigtl gar nicht, wenn man sie genügend trägt. Aber wieso die meisten japanischen Einsteigeruhren (Seiko 5, J. Springs) einen Glasboden haben versteh ich auch nicht. Diesen unbearbeitet vom Band geplumsten Werken braucht man wirklich nicht beim arbeiten zugucken.
Gruß, SediDas muß die Uhr abkönnen!
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30.04.2008, 17:45 #4
Sehr schöner und ausführlicher Bericht. Bravo !!!
Hatte Sie in weiss mit roter Lünette und kann Deine Eindrücke nur teilen... Das mit dem Glasboden ist doch ein nettes Gimmick und den Handaufzug vermisse ich nicht.
Wenn Du Sie loswerden willst -> Bitte PM !
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30.04.2008, 18:06 #5Uhrenliebhaber
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Glückwunsch zur ersten Japan Automatik.
Finde sie für die Einsatzzwecke doch bestens geeignet. Mit dem Geld was du eingespart hast im Gegensatz zur 200.- schweizer, kannst du ja noch eine 2. kaufen
damit du nicht immer die selbe Automatische Uhr beim Kinder hüten tragen mußt. :wink: Wird doch sonst auf die Dauer langweilig.
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02.05.2008, 09:46 #6Genauso ist das. Und sooo schlecht, wie es vielleicht manchmal in meinem Bericht rüberkommt, finde ich die Uhr ja auch gar nicht.
Zitat von Bender
Seinerzeit haben mal Forumsuser die Uhr für 40 EUR aufwärts "geschossen", in den Shops z.B. bei Forumsuser Imago liegt die Uhr so bei knapp unter 100 EUR
http://www.shop-wittlich.de/main_bigware_34.php?pName=j-springs-beb008
Und das ist sie allemal Wert. Mir ging´s (auch) darum, zusagen, dass man für den Preis eine gute mechanische bekommt, aber auch keine Wunder erwarten sollte.
@Pronto
Deswegen gibt es auch keine PMMecaline
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02.05.2008, 16:23 #7
Meine verspäteten Glückwünsche zur J. Springs!
Allerdings werden diese Uhren meines Wissens nicht in Japan hergestellt; von einer "japanischen" Uhr würde ich daher nicht sprechen, auch wenn eine Verbindung zu Seiko besteht.
Viele Grüße und gute Gangwerte
Wolfgang
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02.05.2008, 17:31 #8Kann ich nicht verstehen. Ich liebe Glasböden und ob die Werke genau gehen oder gut verarbeitet sind, sieht man ihnen ja meist kaum an.
Zitat von Sedi
Ich finde dabei gilt:
Je billiger die Uhr, desto besser sieht sie aus (innen un außen)
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02.05.2008, 17:42 #9Deine Meinung. Ein sehr pauschales Urteil.
Zitat von T Star
Allerdings habe ich das so bisher noch nie gehört und kann mich dem nicht anschließen.
Qualität ist in der Regel nicht umsonst. Und die geht oft mit dem Aussehen einher.
Es gilt aber auch nicht der Umkehrschluß: je teuerer eine Uhr, desto besser sieht sie aus.
@mecaline: verspätete Glückwünsche zur Springs. Viel Spaß mit dem Teil wünsche ich Dir.
Habe ich da ein paar Kompromisszweifel gelesen ?
Grüße...carpediem.Member of the TWOC
Ich liebe Uhren - keine Marken
Wie spät ist es eigentlich ?...
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02.05.2008, 18:01 #10Hab ich allerdings schon oft gesehen. wer schon mal auf irgendwelchen chinesischen Märkten war (also ich meine Märkte, auf denen Chinesen in Deutschland ihr Zeug verticken), der weiß:
Zitat von carpediem
Die Sachen sehen suuuupeeer aus, aber überstehen die erste Wäche nicht.
Ganz so extrem ist es bei Uhren jetzt nicht, aber ähnlich
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02.05.2008, 18:11 #11
Aha. Ich verstehe, was Du meinst. Bei mir muß das Aussehen noch eine Leibesvisitation durchstehen. Da scheiden sich dann mitunter die Geister. :wink:
Aber Du hast recht: manches Superbillige sieht mitunter top aus... :?
Liegt natürlich alles im Auge des Betrachters....
Grüße...Frank.Member of the TWOC
Ich liebe Uhren - keine Marken
Wie spät ist es eigentlich ?...
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03.05.2008, 03:14 #12Hi Sedi,
Zitat von T Star
die haben deshalb einen Glasboden, weil arglose Käufer glauben, eine Uhr mit Glasboden müsse ein besonders gutes Werk haben - sonst würde es sich schließlich nicht lohnen, es anzuschauen. Das ist nur Werbung.
Und zu T-Star:
Für normale, unverzierte und unbearbeitete Werke (auch ETAs) braucht man eigentlich keinen Glasboden. Nichts desto trotz vestehe ich Dich und mag auch bei solchen Uhren Glasböden - nötig sind sie aber eigentlich nicht.
Und damit wären wir auch beim zweiten Punkt. Veredelten Werken sieht man durchaus an, dass sie veredelt wurden. Mit verschiedenen gebläuten Schraubensorten und Schliffen auf Platine und Rotor etwa. Da macht es dann wirklich Sinn (356 Sa Flieger II - sorry musste sein :P ) einen Glasboden einzubauen.
Und Dein letzter Satz mit dem besser aussehen... Das ist nun wirklich Käse. Sorry... :cry:
Gruß Shir"Was ist die Zeit, ohne den Zeiger, der sie schreibt?" (Anajo)
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Über mich: certinesquer tutimatanter Hamiltonist.
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03.05.2008, 18:08 #13
Geschmacksache;
Lassen wir das, in diesem Thrad geht es eigentlich um die Mechanik, oder?
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04.05.2008, 16:10 #14
@mecaline,
auch von mir Glühstrumpf zur J. Springs! So schlecht ist die doch gar nicht... :wink:
Eben ne "Volks-AU" für kleines Geld.
"Uhrige" Grüße aus Berlin!
JochensUhrentick"Uhrige" Grüße aus Berlin!
JochensUhrentick
Fantasie ist Lichtgeschwindigkeit, Perfektion ist Zeitlupe. - unbekannter Autor -
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05.05.2008, 10:35 #15Danke, aber mit den Kompromisszweifeln muss ich sagen, dass ich sie seit einigen Tagen ohne Unterbrechung gerne trage. So langsam behauptet sie sich
Zitat von carpediem
Und das Band quietscht nach einigem Putzen und tragen auch nicht mehr, war wohl einfach zu neu
Dann werde ich wohl mal Gangwerte messen, mal schauen ...Mecaline
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05.05.2008, 17:37 #16
Hi, mecaline!
Ich habe mich bewußt zurückgehalten, um Deine neueren Erfahrungen abzuwarten.
So wie es scheint, ist sie um wenig Geld genau das, wofür Du sie einzusetzen gedachtest.
Das freut mich - und deshalb gibt es auch Glückwünsche, wenn auch sehr verspätet ...
Und über die kleinen Unbilligkeiten wie fehlender Sekundenstopp oder "nur Schüttel-Aufziehung" kann man dann ja getrost hinwegsehen.
Halte uns bitte auf dem laufenden.
Gruß, Richard
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06.05.2008, 17:53 #17
da ich die gleiche hatte kann ich deinen bericht teilweise bestätigen. das mit dem quietschenden band allerdings nicht. ist in einem anderen thread auch schon mal erwähnt worden.hmm........
ansonsten glaube ich auch das mann für das geld auf keinen fall was verkehrt macht. mit den normalen seiko 5ern kann sie auf jeden fall locker mithalten.
die gangwerte bei meiner lagen bei (ziemlich genau) +20sek./tag. ließe sich als durchaus noch einregulieren. leider hab ich sie (vorschnell) an einen kumpel vertickt. werde den mal fragen wie sie so bei ihm jetzt läuft.
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16.05.2008, 19:25 #18
Also, meine Springs, nach einer Regulierung die knapp 2 Euro beim Uhrenmacher gekostet hat, läuft einwandfrei für eine mechanische Uhr; meine Tissot (danke Antonfreund) mit ETA 2824-2 (?) läuft auch nicht genauer (wurde aber nicht neu justiert); es geht um max 3 Sek +/- am Tag. Und, da die Zeit relativ ist, um die Relativität zu messen braucht man nichts besseres nur wenn man die Relativität präziser definieren bzw messen möchte ( wüsste nicht wie aber was solls...)
Ich bräuchte noch eine J. Springs - vielleicht diese Dress-Uhr mit Lederarmband (weisses Zifferblatt) oder eine andere fürs tauchen (die mit 2 Kronen) - nicht weil ich damit - oder auch ohne - tauchen würde, aber sieht toll aus...
Angebote aus dem Forum hab ich verpasst (war krank, dann andere Gründe) aber, es wird eine noch dazu kommen. Und noch eine Orient (die von P.Pizza hat meine Freundin im Besitz genommen; sie sagte die Uhr wäre klasse; ok - so hab ich keine Orient mehr - und Geld, auch nicht; mal sehen). Tschüss - ich muss meine Medizin nehmen und basta - ins Bett. Tschüss....
@ Jürgen - vielen, vielen Dank; kann es kaum erwarten - leider nur die übernächste Woche; ok - ich werds überleben und euch erzählen...
Tschüss - Dan
Edit - bei J. Springs ist die Leuchtmasse keine Leuchtmasse... schadeIf my smoking bothers you, don´t breathe !
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