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Thema: Lavina Centenario
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25.08.2010, 18:45 #1
Lavina Centenario
Kennt jemand diese Uhrenmarke? Ich fürchte, wohl eher nicht.
Dabei handelt es sich um eine Uhr, die ich ebenfalls 1989 auf einem Flohmarkt in Sao Paulo erstanden hab.
Sie hat seit dem bei mir in der Vitrine unter Glas gelegen, läuft aber immer noch, wenn auch etwas schnell. Die Rückseite zeigt, wie man auf dem Foto erkennt, deutliche Gebrauchsspuren. Der Durchmesser beträt 44 mm und die Höhe 12mm.
Im Internet habe ich auf einer brasilianischen Seite (sowas wie das brasilianische eBay) eine identische Uhr für 450 R$ (Real, ca. 200 €) im Angebot gesehen. Was mir für dortige Verhältnisse recht hoch erscheint. Chinaböller bekommt man da an jeder Ecke nachgeschmissen, und wenn das Teil kaputt ist, kauft man sich halt was Neues.
Leider kann ich das Werk nicht abbilden, da ich den Deckel nicht aufbekomme. Auf dem gleichen Portal steht aber auch eine Armbanduhr der selben Marke zum Verkauf mit geöffnetem Werk. HIER
Als ausgewiesener Uhrenlaie könnte ich mir denken, dass es sich bei dem Werk tatsächlich um eine Eigenproduktion und nicht um einen Zukauf handelt.
Was mich irritiert, ist die Tatsache, dass es im Netz keinerlei Hinweis auf diese Marke gibt, mit Ausnahme der beiden Angebote auf dem brasilianischen Portal. Es könnte sich ja um eine rein brasilianische Regionalmarke handeln, wenn da nicht auf dem Werk detlich lesbar "Swiss made" stünde.
Für jede Info über diese Marke bin ich dankbar.
Gruß
Karl
Nachtrag:
Gerade finde ich im Cache bei eBay, dass dort mal eine defekte Lavina Herrenarmbanduhr angeboten wurde, aber nicht "Centenaria". Andere Hinweise gibt es offenbar nicht.Geändert von Karl (25.08.2010 um 18:48 Uhr)
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25.08.2010, 18:52 #2
Ha,
hätte ich mal gleich bei bei Mikrolisk nachgesehen....
Trozdem wüsste ich gern etwas mehr.
Wer wagt, gewinnt......was auch immer.
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26.08.2010, 08:20 #3Uhrenmacherpraktikant
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Ich würde auch direkt auf die schweizer Manufacture d'Horlogerie Lavina SA (von Paul Brack) aus Villeret tippen. Wenn schon "swiss made" drauf steht, dann wird auch "swiss made" drin sein. Die Schweiz hat ja massenweise Uhren in alle Welt exportiert.
Da ich da keine Scharniere sehe, könnte das entweder ein Sprengdeckel hinten sein (eher wahrscheinlich) oder ein Schraubdeckel (weniger wahrscheinlich). Ab bekommt man die ja schon, aber manche wehren sich dann, wieder drauf zu wollen.
AndreasBesucht mich auf http://www.mikrolisk.de
+++ mit riesiger Handelsmarken-Datenbank +++
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26.08.2010, 10:38 #4
Hallo Andreas,
der Deckel ist ganz sicher ein Sprengdeckel. Mit meinem Schweizer Offziersmesser würde ich den vielleicht abgehebelt kriegen, er sitzt aber sehr eng an. Um ihn wieder drauf zu setzen bräuchte ich wohl doch eine Spezialpresse.
Da hier bislang nichts an weiteren Infos eingegangen ist, habe ich mich mal selbst auf die Suche gemacht. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen Liebhaber alter Uhren.
Zunächst hat mir Tante Gug'l für den Begriff: Manufacture d'Horlogerie Lavina SA, eine größere Menge von Webseiten mit Listen Schweizer Vintage Uhren angezeigt, wie z.B. Altivo Vintage Timepieces auf der auch eine Sammlung hochinteressanter alter Reklamebilder und Anzeigen zu finden ist.
Über ein russisches Uhrenforum bin ich dann darauf gekommen, dass die dass die Besitzverhältnisse sich mehrfach geändert haben müssen, was mich zu einem italienischen Forum führte, das sehr ausführlich und gut bebildert über Lavina berichtet. Orologi Passioni
Fazit:
Der Uhrmacher Paul Brack hat die Firma 1852 in Villeret in der Schweiz gegründet, zunächst Uhren mit Klangwerk und später Taschenuhren hergestellt.
1936 wurde die Firma von Dubois-Peseux gekauft und firmierte zunächst unter dem Namen "Fabrique d'Horlogerie Lavina, Dubois-Peseux et Cie, Successeur de Paul Brack" und wurde dann "Fabrique Lavina, Dubois-Peseux et Cie".
Während des 2. Weltkriegs wurden zusammen mit der ebenfalls in Villeret ansässigen Marke "Minerva" Militäruhren hergestellt, da die Kapazitäten alleine für den Bedarf der Wehrmacht nicht ausreichten.
Um nach dem Krieg den Import von Uhren aus der Schweiz zu erleichtern, wurde die Marke "Lavina" in den USA registriert. Dies dürfte auch erklären, warum die Marke hier nahezu unbekannt ist, auf der anderen Seite des Atlantiks jedoch nicht.
Die Marke selbst wurde inzwischen mehrfach verkauft und der Markenname ist heute erloschen. Wer es genauer wissen will, sollte sich die Seite anschauen und, falls er kein Italienisch kann, diese ausdrucken und sich in der nächsten Eisdiele oder beim Lieblingsitaliener um die Ecke übersetzen lassen
Mein Wissendurst jedenfalls ist gestillt, und vielleicht hat es ja den einen oder anderen ebenfalls interessiert.
Gruß
Karl
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