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18.11.2009, 23:56 #1Uhrenlaie
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Buffetuhr selbst wieder zum laufen bekommen
Ich habe eine Buffetuhr und möchte sie gern zum laufen bringen. Aufgezogen ist sie, wenn man sie anstößt läuft sie für ca. 5min und bleibt dann wieder stehen...
Einmal lief sie für ca. 6 Stunden, aber es war nichts anders wie sonst. Möchte es gern selbst probieren und bin daher für jeden Tip dankbar.
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19.11.2009, 07:43 #2
Horch erst mal ob das tick-tack Geräusch im gleichmäßigen Abstand erfolgt, falls das nicht der Fall ist kannst du es durch verdrehen der Pendelführung zum Anker richten.
Wenn dir Uhr trotzdem stehen bleibt wirst du um eine kompellte Revision nicht herum kommen, nur nachölen würde ich nicht empfehlen.
Wenn du dir mit dem Ankerverdrehen unsicher bist kannst du die Uhr auch erst mal etwas schräg stellen bis das Geräusch stimmt, nur im auszuprobieren ob es daran liegt
und dann mal weitersehen, viel Erfolg
Grüße vom Hunsrück
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19.11.2009, 09:14 #3
Hallo neuling09,
so aus der Ferne betrachtet sieht dein Uhrwerk ja recht sauber aus - da habe ich schon viel schwärzere Lager bei solchen Uhren gesehen.
Der Tipp von Uhrmichel ist ein guter Lösungsansatz. Probier das erst mal aus. Es wäre auch interessant zu wissen, ob die Uhr zu bestimmten Zeiten (z.B. vor Auslösung des Schlages) stehenbleibt.
Bin gespannt - lass mal hören,
der Labrador
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21.11.2009, 23:07 #4Uhrenlaie
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Danke
Vielen Dank für Eure beiden Antworten. habe mal auf das Ticken geachtet. es ist gleichmäßig, soweit ich das hören kann. sobald ich die Uhr in die Schräglage bringe hört sie ganz auf zu ticken. Ausserdem ist es unabhängig vom Glockenschlag, das Sie stehen bleibt.....
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21.11.2009, 23:26 #5
Dann scheint ja die Symmetrie zu stimmen. Wenn die Zeiger nicht irgendwo (auf den Bildern sieht das nicht so aus) ausgebremst werden, liegt der Kraftverlust vermutlich im Räderwerk begründet. Um hier weiterzukommen, musst du das Werk ausbauen.
Zuerst löst du die Rändelschraube auf der Minutenzeigerwelle und ziehst dann beide Zeiger vorsichtig (am Zeigerauge anfassen) nach vorne ab. Wenn du dann - vorher das Pendel aushängen! - die Schrauben an den vier Werkhalterungen löst, hast du das Werk in der Hand.
Jetzt kannst du nach Fremdkörpern oder Verschmutzungen im Räderwerk suchen und diese ev. entfernen.
Wenn du dir das oben beschriebene zutraust, mach uns doch ein paar Fotos (Seitenansicht) vom Werk. Ich bin gerne bereit, mit dir zusammen das Problem weiter zu analysieren und ev. zu lösen.
Viele Grüße vom schläfrigen Labrador.
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21.11.2009, 23:37 #6Uhrenlaie
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vielen Dank für Deine Tips. dann werde ich mich morgen mal in Ruhe hinsetzen und es ausprobieren. Bilder gibt es bei Erfolg natürlich auch!
Grüße und Gute Nacht
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21.11.2009, 23:39 #7
Prima, freu mich drauf...
Viel Grüße
Labrador
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22.11.2009, 00:02 #8Uhrenlaie
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hmmm jetzt habe ich heute abend doch schon angefangen.
Die Zeiger sind ab. Pendel ist abgenommen.
aber was sind jetzt bloß die richtigen schrauben? Sind es die, wo ich die Mutter sehen kann? oder sind es die wo ich die (schwarzen) Schraubenköpfe sehe...?
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22.11.2009, 06:37 #9
Die mit den schwarzen Köpfen halten das Werk im Gehäuse, die Muttern halten das Werk zusammen, wenn du die schon jetzt öffnest fliegt dir alles um die Ohren, dürfte dann ein Totalschaden werden.Unterschätze niemals die Kraft der Federhäuser wenn die Uhr aufgezogen ist, das kann ganz schön weh tun.
Grüße vom Hunsrück
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22.11.2009, 13:00 #10Uhrenlaie
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ok, also um die Uhren ist mir nichts geflogen, also waren es wohl die richtigen Schrauben.
, anbei die Bilder von allen Seiten. für mich sieht das Gehäuse sehr sauber aus.
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22.11.2009, 15:32 #11
Ok, das hast du schon einmal gut gemacht.
Insgesamt sieht das Werk recht sauber aus. Du solltest es jetzt irgendwie auf Holzklötzchen aufbocken, so dass du das Pendel wieder einhängen und die Uhr "im Freien" ausprobieren kannst. Ich unterstelle mal, sie ist aufgezogen. Dann müsste als erstes das Schlagwerk anlaufen bis der Rechen (silbernes Teil mit dem Zahnkranzausschnitt in Richtung 11:00 Uhr sich soweit gehoben hat, dass der darüberliegende Hebel darunter einrastet und den Rechen in dieser Position hält.
Ich habe dazu mal in dein Bild etwas eingezeichnet - nein ich bin motorisch nicht unbegabt, aber mit der Maus schreiben ist so eine Sache für sich
Wenn das also so passiert ist, wird die Uhr ja ein wenig laufen und danach - wie erwartet -stehen bleiben. Vielleicht fällt die beim Beobachten dieses Vorgangs auch schon etwas auf. Wenn die Uhr dann steht, kannst du mit einem feinen Draht oder ähnlichem vom Ankerrad ausgehend prüfen, welches Rad noch im Kraftschluss steht. Also vorsichtig mit dem Draht die Räder zurückbewegen. wenn es sich wieder in Laufrichtung zurückdreht, ist hier noch Kraft vorhanden und der Fehler liegt bei den folgenden Rädern.
Das Ankerrad ist ganz oben unter dem Anker (da hängt die Pendelstange drin) und hat recht spitze, lange Zähne.
Wenn du die Stelle gefunden hast, wo die Kraft versiegt, liegt an dieser Stelle entweder ein Problem in der Verzahnung oder im Lager vor.
Dann machen wir an dieser Stelle weiter und ich werde dir weitere Hinweise geben.
Ich bin mir nicht sicher, ob meine Erklärungen verständlich sind, daher habe bitte keine Scheu, bei Unklarheiten nachzufragen.
Ich wünsche dir viel Erfolg und bin gespannt auf deine Ergebnisse.
Viele Grüße
der Labrador
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22.11.2009, 17:35 #12Uhrenlaie
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Hallo,
also ich hab alles so gemacht, wie du es beschrieben hast.
die uhr tickt jetzt nur noch sehr mühsam. hab den eindruck sie kommt über den von mir gegeben schwung nicht hinaus, ist das normal?
an den rädchen sehe ich nur das sich das Ankerrädchen bewegt (1) also das erste was direkt durch diesen Bügel als Übertrag vom Pendel angeschoben wird.
das große(2) hat sich bei genauerem hinsehen auch (sehr langsam) bewegt.
das ankerrädchen konnte ich nicht zurückdrücken, es ist fest.
grüße
kat
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22.11.2009, 18:02 #13
Wenn das Ankerrad fest ist (sich also nicht etwas zurückdrehen lässt, wie du beschrieben hast) dürfte die Uhr überhaupt nicht gehen und das Rad könnte sich dann auch nicht drehen. Mit dem "Zurückdrehtest" meine ich auch nur das Spiel zwischen den Zahnrädern - also weniger Grad Drehung. Das kann so nicht sein?!
Ok, dann mal was zur Funktionsweise eines Uhrwerks: Der Kraftfluss läuft vom Federhaus (dicke Trommel unten mit dem Zahnkranz außen) über diverse Räder bis hin zum Ankerrad (ganz oben mit den langen Zähnen). Im Federhaus sitzt die Zugfeder - unsere Energiequelle - die über den Vierkant (vorne Zifferblatt) aufgezogen wird. Die Übersetzung läuft so, dass die Drehung der Räder erhöht und gleichzeitig das Drehmoment abnimmt. Dass heißt, dreht sich extrem langsam aber mit sehr hoher Kraft. Hingegen liegt beim Ankerrad wenig Kraft an, dafür rotiert es so schnell, dass es beim gang der Uhr sichtbar ist. Die wenige Kraft, die beim Ankerrad ankommt, wird über den Anker (hier der blecherne Bügel) an das Pendel abgegeben, dass dann hin und her schwingt - so lange, bis sich die Feder im sich langsam drehenden Federhaus entspannt ist. Somit treibt also nicht der Anker mit dem Pendel das Uhrwerk an, sonder umgekehrt. Würdest du den Anker herausnehmen (nicht machen!), liefe die Uhr innerhalb weniger Sekunden voll ab.
Geht auf diesem Weg zuviel Kraft verloren, bleibt die Uhr stehen. Dieses Problem hat deine Uhr. Um herauszufinden, wo die Kraft gestoppt wird, musst du prüfen, an welchen Rädern noch Kraft ankommt. Du kannst auch einmal die Räder (mit den Fingern oder mit einer Pinzette) achsial (auf deinem letzten Foto von links nach rechts) versuchen zu verschieben. Sie müssen immer etwas Spiel haben, sonst klemmen sie.
Prüf das mal ab.
Der Labrador
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22.11.2009, 19:56 #14Uhrenlaie
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Hallo Labrador,
das mit dem drehen, das verstehe ich schon auch, aber danke das du mir den weg noch einmal erklärt hast...ich dachte wirklich das ist andersrumrückwärts bewegen kann ich das ankerrad nur innerhalb der 2 zacken, das heisst dann, es ist in ordnung,oder?
ich habe mal an den rädern leicht gewackelt. die oberen haben alle ein bischen Spiel. wenn man die andere seite nimmt, als die zuletzt gezeigte, wackelt wenig und zB gar nicht das rad was direkt unten an das feder... (vergessen,sorry) anschliesst. (an das linke von vorn (den zeigern aus, gesehen) dieses Rad läßt sich auch nicht nach vorn oder hinten (innerhalb der zacken bewegen)
das rechte feder...geht an ein großes rad was ganz hinten ist und nach unten etwas raus geht, wenn ich mich nicht täusche ist das für die zeiger? das ist auch nicht verschieblich, beweglich innerhalb der 2 zacken, nur sehr schwer.
ps: deine beschreibungen sind übrigens super. ich kann sie sehr gut umsetzen. hoffe ich stelle mich nicht allzu umständlich an.
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22.11.2009, 21:03 #15
Ja, bei der Sache mit dem Zurückdrehen geht es darum, ob das Rad dann von alleine wieder sozusagen auf Anschlag zurückdreht. Wenn ja, kommt da Kraft (über das restliche Räderwerk) an. Ist das bei dem Ankerrad so?
Die Prüfung mit dem Seitenspiel (achsial) geht bei den unteren Rädern nicht so gut, wenn noch die volle Federspannung auf dem Räderwerk lastet - wegen dem hohen Drehmoment.
Du kannst ja mal die Feder vom Laufwerk vorsichtig entspannen. Das geht so:
Du nimmst den Aufzugsschlüssel und steckst ihn auf den Vierkant des Laufwerksfederhauses und drehst ein wenig in Aufzugsrichtung. Gleichzeitig drückst du die Sperrklinke ein wenig von dem Sperrad weg und lässt langsam und kontrolliert den Schüssel in entgegegesetzter Aufzugsrichtung drehen. Setz dabei lieber öfter ab, um am Aufzugsschlüssel umgreifen zu können. Dabei musst du die Sperrklinke wieder einrasten lassen, sonst haut der Schlüssel dir um die Finger!
Wenn du die Uhr in dieser Weise komplett abgespannt hast, kannst du das Seitenspiel an allen Rädern prüfen und es mir mitteilen.
Viel Erfolg
der Labrador
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22.11.2009, 21:36 #16Uhrenlaie
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hallo.
so Feder ist entspannt und jetzt lassen sich auch alle rädchen auf der seite leicht verschieben. die andere seite nicht (aber das ist auch logisch, weil ich den gong nicht enstspannt habe, richtig?)
das ankerrädchen geht nicht wieder von allein vor auf anschlag.
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22.11.2009, 21:55 #17
Schön, dass du das so gut hingekriegt hast!
Das mit dem achsialen Seitenspiel ist schon einmal gut. In diesen Zustand kannst du jetzt das Lagerspiel testen. Dazu nimmst du die Wellen der Räder ancheinander zwischen die Pinzette und versuchst sie im Lager (nicht achsial) hin und her zu bewegen. Du kannst dabei den Zapfen im Lager von außen gut beobachten. Hier darf kein großes Spiel existieren. Das Spiel muss geringer als der Zapfendurchmesser sein.
Check das mal aus und teile uns das mit.
Der Labrador
P.S. Du bist da einfach näher dran: Hast du den Eindruck, dass die Wellen/Zapfen in den Lagern kleben?
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22.11.2009, 21:59 #18
Pass blos auf mit dem entspannen der Federhäuser.. wenn dir der Schlüssel abrutscht tuts nicht nur weh, sondern kann auch ganz schön böse für deine Finger ausgehen.
Will mich auch nicht einmischen
Aber mich würd mal interessieren wie die Ankerpaletten aussehen. Wenn die eingelaufen sind hilft nurnoch nach schleifenDr.:Schnell!!! Ein Hammer, sonst wirds ein Fahrrad
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22.11.2009, 22:12 #19Uhrenlaie
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hab ich dich richtig verstanden ich bewege jetzt die wellen/stäbe auf denen das jeweilige rad sitzt das quasie der zapfen aus dem lager rein udn rausguckt. gell? das geht bei (und meiner meinung nach auch nicht zuviel)
ausser beim anker. habe jetzt auch gesehen das beim anker von innen an der wand, wo die stange ins lager geht irgendwas schwarzes ist. die anderen sehen sauber aus und ich habe auch nciht den eindruck das sie irgendwie verklebt sind.
Nachträglich hinzugefügt: xavaron. ich habe ja den super tip gehabt mit dem blockiere zwischendrin, damit und der nötigen vorsicht gings prima und meine finger sind noch heile.
kannst du mir bitte sagen oder auf einer der bilder zeigen was die ankerpaletten sind? dann sag ich dir auch gern wie sie aussehen, und in welchem fall müßte man sie denn nachschleifen?? danke.
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22.11.2009, 22:20 #20karloGast
Aber deutlich geringer.
Sonst wuerde das heissen ein 2mm Zapfen darf in jede Richtung bis 1mm wackeln.
Dann wirds gefaehrlich fuer Besitzer und Uhrwerk.
Ich will euch hier in "wie werde ich Uhrmacher per Forum" nicht reinreden (und das war auch mein letzter Kommentar dazu), aber bei so wenig Vorkenntnissen geht das IMHO in die Hose.
Karlo
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