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Thema: ETA Story zu Ende?
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31.05.2009, 08:21 #1
ETA Story zu Ende?
Hallo,
eigentlich wollte ich mir in Kürze wieder einen neuen "Schatz" zu legen wie beispielsweise einen Breitling Chronomat Evolution in grün (Ref. B13356-1312) oder aber Tag-Heuer Monaco in blau (Ref. WW2111.FC6204)
Nun habe ich aber von 2 Konzies der beiden Marken erfahren, daß angeblich bis 2010 stückweise ETA mit der Auslieferung der Rohwerke zurückfährt bzw. keine Einzelkomponenten mehr für die Großhersteller fertigen wird.
Dies hätte zur Folge, daß über kurz oder lang alle Labels auf eigene Manufakturkaliber umstellen müßten (aktuelles Beispiel der Basel-World Breitling...)
Was wisst Ihr zu diesem Thema?
Und wie würdet Ihr handeln?
Jetzt kaufen nach dem Motto "egal welches Herz im inneren tickt, hauptsache man bekomm doch diese oder jene Farb/Designkombi."?
oder eher "noch abwarten wie sich Modelle und Werke entwickeln um dann up-to-date zu zuschlagen?
Ideen?
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31.05.2009, 08:46 #2
Ob die Aussagen richtig sind, kann ich nicht sagen. Bei der ETA-Politik, die scheinbar nunmehr vorherrscht würde es mich nicht wundern, wenn die irgendwann nur noch die Hersteller der Swatch-Group beliefern. Ich denke aber schon, dass die mit dem Verkauf der Rohwerke ordentlich Geld machen. Warum sollte man den Goldesel schlachten ?
Was aber auf jeden Fall zu bedenken ist : Unterstellt die Vermutung würde eintreten und die genannten Marken müssten auf andere Werke zurückgreifen, blieben ja nur zwei Alternativen :
1) andere Rohwerke einkaufen. Ich denke, dass dies bei den genannten Firmen nicht in Betracht kommt, da es meines Erachtens kaum andere Rohwerke gibt, die dem Prestige dieser Hersteller entsprechen. Die Experten in der Uhrenbranche können mich gerne korregieren.
2) Wahrscheinlicher wäre daher, dass in der Tat Manufakturkaliber hergestellt werden. In dem Fall dürften sich allerdings die Preise für die besagten Uhren vervielfachen. Wenn Du bereits bist für Manufakturkaliber eventuell deutlich mehr zu bezahlen, würde ich abwarten was passiert. Wenn es Dir hauptsaächlich auf die Optik ankommt, würde ich eher jetzt kaufen. Billiger werden diese Uhren in den nächsten Jahren jedenfalls nicht.
Das wäre meine Meinung hierzu.
Gruß
ULI
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31.05.2009, 09:20 #3Uhren-Millionär
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Wenn die dies wirklich durchziehen, könnte der Zeitpunkt nicht besser sein.
Zu Zeiten der Wirtschaftskriese wo eh weniger Uhren gekauft werden.
Dann dürften einige Hersteller ausserhalb der Swatch-Group pleite gehen.
Sie selbst würde einen unangefochtenen Monopol-Status in der Preis-Leistung erreichen.---------------
Schönen Gruß
--- Oliver ---
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31.05.2009, 10:52 #4
Dazu müßte man auch die bestehenden Verträge der Einschaler kennen.
Auch das "was dann?" ist ja absolut offen. Vielleicht dürfen die Einschaler in Lizenz die Werke anderweitig weiter produzieren lassen. Vielleicht schließen sich die Einschaler zusammen und gründen eine neue "Werks"-Firma. Vielleicht bekommen sie nur noch Standartware und keine für sie persönlich kreierten Varianten mehr.
Mal abwarten. Ich kaufe weiter Uhren, die mir gefallen, wann ich will.Danke fürs Zuhören,
Andreas
Earlybird of the O.S.O.C.
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31.05.2009, 11:02 #5Gesperrt
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Selita wäre eine Alternative.
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31.05.2009, 11:49 #6
Allen meinen Vorrednern großen Dank, sehr gute Argumente, welche durchweg schlüssig erscheinen!
Dass eine Preiserhöhung pausch miterfolgen wird, erscheint mir auch mehr als wahrscheinlich.
Dagegen kann ich mir nicht vorstellen, wie z.B. mittelgroßen Hersteller bis dahin so schnell eigene Kaliber "aus dem Ärmel schütteln" können wollen.
<seufz> glaube werde abwarten...
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31.05.2009, 11:52 #7
Ich weiß nicht ob dir das schon bekannt ist, das neue Breitlingkaliber:
http://uhr-forum.de/basel-2009-breitling-manufakturkaliber-t22773
Weiß nicht ob ich warten würde, wenn dir die Uhr gefällt kannst sie doch auch ohne Manufakturkaliber kaufen oder nicht?
Bei ETA ist sicher auch noch der Vorteil, dass es in 100 Jahren wahrscheinlich noch locker Ersatzteile geben wird.mfg
Günter
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01.06.2009, 13:04 #8Uhrenfreund
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Das ist nichts Neues. Bereits 2002 hatte die ETA dies angekündigt und wollte die Lieferung von Rohwerken schon zum 1 Januar 2006 ganz einstellen. Daraufhin hat es eine entsprechende Untersuchung der Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) gegeben. Dies endete in einem Kompromiss der besagt, dass die ETA bis 2008 den Kunden noch 85% der Durchschnittsmengen aus 1999-2001 liefern muss, 2009 50%, 2010 25% und ab 2011 keine mehr. Ab 2011 liefert die ETA also nur noch komplette Werke. Man kann das dann also z.B. so wie die IWC machen und sich die Werke komplette nach den eigenen Spezifikationen von der ETA liefern lassen oder auf andere Hersteller (Z.B. Selitta) zurückgreifen. Die Details zur Untersuchung der WEKO und dem Kompromiss findet man im Abschlussbericht vom 19.11.2004: http://www.news-service.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/14462.pdf
www.clubnomos.de - alles über NOMOS Glashütte Uhren
www.fliegeruhr.ch - alles über IWC Fliegeruhren
http://manufaktuhr.info/ - ManufaktUhr Blog: Uhren Made in Germany
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01.06.2009, 15:58 #9Uhrenfreund
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Man sollte vielleicht ein paar Begriffe klären: Es gibt Werke, Rohwerke und Werke-Kits.
Die Werke verkauft die ETA weiterhin ganz normal, allerdings mit einer restriktiveren Mengengarantie, basierend auf längeren Forecasts. Beispiel: Du hast 2008 5.000 Werke 7750 "Top" gekauft, dann wirst Du 2009 keine 50.000 ordern können. Die ETA erweitert die Kapazitäten nicht beliebig.
Mit den Rohwerken, also Platinen mit Räderwerk ohne Federhaus und Hemmung, sieht es anders aus. Hier weiss ich nicht, ob das von der ETA überhaupt zu bekommen ist. Im Gegenzug argumentiert man, dass man ja auf Anfrage alles erhalte, was möglich sei, siehe etwa die für IWC finissierten und terminierten (und natürlich auch reservierten) Werke auf 2892A2- oder 7750-Basis.
Was die ETA nun einstellen wollte, war die Lieferung von Werke-Kits, also quasi "Werk im Tütchen". Mit diesen, im eigenen Haus zum "Manufakturwerk" aufgebrezelten Teilesätzen, haben sich Breitling oder IWC in der Vergangenheit eine goldene Nase verdient und den Rahm wollte Hayek abschöpfen. Was ihm ja auch teilweise gelungen ist.
Zu Breitling noch eines: Meines Wissens nach werden inzwischen alle 7750-Derivate bei Kelek gebaut, die hat man vor ein paar Jahren gekauft und dann massiv in Mensch und Maschine investiert. Ob Breitling überhaupt noch bei ETA kauft, weiss ich nicht, aber wegen Ersatzteilen muss man sich bei diesem Kaliber nun wirklich keine Sorgen machen.Gruss
Thomas
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01.06.2009, 17:36 #10
Ich habe mal gelesen, dass ETA einfach alle Werke exklusiv herstellen will (wie bei Tudor) und keine Rohwerke ausliefern wird die vom Hersteller selbst veredelt werden sollen. Damit lässt sich auch ein schöner haufen Geld machen!
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01.06.2009, 17:40 #11
Das war schon mal Thema:
ETA erhöht die Preise
Und macht für ETA Sinn: viele Einschaler können kein eigenes Werk entwickeln, greifen auf Chinaware zurück, verlieren in der Kundengunst, es werden mehr Uhren der Swatch Group verkauft. Bingo.Mitglied im Mido Owners Club (M.O.C.)
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01.06.2009, 19:40 #12Danke fürs Zuhören,
Andreas
Earlybird of the O.S.O.C.
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01.06.2009, 19:53 #13Uhrenfreund
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Geändert von fmattes (02.06.2009 um 13:35 Uhr)
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01.06.2009, 21:04 #14maomaoGast
Das stimmt.
Eta wird in naher Zukunft nur noch gesamte Uhren herstellen, diese dann entsprechend mit Label und gewissen von den Firmen bestellten "Eigenheiten" versehen und ab zum Auftraggeber...
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01.06.2009, 21:35 #15
Hätte das....
....nicht im Umkehrschluss eine Wertsteigerung von z.Beispiel Steinhart und anderen Uhren die "noch" mit ETA Werken bestückt sind zur Folge? In dem Fall würde ich mich als Besitzer von solchen Uhren entspannt zurücklehnen
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03.06.2009, 23:15 #16Uhrenlaie
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Zuerst einmal guten Tag an alle Foristen, ich lese schon ein paar Monate mit und habe mich vor kurzem registriert.
Mich würde im Zusammenhang mit den ETA-Werken folgendes interessieren und hoffe die hier vorhandene Expertise kann mir helfen. Ist es korrekt, dass das Kaliber 51011 bei der IWC Portugieser Automatik nicht von einem ETA-Werk abstammt? Ich habe das einmal gelesen und konnte dies über das Internet bis dato nicht verifizieren.
lg
Albert
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07.06.2009, 18:17 #17Uhrenfreund
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08.06.2009, 13:22 #18maomaoGast
...na dann warten wir es mal ab...
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08.06.2009, 22:16 #19mat00teoGast
Hallo Albert, erstmal herzlich willkommen.
Speziell für das 51011 kann ich mir das nur sehr schwer vorstellen und habe das auch noch nirgends gelesen. Allerdings: Selbst für das so hoch gelobte "erste neue Manufakturkaliber in der IWC Ingenieur (80110)" gab es in einer Uhrenzeitschrift den verschämt-versteckten winzigen Hinweise "Räderwerk der ETA".
D.h. auch bei der Portugieser kann man nicht 100%ig sicher sein, dass nicht irgendwo ein Rädchen aus ETA-Produktion in dem Werk tickert. Aber daraus gleich eine Verwandtschaft zu ETA abzuleiten und IWC für die beiden genannten Werke die Bezeichnung "Manufaktur" streitig zu machen halte ich für vollkommen übertrieben.
Es wäre ähnlich bspw. Porsche dafür anzugreifen, dass Teile der Motorsteuerung, der Lenkung oder sonstwo auch in anderen Fahrzeugen in identischer Ausführung wiederzufinden sind.Geändert von mat00teo (08.06.2009 um 22:19 Uhr)
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09.06.2009, 18:14 #20
Hallo,
ich weiß, dass ich mich mit diesem Post wieder mal in die Nesseln setze, aber fallweise krieg ich echt die Krise, wie so die Vorstellung der Uhrenliebhaber über die Wertigkeit von Werken, deren Preisgestaltung usw. ist....
Diese Entwicklung, nämlich die Lieferung von Komplettwerken anstelle von Kits, hat einen rein geschäftlichen Hintergrund- und führt lediglich zu einer "kleinen Umverteilung" der Marge beim Verkauf von Uhren.
Bis dato (oder bis 2011) konnten (können) manche Marken Werkekits beziehen.
Diese werden dann mehr oder weniger "veredelt", sprich entsprechend finissiert, oder auch technisch aufgewertet.
Bei reinen Werkekits ist das relativ einfach- und erhöht die Gewinnmarge enorm, wenn man das im "eigenen Haus" machen kann/darf.
ETA (oder Hayek) hat nun beschlossen, den Rahm selbst abzuschöpfen, anstatt die fetten Gewinne anderen Herstellern (die nicht der Swatch-Group angehören) zu überlassen.
Wenn man sich vergegenwärtigt, dass beispielsweise ein ETA 2824-2 im Einkauf für den Einschaler einen (sehr niedrigen) 2stelligen Eurobetrag kostet, das Werk dann entsprechend veredelt in der fertigen Uhr aber ein x-faches davon (oder auch für den Kunden im Falle eines Totalschadens), kann man ermessen, welcher Gewinn ETA im Lauf der letzten Jahrzehnte durch die Finger geflossen ist.
Deshalb verfährt ETA so, wie andere Hersteller in vielen anderen Bereichen auch.... es liefert einfach das komplette Werk in der gewünschten Ausführung (bestellbar wie ein Auto mit Aufpreisliste).
Der Einschaler kann also sagen: "Ich hätte gerne ein Valjoux 7750, Grundqualität "Chronometre", dazu diese oder jene Werkverzierung und diese oder jene technische Sonderausstattung......" die dann von ETA für einen entsprechenden Preis geliefert wird.
Der Unterschied für den Kunden (also uns) besteht nun darin, dass beispielsweise Breitling weniger Gewinn macht, ETA dafür mehr.....sonst ändert sich genau nix.
Abgesehen davon war die Vorgehensweise in den letzten Jahren bei den allermeisten Herstellern bereits genau so, wie es nun "offiziell" für alle Hersteller zwangsläufig der Fall ist.Martin
Mit freundlichen Grüßen von der Zeiteisen Redaktion
P.S.:
Meine Beiträge dienen zur Belustigung ALLER Teilnehmer und nicht EINZELNER Mitglieder.
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