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  1. #81
    Uhrenlaie
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    Hallo, habe heute erst kapiert, das ich ja nach rechts drücken muss! um das "tick" mehr auf die rechte seite zu bekommen, jetzt habe ich aber den Eindruck, das die Pendelstange nur noch minimal von der mitte abweicht (also uhrzeittechnisch noch nicht mal 3 nach halb) ist das normal? es ist jetzt so ziemlich mitte und eine halbe minute nach links. ist das normal?

  2. #82
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Läuft sie denn jetzt? Beim Auslösegeräusch auf der linken Seite muss die Pendelstange den gleichen Abstand (oder Winkel in Grad) haben wie zum Auslösegräusch auf der rechten Seite. Wenn du das so hinbekommst, sollte die eigentlich laufen.

    Sag uns doch einmal wie der Stand der Dinge jetzt ist.

    Viele Grüße

    Labrador

  3. #83
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,
    ich habe den Eindruck das es jetzt der gleiche Abstand von der Mittelachse ist.Sie läuft auch... hört aber ca. nach 30 sec. auf...als ob keine kraft mehr am ankerrad ankommt. das pendel schwingt weiter aber der anker greift nicht mehr ins rad...liegt das an der einstellung des ankers?

  4. #84
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Nein, dann haben wir ein Problem im Räderwerk. Wenn die Uhr stehen geblieben ist, kannst du ja einmal prüfen, bis zu welchem Rad noch Kraft ankommt. Du fängst am Besten beim Ankerrad an und drehst es leicht gegen die Laufrichtung zurück - wenn es so stehenbleibt und sich nicht zurückdreht, liegt die Störung woanders. Dann testest du das Sekundenrad, usw. Bis du ein Rad findest, dass unter Kraftschluss steht. Du kannst dazu einen kleine Stift oder Zahnstocher nehmen.

    Das Problem, dass wir dann haben wird sein, dass du das Uhrwerk nun doch vermutlich zerlegen musst. Außerdem brauchst du spezielles Werkzeug um weitermachen zu können. Es wäre eine Idee, wenn du mir das Werk schickst und ich bebildert weitermache. Was denkst du darüber?


    Viel Grüße und frohe Ostern

    Labrador

  5. #85
    Uhrenlaie
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    Lieber Labrador,

    also das Ankerrad kann ich schon ab und an (wenn nicht durch die ankershaufel ausgebremst) zurück drehen, bis es durch die ankerschaufel gestoppt wird. das darauf folgende rad kann ich auch so ca, 1 bis 2 zacken zurück drehen, wodurch sich das ankerrad dann mit rückwärts dreht. bei den 2 rädern dann folgend geht das nicht.
    ich hoffe das hilft weiter.

    natürlich würde ich es gern zu Dir schicken, wenn wir so nicht weiter kommen... auch wenn es mir sehr schwer fällt - "aufzugeben" schade eigentlich,aber ich bin dann eben doch keine Uhrmacherin und hab ja sowas auch nicht gelernt

    also, nächster Schritt, ich würde es dann zu Dir schicken? und wenn ja, was alles?

  6. #86
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Heute kam nun das Uhrwerk und das Pendel von Neuling09 bei mir an. Nachdem ich es ausgepackt und zum testen auf kleine Holzstückchen gestellt hatte, viel mir erst einmal auf, wie sorgfältig und sauber hier gearbeitet wurde! Räder und Triebe schön sauber - alles sah so aus, als könnte die Uhr einfach laufen.



    Meinen aufrichtigen Respekt zu so einem Erstlingswerk! Auch die optimale Menge Öl wurde verabreicht. Auf diesem Bild sieht man sehr schön wie sich ein kleiner Ring Öl um die Welle schmiegt, wenn man sie gegen das Lager drückt:



    Oder so, wenn der Zapfen aus dem Lager herausgezogen wird, bildet sich ein kleiner Kranz Öl im Ansatz des Lagerzapfens. Genau so sollte es aussehen:



    Zuerst habe ich die Lager auf Spiel geprüft. Alles ok. Dann habe ich sie axial in ihren Lagern verschoben, um zu testen, ob es hier Klemmungen gibt, die auf stark eingelaufene Zapfen hindeuten. Zum Glück alles optimal. Also entfällt vorerst das komplette Zerlegen der Uhr.

    Die Ankerplatte war etwas schräg montiert, was dazu führte, das die dort aufgehängte Pendelfeder einen seitlichen Effet an das Pendel weitergab.



    Ich habe die Platte gelöst (obwohl anders auf der Platine eingezeichnet) und in eine gerade Position gerückt. Danach hing das Pendel gerade und frei von Verwindungen der Pendelfeder herunter. Ein gute Ausgangsbasis, um die Symmetrie (das zeitgleiche Freigeben der Hemmung) einzustellen. Bei dieser Arbeit braucht man etwas Erfahrungshorizont, wie tief der Anker in das Ankerrad eingreifen sollte. Ein Indiz für die korrekte Einstellung ist, wenn der Anker ohne eingehängtes Pendel von selbst zu laufen beginnt - natürlich zu schnell... Hier die korrekt eingestellte Platte:



    Damit die Hemmung auch möglichst reibungsfrei ihren Dienst verrichten kann, habe ich die Paletten des Ankers geölt.



    Hierbei nimmt man sich am besten die Eingangsseite, lasst den Anker drei bis vier Zähne weiterlaufen und ölt in kleiner Portion erneut.

    Besonders wichtig ist es auch die Ankergabel, die die Pendelstange führt, etwas zu ölen. Hier erfolgt die Kraftübertragung vom Anker auf das Schwingorgan (Pendel). Mangelnde Schmierung an dieser Stelle ist fatal. Hier eine Bild, wo ich mit dem Ölgeber etwas Öl an diese Stelle gebe.



    Auch hier sollte sich - wie in den Lagern - ein kleiner Ölring bilden.

    Die Führung der Pendelstange wird oft etwas vernachlässigt: Wichtig ist hier die möglichst reibungsfreie Führung der Pendelstange. Also habe ich den vorhanden Schrägstand der Pendelstange - hier auf dem Bild:



    korregiert. Danach hatte die Pendelstange genug Spiel sich in der Ankergabel zu bewegen. Das muss sie bei jeder Schwingung können, wenn man beim Laufen der Uhr genau hinsieht . Hier ein Bild, wo gut zu erkennen ist, dass das Pendel nun absolut gerade schwingen kann.



    Seit diesen kleine Eingriffen - den Löwenanteil der Arbeit hat neuling09 schon erledigt - läuft die Uhr munter vor sich hin. Um die Zeitabweichung etwas kontrollieren zu können, habe ich mir einen kleinen Zeiger aus etwas Rodico und einem Toastbrottütenverschluss gebastelt. Kreativität ist manchmal alles...

    Interessant sind auch zwei Reparaturzeichen auf der Rückplatine des Werkes. Demnach scheint die Uhr 1954 und 1958 repariert worden zu sein. Was allerdings gemacht wurde steht nicht dabei...



    Vielleicht kann neuling09 uns hier weitere Informationen geben (Kaufdatum der Uhr, etc..)

    Ich werde die Uhr noch ein wenig ausprobieren und versuchen zu regulieren. Sollten sich noch besondere Fehlersituationen einstellen, werde ich berichten.

    Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für das Vertrauen von neuling09 bedanken und hoffe das Werk bald zurückschicken zu können.

    Viele Grüße vom

    Labrador (Jörn)
    Geändert von Labrador (09.04.2010 um 22:26 Uhr)

  7. #87
    Uhrensammler Avatar von Uhrmichel
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    Ist ja richtig großes Kino

    Mit happy end

    Grüße vom Hunsrück

  8. #88
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Rocketman
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    Ich freue mich mit euch beiden, dass die Uhr wieder läuft.
    Was hab ich mitgezittert!

    Eine ganz erstaunliche Leistung, welche neuling 09 hier vollbracht hat.
    Als Laie ein Werk soweit instand zu setzen und dabei so sauber zu arbeiten - Chapeau!
    Die wenigen Handgriffe, die unser guter Labrador da noch zu erledigen hatte...

    Jörn, ich möchte dir abermals meine Hochachtung aussprechen.
    Und das meine ich ganz ehrlich.
    Applaus.
    Viele Grüße
    Volker

  9. #89
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,

    wow, da war ich wohl gar nicht so weit von einem tick und einem tack entfernt!Ich finde es echt super, das Du Dich dem Uhrwerk angenommen hast!
    Fachmann ist eben Fachmann, Danke das Du Dich der Ingangsetzung widmest!
    Ich finde auch die Beiträge und die Bilder echt klasse, damit kann ich prima nachvollziehen was Du gemacht hast! (auch wenn ich bei den Begrifflichkeiten immer mal wieder durch die Beschreibungen blättern muss ).
    ich bin begeistert!
    Spontan weiß ich keine Details über die Uhr (Kaufdatum etc) werde aber mal schauen, ob ich da noch etwas rausbekommen kann!
    Liebe Grüße

  10. #90
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Vielen Dank für eure anerkennenden Kommentare. Die rege Anteilnahme freut mich sehr.

    Als kleiner Zwischenstand möchte ich mitteilen, dass die Uhr jetzt seit zwei Tagen störungsfrei läuft und die Schwingungsweite (lässt sich schlecht fotografieren) Anlass zur Hoffnung gibt, dass es so bleibt. Auch das Schlagwerk wird zuverlässig ausgelöst.

    Ich werde noch ein wenig Kontrollieren und - soweit, wie das mit meinem selbstgebauten Zeiger möglich ist - auch regulieren.

    Allen einen schönene Sonntag,

    Jörn (Labrador)

  11. #91
    Uhrenlaie
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    klingt super!
    Euch allen auch noch einen schönen Sonntag!

  12. #92
    Uhrensammler Avatar von mahlekolben
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    Tolle Arbeit!

    Nur schade, dass die Geschichte sich nun wohl dem Ende neigt.

    Wenn man sich die Hits auf diesen Thread ansieht, stellt man fest, wie viele Interessierte im Hintergrund den Werdegang beobachtet haben müssen.

    Ich schätze, dass die 3.000er-Marke noch erreicht wird...

    Viel Freude an der Schönheit!


    Liebe Grüße

    Michael

    1. Rittmeister des TWOC

    Suche ständig zum Selbststudium: (Taschen-) Uhren, Werke, "Schrott", Reste...:

    http://uhr-forum.de/taschenuhren-t35441

  13. #93
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    So, heute ist so ca. eine Woche, sprich sieben Tage, rum und...



































    sie läuft noch immer. Mit meinem provisorischen Zeiger habe ich den Gang - soweit wie das ohne Zifferblatt möglich war - reguliert.

    Hier ein Foto, wo auch die Konstruktion für das Aufstellen, mittels Holzklötzchen zu sehen ist. Das sind übrigens noch Bauklötze aus meiner Kinderzeit...



    Wenn sie den Transport gut übersteht und der Einbau auch gelingt (ich habe da keinerlei Zweifel), wird Neuling09 demnächst eine gut funktionierende und vor allem selbstreparierte! Uhr auf dem Buffet stehen haben.

    Die Feinregulierung können wir gerne per Beitrag in diesem Thread zusammen machen.

    Viele Grüße

    Jörn (Labrador)

  14. #94
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,
    super, das alles so gut gelaufen ist. Und Dein Zeiger ist wirklich einmalig.
    Könntest Du mir (falls vorhanden) noch den Hebel zeigen, an dem ich das Schlagwerk abschalten kann? Ich hatte schon einmal geschaut, aber keinen gesehen.
    Ich habe noch einmal gefragt, ob näheres über die Uhr bekannt ist. Leider weiß Oma überhaupt nichts darüber. Und Opa (der die Uhr "mitgebracht" hat) weilt leider schon länger nicht mehr unter uns. So gibt es leider keine näheren Details zu Kaufdatum oder den Reperaturen...
    Ich würde mich freuen, wenn wir die Feineinstellung noch zusammen machen und natürlich auch gern hier!
    Allen ein schönes Wochenende

  15. #95
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,
    Uhr ist hier wieder heil angekommen! Was ist denn jetzt der nächste Schritt?

    Nachträglich hinzugefügt: ich denke mal, einbauen...und dann schaun das sie auch bei mir läuft?! richtig?

  16. #96
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Hallo neuling09,

    genau das. Sie sollte eigentlich dann laufen. Du musste sie aber auf aufziehen, da ich das Werk nicht mit voller Federspannung den Unbilden des DHL Transports aussetzen wollte. Ich freue mich, dass sie heil angekommen ist.

    Lass aml hören, ob sie läuft. Bin sehr gespannt.

    Viele Grüße

    Labardor

  17. #97
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,
    die Uhr läuft bei mir seit heute abend und bis jetzt deutet nichts darauf hin, das es nur eine Frage der Zeit ist..
    wunderbar! Danke noch einmal, das Du Dich der Uhr nocheinmal persönlich angenommen hast.
    Jetzt würde ich gern noch die Zeiger montieren. Gibt es da etwas, das ich beachten muss? Auf welche Uhrzeit bringe ich denn die Zeiger am besten an? oder ist dass egal?
    Kann es sein, das der "gongschlag" ausgeschaltet ist? bis jetzt habe ich ihn noch nicht wahrgenommen.
    liebe grüße
    kat

  18. #98
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Die Zeiger musst du natürlich passend zur Stunde setzen. Am Besten probierst du mit dem Minutenzeiger aus, wann die halbe und die volle Stunde angezeigt wird. Den Minutenzeiger kannst du entweder in vier oder nur in zwei Stellungen aufsetzen - er rastet auf der Welle etwas ein wenn du ihn darüberdrehst.

    Mit dem Gongschlag kann es zwei Gründe geben:

    1. das Schlagwerk ist nicht aufgezogen
    2. die Hämmer sind zu weit oben und berühren die Tonstäbe nicht.

    Im zweiten Fall musst du sie etwas herunterbiegen, so dass sie in Ruhestellung über den Tonstäben "schweben".

    Ich wünsch dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße

    Jörn (Labrador)

  19. #99
    Uhrenlaie
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    Hallo Labrador,
    die Uhr tickt und tickt und tickt! habe die Zeiger montiert. Ich glaube was ich vorher mit dem "wie" meinte, war eher wie bekomme ich hin das der Gong auch die tasächlichen Schläge der angezeigten uhrzeit schlägt?habe versucht die Zeiger auf den gong einzustellen , aber das haut irgendwie nicht hin...
    Schönes sonniges Wochenende noch!

  20. #100
    Uhrenmacherpraktikant Avatar von Labrador
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    Hallo neuling09,

    schlägt sie denn überhaupt? Wenn du den Minutenzeiger langsam drehst, fängt die Uhr doch alle halbe Stunde zu schlagen an, oder? DAnn setzt du den Minutenzeiger so, dass er, wenn er auf die 12 zeigt eine volle Stunde schlägt. Dann weißt du auch auf welche Stunde der Stundenzeiger zeigen sollte.

    Viele Grüße und auch dir ein sonniges Wochenende.

    Labrador

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